Android 13
Die wichtigsten Neuerungen in Android 13
- Sprache pro App einstellbar
- Berechtigung für Benachrichtigungen wird von Apps erfragt
- Fotoauswahl (Photo Picker) statt Vollzugriff auf die Galerie
- Themed Icons für Material You
Android 13 im Überblick
Android 13 erschien am 15. August 2022, ungewöhnlich früh im Jahr und zunächst nur für Pixel-Geräte. Die Version baut Material You aus, das mit Android 12 eingeführt wurde, und verschärft die Privatsphäre-Regeln für Apps weiter.
Neu ist die Möglichkeit, die Sprache pro App festzulegen – wer das System auf Deutsch nutzt, kann eine einzelne App auf Englisch laufen lassen. Apps müssen Benachrichtigungen erst erfragen, statt sie ungefragt zu senden; der Photo Picker gibt einer App nur die ausgewählten Bilder statt Zugriff auf die ganze Galerie; die Zwischenablage zeigt eine Vorschau und löscht sensible Inhalte nach einer Stunde. Themed Icons färben App-Symbole passend zum Hintergrundbild, sofern die App das unterstützt.
Für Tablets bringt Android 13 die Arbeit aus Android 12L mit: Taskleiste, Split-Screen per Ziehen, bessere Nutzung großer Displays. Bluetooth LE Audio mit dem LC3-Codec kommt ins System, ebenso Spatial Audio mit Head-Tracking. Die Update-Versorgung war 2022 spürbar schneller als in den Jahren zuvor: Samsung lieferte One UI 5 auf Basis von Android 13 bereits im Oktober für die Galaxy-S22-Reihe.
Die Version verbesserte außerdem den Umgang mit der Zwischenablage (Vorschau, automatisches Löschen), brachte QR-Code-Scanner und Bluetooth-LE-Audio ins System und erlaubte, Benachrichtigungen per Kanal in den Schnelleinstellungen zu verwalten. Für Entwickler kam die Pflicht, exportierte Komponenten explizit zu deklarieren, und der Vordergrund-Dienst zeigt in der Statusleiste an, welche Apps gerade im Hintergrund aktiv sind – ein Vorläufer des Aktivitäts-Managers in Android 14.
Android 13 erlaubte erstmals, den Zugriff auf WLAN-Netze in der Nähe ohne Standortberechtigung zu vergeben – bis dahin brauchte jede App, die ein WLAN-Gerät suchte, den vollen Standortzugriff. Ebenfalls neu: eine systemweite Sprachauswahl für Apps, die Unterstützung für MIDI 2.0 und HDR-Video in Drittanbieter-Kamera-Apps, sowie das Verbot für Apps, Benachrichtigungen ohne Erlaubnis zu senden.
Hintergrund: Technik und Umfeld von Android 13
Android 13 kam als kleines Update nach dem großen Umbau von Android 12, brachte aber zwei Änderungen, die den Alltag dauerhaft veränderten. Apps müssen seit dieser Version um Erlaubnis fragen, bevor sie Benachrichtigungen senden dürfen, und die Fotoauswahl des Systems ersetzt den pauschalen Zugriff auf die Galerie. Beides fiel Nutzern zuerst als zusätzliche Dialoge auf, reduzierte aber die Zahl der Apps mit stillem Zugriff auf Bilder und Aufmerksamkeit deutlich.
Die Sprache lässt sich pro App festlegen, was für Menschen mit zwei Alltagssprachen den Systemwechsel spart. Für Tablets übernahm Android 13 die Taskleiste und die Fensteraufteilung aus dem Zwischenrelease 12L und legte damit die Grundlage für die späteren Faltgeräte. Bluetooth LE Audio mit dem Codec LC3 ist im System angelegt, wurde aber erst mit Kopfhörern der folgenden Jahre nutzbar. Google veröffentlichte Android 13 zum ersten Mal zuerst für Pixel-Geräte und erst danach im AOSP, ein Ablauf, der bis Android 14 Bestand hatte.
Referenzgeräte sind die Pixel-Modelle ab Pixel 4, die Android 13 am 15. August 2022 erhielten, und die Pixel-7-Reihe vom Oktober 2022 mit der Version ab Werk. Samsung lieferte One UI 5 auf Android-13-Basis ab Oktober 2022 für die Galaxy-S22-Reihe aus und hatte bis zum Jahresende die meisten Oberklassemodelle versorgt. Das Pixel 4 und 4 XL erhielten mit Android 13 ihr letztes Hauptversions-Update.
Einordnung: Release, Vorgänger, Nachfolger
Android 13 erschien am 15. August 2022 mit API-Level 33 und trug intern den Codenamen Tiramisu. Der Vorgänger Android 12 lag 10 Monate zurück (API 31). Abgelöst wurde die Version nach 14 Monaten von Android 14 (4. Oktober 2023, API 34). Status heute: Sicherheitsupdates. Android 13 wird von Googles monatlichen Sicherheitsbulletins abgedeckt; ob ein konkretes Gerät sie erhält, entscheidet die Update-Zusage des Herstellers. In der Reihe der hier dokumentierten Versionen steht Android 13 an 10. Stelle von 14 (KitKat = 1, Android 17 = 14).
Android 13 heute
Android 13 markiert für viele Nutzer den Übergang zu den strengeren Berechtigungen für Benachrichtigungen und Fotos. Geräte, die auf Android 13 enden, erhalten meist noch bis 2026 Sicherheitsupdates; wer Banking-Apps nutzt, sollte das Patch-Datum im Blick behalten.