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Android 12

Veröffentlicht am API-Level 31Codename Snow Cone (intern)Status Ende des Supports

Die wichtigsten Neuerungen in Android 12

  • Material You: Farbschema aus dem Hintergrundbild abgeleitet
  • Datenschutz-Dashboard mit Zugriffshistorie
  • Anzeige für aktive Kamera- und Mikrofon-Nutzung
  • Ungefährer Standort als Alternative zum genauen Standort

Android 12 im Überblick

Android 12 erschien am 4. Oktober 2021 im Quellcode und am 19. Oktober für Pixel-Geräte. Es ist die größte optische Überarbeitung seit Lollipop: Material You leitet Farbschema, Buttons und Widgets aus dem Hintergrundbild ab, die Schnelleinstellungen wurden zu großen Kacheln, Animationen und Haptik sind durchgängig neu.

Der Datenschutz bekam eine eigene Zentrale: Das Datenschutz-Dashboard zeigt eine Zeitleiste, welche App wann auf Standort, Kamera und Mikrofon zugegriffen hat; ein Indikator in der Statusleiste leuchtet, sobald Kamera oder Mikrofon aktiv sind; zwei Schnelleinstellungen schalten Kamera und Mikrofon systemweit ab. Apps können statt des genauen nur den ungefähren Standort erhalten – eine Wetter-App braucht keine Hausnummer.

Weitere Punkte: Scrolling-Screenshots, eine Einhand-Bedienung, die den Bildschirminhalt nach unten zieht, Wi-Fi-Passwörter per Nearby Share, ein Spielmodus mit Leistungsprofilen und die Android Runtime als Mainline-Modul, sodass Leistungsverbesserungen über den Play Store kommen. Android 12L folgte im März 2022 als Zwischenversion für Tablets und faltbare Geräte mit Taskleiste und Zwei-Spalten-Layouts.

Android 12 brachte auch die Basis für die heutige Update-Politik: Google verlängerte mit dem Pixel 6 die Zusage auf fünf Jahre Sicherheitspatches, und Samsung folgte mit vier Hauptversionen für die Galaxy-S-Reihe. Der neue Spielmodus, die Einhand-Bedienung und die Möglichkeit, das Gerät per Ausschalter-Menü zu steuern, gehören zu den Funktionen, die bis heute unverändert im System stehen. Die Version 12.1 (12L) ergänzte im Frühjahr 2022 die Tablet-Oberfläche.

Ein weiterer Baustein war die Unterstützung für App-Hibernation: Apps, die monatelang nicht genutzt werden, verlieren Berechtigungen, Cache und temporäre Dateien, bleiben aber installiert. Der Ausschalter ruft seit Android 12 das Smart-Home-Menü oder – wie bei Samsung – den Assistenten auf, was in den Einstellungen umgestellt werden kann. Die Bildschirmlupe und die Extra-Dunkel-Option erweiterten die Bedienungshilfen.

Hintergrund: Technik und Umfeld von Android 12

Android 12 war die größte optische Änderung seit Android 5: Material You leitet die Systemfarben aus dem Hintergrundbild ab und färbt Schnelleinstellungen, Widgets und unterstützende Apps in derselben Palette. Dahinter steht die Farb-Engine Monet, die Hersteller in ihre Oberflächen übernehmen können, aber nicht müssen; Samsung und Xiaomi setzten sie erst mit ihren Versionen von 2022 vollständig um. Die Schnelleinstellungen wurden größer, die Widgets neu gezeichnet, und der Sperrbildschirm zeigt eine große Uhr, solange keine Benachrichtigung anliegt.

Beim Datenschutz führte Android 12 das Dashboard ein, das für die letzten 24 Stunden zeigt, welche App wann auf Standort, Kamera oder Mikrofon zugegriffen hat, und einen Indikator in der Statusleiste, sobald eine Aufnahme läuft. Apps können nur noch den ungefähren Standort erhalten, wenn der Nutzer das so wählt. Mit der Pixel-6-Reihe erschien der erste hauseigene Prozessor Tensor, und im März 2022 folgte mit 12L ein Zwischenrelease speziell für Tablets und Faltgeräte, dessen Taskleiste in Android 13 aufging.

Referenzgeräte sind Pixel 6 und Pixel 6 Pro vom Oktober 2021, die ersten mit Android 12 ab Werk und mit Googles eigenem Prozessor; die Pixel-Modelle ab Pixel 3 erhielten das Update am 19. Oktober 2021, für das Pixel 3 und 3 XL war es die letzte Hauptversion. Samsung brachte One UI 4 auf Android-12-Basis ab November 2021 auf die Galaxy-S21-Reihe und versorgte ungewöhnlich viele Mittelklasse-Modelle bis ins Frühjahr 2022.

Einordnung: Release, Vorgänger, Nachfolger

Android 12 erschien am 4. Oktober 2021 mit API-Level 31 und trug intern den Codenamen Snow Cone. Der Vorgänger Android 11 lag 13 Monate zurück (API 30). Abgelöst wurde die Version nach 10 Monaten von Android 13 (15. August 2022, API 33). Status heute: Ende des Supports. Googles monatliche Sicherheitsbulletins deckten Android 12 bis Anfang 2025 ab; seither erhalten Geräte, die auf dieser Version stehen geblieben sind, nur noch die Play-Store-Updates für Systemmodule und Google-Apps, nicht mehr für Kernel, Treiber und Baseband. In der Reihe der hier dokumentierten Versionen steht Android 12 an 9. Stelle von 14 (KitKat = 1, Android 17 = 14).

Android 12 heute

Android 12 ist der Beginn von Material You und für viele Mittelklasse-Geräte von 2020 und 2021 die letzte Hauptversion. Die Sicherheitsversorgung endet für diese Geräte 2024 bis 2025; danach bleiben nur Play-Store-Updates für Systemmodule oder ein Custom-ROM.

Häufige Fragen zu Android 12

Was ist Material You?

Das Designsystem von Android 12: Farben für Oberfläche, Schaltflächen und unterstützte Apps werden aus dem Hintergrundbild abgeleitet. Die Palette wechselt mit dem Wallpaper; Hersteller wie Samsung haben die Funktion in ihre Oberflächen übernommen.

Wo sehe ich, welche App auf Kamera oder Mikrofon zugegriffen hat?

Einstellungen → Datenschutz → Datenschutz-Dashboard zeigt eine 24-Stunden-Zeitleiste pro Berechtigung. Ein grüner Punkt in der Statusleiste zeigt laufende Zugriffe in Echtzeit.

Was ist der ungefähre Standort?

Seit Android 12 kann eine App nur den Standort auf etwa drei Kilometer genau erhalten. Für Wetter, Nachrichten oder Ladenfinder reicht das; Navigation braucht weiterhin den genauen Standort.

Was war Android 12L?

Eine Zwischenversion vom März 2022 für Tablets, Faltgeräte und Chromebooks: Taskleiste, Zwei-Spalten-Ansichten in Einstellungen und Benachrichtigungen, Split-Screen per Ziehen aus der Taskleiste.