Android 9 Pie
Die wichtigsten Neuerungen in Android 9 Pie
- Adaptive Akku und adaptive Helligkeit auf Basis maschinellen Lernens
- Digital Wellbeing mit App-Timern
- Gestennavigation als Option
- Unterstützung für Display-Aussparungen (Notch)
Android 9 Pie im Überblick
Android 9 Pie erschien am 6. August 2018 und setzte erstmals systematisch auf maschinelles Lernen: Adaptive Battery lernt, welche Apps wann genutzt werden, und begrenzt die anderen im Hintergrund; Adaptive Brightness lernt die bevorzugte Helligkeit; App Actions und Slices schlagen Aktionen im Launcher und in der Suche vor.
Pie führte die Gestennavigation als Option ein: eine Pille am unteren Rand statt drei Tasten, Wischen nach oben für die Übersicht, nach rechts zum App-Wechsel. Die vollständige Gestensteuerung kam erst mit Android 10. Digital Wellbeing zeigt die Nutzungszeit pro App, setzt App-Timer und schaltet abends in Graustufen. Displays mit Aussparung (Notch) werden nativ unterstützt, Screenshots lassen sich direkt bearbeiten, und die Lautstärkeregler wanderten an die Seite des Displays.
Sicherheitsseitig verschlüsselt Android 9 Backups mit der Gerätesperre, blockiert Hintergrund-Apps den Zugriff auf Kamera, Mikrofon und Sensoren und erzwingt HTTPS für App-Verbindungen als Standard. Pie war außerdem die erste Version, die im Rahmen des Android One-Programms und über Project Treble spürbar schneller auf Geräte anderer Hersteller kam: Essential, Sony, Xiaomi und OnePlus lieferten innerhalb weniger Wochen.
Für Entwickler brachte Pie die Pflicht, auf Android 8 oder neuer zu zielen, um im Play Store zu bleiben, dazu die Einschränkung nicht dokumentierter Schnittstellen und eine neue Kamera-API für Geräte mit zwei Kameras. Für Nutzer blieb vor allem der Wechsel im Alltag spürbar: Die Lautstärkewippe steuert seit Pie standardmäßig die Medienlautstärke statt des Klingeltons, die Bildschirmdrehung lässt sich per Tastendruck bestätigen statt automatisch, und die Übersicht offener Apps zeigt Text zur Auswahl direkt aus den Vorschaubildern an. Pie war die letzte Version mit Dessert-Namen; mit Android 10 endete die Tradition, und die Namen leben nur noch intern weiter.
Hintergrund: Technik und Umfeld von Android 9 Pie
Android 9 Pie nutzte zum ersten Mal maschinelles Lernen im System: Der adaptive Akku, entwickelt zusammen mit DeepMind, ordnet Apps nach Nutzungswahrscheinlichkeit in Gruppen und begrenzt den Hintergrundzugriff der selten geöffneten, die adaptive Helligkeit lernt aus manuellen Korrekturen. Die Gestennavigation mit der schmalen Pille am unteren Rand war noch optional und wurde erst in Android 10 vollständig. Neu war die Unterstützung für Display-Aussparungen, weil 2018 fast jedes Oberklassegerät eine Notch trug.
Digital Wellbeing mit App-Timern, dem Dashboard der Nutzungszeit und dem Wind-Down-Modus erschien zuerst als Beta für Pixel-Geräte und wurde später Pflicht für alle Hersteller. Im Hintergrund dürfen Apps nicht mehr auf Kamera, Mikrofon und Sensoren zugreifen, und die Klartext-Verbindung über HTTP ist für Apps standardmäßig gesperrt. Pie war die letzte Version mit Dessert-Namen und die erste, die Google gemeinsam mit den Android-One-Partnern Nokia und Xiaomi statt nur für Pixel und Nexus verteilte.
Referenzgeräte sind Pixel 3 und Pixel 3 XL vom Oktober 2018 mit Android 9 ab Werk; das erste Pixel und das Pixel 2 erhielten das Update am 6. August 2018, die Nexus-Modelle 5X und 6P dagegen nicht mehr, ihr Support endete mit Android 8.1. Über Android One kamen Nokia 7 Plus, Xiaomi Mi A2 und weitere Geräte innerhalb weniger Wochen an die Reihe; Samsung folgte mit One UI erst im Januar 2019 für die Galaxy-S9-Reihe.
Einordnung: Release, Vorgänger, Nachfolger
Android 9 Pie erschien am 6. August 2018 mit API-Level 28 und trug intern den Codenamen Pie. Der Vorgänger Android 8 Oreo lag 11 Monate zurück (API 26). Abgelöst wurde die Version nach 13 Monaten von Android 10 (3. September 2019, API 29). Status heute: Ende des Supports. Googles monatliche Sicherheitsbulletins deckten Android 9 Pie bis Anfang 2022 ab; seither erhalten Geräte, die auf dieser Version stehen geblieben sind, nur noch die Play-Store-Updates für Systemmodule und Google-Apps, nicht mehr für Kernel, Treiber und Baseband. In der Reihe der hier dokumentierten Versionen steht Android 9 Pie an 6. Stelle von 14 (KitKat = 1, Android 17 = 14).
Android 9 Pie heute
Pie-Geräte stammen überwiegend aus den Jahren 2016 bis 2018 und haben ihr Update-Ende erreicht. Der Play Store liefert noch Apps für API 28, viele große Apps verlangen inzwischen aber mindestens Android 10 oder 11. Ein Custom-ROM ist der einzige Weg zu aktuellen Patches.
Android 9 Pie im Archiv
Das Archiv von n-droid.de hält 22 Artikel, in deren Überschrift Android 9 Pie oder der Codename vorkommt, erschienen zwischen 20. November 2012 und 23. Februar 2019. Der früheste ist „Android-Newsflash: U.a. mit Key Lime Pie, LG Nexus 4, Galaxy Note II und Galaxy S III mini“, der späteste „Samsung Galaxy S8 mit Android 9 Pie und One UI (Bilder/Video)“. Die meisten stammen aus den Rubriken news, android themen, news der woche. Die Liste unten führt sie in umgekehrter zeitlicher Reihenfolge; die Berichte geben den Stand ihres Erscheinungsdatums wieder und sind nicht aktualisiert.