Android 8 Oreo
Die wichtigsten Neuerungen in Android 8 Oreo
- Project Treble trennt Hersteller-Anpassungen vom Betriebssystem
- Bild-in-Bild für Videos
- Benachrichtigungskanäle und Benachrichtigungspunkte
- Autofill für Passwörter und Formulare
Android 8 Oreo im Überblick
Android 8 Oreo erschien am 21. August 2017, am Tag der Sonnenfinsternis in den USA, und brachte die wichtigste Strukturänderung der Android-Geschichte: Project Treble trennt die Herstelleranpassungen (Treiber, Hardware-Abstraktion) vom Android-Framework über eine stabile Schnittstelle. Erst dadurch konnten Hersteller neue Android-Versionen aufspielen, ohne die Treiberschicht neu zu bauen – die Voraussetzung für die schnelleren Updates ab Android 9.
Für Nutzer sichtbar: Bild-in-Bild für Videos und Navigation, Benachrichtigungskanäle (pro App lassen sich Kategorien einzeln stummschalten), Benachrichtigungspunkte auf App-Symbolen, Autofill für Passwörter und Formulare, adaptive Symbole und eine Hintergrundbegrenzung, die Apps ohne sichtbare Benachrichtigung die Hintergrundarbeit entzieht. Der Schnellstart halbierte die Bootzeit auf Pixel-Geräten, Google Play Protect wurde sichtbar in den Einstellungen verankert.
Android 8.1 folgte im Dezember 2017 mit der Neural Networks API für maschinelles Lernen auf dem Gerät, Android Go für Geräte mit wenig Speicher und der Anzeige der WLAN-Geschwindigkeit. Oreo war lange die am weitesten verbreitete Version: Noch 2020 lief mehr als ein Fünftel aller Android-Geräte darauf.
Oreo war die Version, mit der Google die Verbreitungsprobleme sichtbar anging: Neben Project Treble kam das Programm Android One zurück, bei dem Google die Updates für Geräte anderer Hersteller selbst verantwortet, und Android Go zielte auf den Massenmarkt in Schwellenländern. Beides prägt bis heute die Mittelklasse – Nokia, Motorola und Xiaomi lieferten in den Folgejahren viele Geräte mit Android One aus.
Für Nutzer älterer Oreo-Geräte lohnt sich der Blick auf die Custom-ROM-Szene: Weil Project Treble mit Android 8 begann, sind Geräte, die mit Oreo ausgeliefert wurden, die ersten, für die generische System-Images (GSI) funktionieren – ein Android 14 oder 15 lässt sich auf viele dieser Modelle flashen, ohne dass ein gerätespezifisches ROM existieren muss.
Hintergrund: Technik und Umfeld von Android 8 Oreo
Android 8 Oreo baute mit Project Treble das Fundament des Systems um: Die Hersteller-Anpassungen für Prozessor und Modem liegen seit dieser Version in einer eigenen Schicht mit stabiler Schnittstelle, sodass ein neues Android-Release nicht mehr auf angepasste Treiber warten muss. Erst Geräte, die mit Oreo ausgeliefert wurden, mussten Treble unterstützen; für ältere Modelle blieb der Aufwand beim Hersteller. Die Wirkung zeigte sich erst mit Android 9 und 10, als mehrere Hersteller ihre Updates deutlich schneller lieferten.
Für Nutzer sichtbar waren die Benachrichtigungskanäle, mit denen sich jede App nach Themen stummschalten lässt, die Punkte auf den App-Symbolen und das Bild-in-Bild-Fenster für Videos. Apps dürfen im Hintergrund nur noch eingeschränkt laufen, was den Akkuverbrauch der Messenger-Generation von 2017 spürbar senkte. Mit Android 8.1 folgten Android Go für Geräte mit einem Gigabyte Speicher und die Neural Networks API für Bildverarbeitung auf dem Gerät. Die Pixel-2-Reihe war das erste Gerät mit Oreo ab Werk und mit Googles eigenem Bildchip.
Referenzgeräte sind Pixel 2 und Pixel 2 XL vom Oktober 2017 mit Android 8.0 ab Werk; das erste Pixel sowie Nexus 5X, Nexus 6P und der Pixel C erhielten das Update am 21. August 2017, für die beiden Nexus-Telefone war Android 8.1 die letzte Hauptversion. Nexus 6 und Nexus 9 blieben bei Android 7.1.1 stehen. Samsung brachte Oreo als Samsung Experience 9 erst im Februar 2018 auf das Galaxy S8.
Einordnung: Release, Vorgänger, Nachfolger
Android 8 Oreo erschien am 21. August 2017 mit API-Level 26 und trug intern den Codenamen Oreo. Der Vorgänger Android 7 Nougat lag 12 Monate zurück (API 24). Abgelöst wurde die Version nach 11 Monaten von Android 9 Pie (6. August 2018, API 28). Status heute: Ende des Supports. Googles monatliche Sicherheitsbulletins deckten Android 8 Oreo bis Ende 2021 ab; seither erhalten Geräte, die auf dieser Version stehen geblieben sind, nur noch die Play-Store-Updates für Systemmodule und Google-Apps, nicht mehr für Kernel, Treiber und Baseband. In der Reihe der hier dokumentierten Versionen steht Android 8 Oreo an 5. Stelle von 14 (KitKat = 1, Android 17 = 14).
Android 8 Oreo heute
Oreo-Geräte gelten heute als Altgeräte: keine Sicherheitsupdates seit Jahren, wachsende App-Inkompatibilität, aber dank Project Treble ist für viele Modelle ein Custom-ROM mit aktuellem Android verfügbar. Ohne ROM taugen sie offline oder für einfache Aufgaben.
Android 8 Oreo im Archiv
Das Archiv von n-droid.de hält 7 Artikel, in deren Überschrift Android 8 Oreo oder der Codename vorkommt, erschienen zwischen 21. August 2017 und 22. Februar 2018. Der früheste ist „Android 8.0 Oreo: Die wichtigsten Informationen im Überblick“, der späteste „[Update 23.02.] Samsung Galaxy S8 und S8+ bekommen Android 8.0 Oreo-Update“. Die meisten stammen aus den Rubriken news, hardware, samsung android handys. Die Liste unten führt sie in umgekehrter zeitlicher Reihenfolge; die Berichte geben den Stand ihres Erscheinungsdatums wieder und sind nicht aktualisiert.