Android 11
Die wichtigsten Neuerungen in Android 11
- Einmalige Berechtigungen für Standort, Kamera und Mikrofon
- Gesprächs-Bereich in den Benachrichtigungen und Chat-Bubbles
- Integrierte Bildschirmaufnahme
- Berechtigungen werden bei langer Nichtnutzung automatisch zurückgesetzt
Android 11 im Überblick
Android 11 erschien am 8. September 2020 und stellte Kommunikation und Kontrolle in den Mittelpunkt. Benachrichtigungen aus Messengern erscheinen in einem eigenen Gesprächs-Bereich, wichtige Kontakte lassen sich als Bubbles über andere Apps legen, und das Medien-Steuerelement wanderte in die Schnelleinstellungen mit Umschalten zwischen Ausgabegeräten.
Bei den Berechtigungen kam die Einmal-Freigabe: Standort, Kamera und Mikrofon lassen sich für genau eine Nutzung erlauben, danach erlischt die Erlaubnis. Apps, die längere Zeit nicht geöffnet wurden, verlieren ihre Berechtigungen automatisch. Der Zugriff auf den Standort im Hintergrund muss seither getrennt und mit Begründung beantragt werden. Scoped Storage wurde für alle Apps verpflichtend: Eine App sieht nur noch ihre eigenen Dateien und die Medienordner, nicht mehr den gesamten Speicher.
Eine integrierte Bildschirmaufnahme, ein Menü für Smart-Home-Geräte hinter dem Ausschalter, Chat-Bubbles und die Unterstützung von 5G-Netzen und faltbaren Displays runden die Version ab. Für Hersteller wichtig: Android 11 verpflichtete zur Auslieferung mit nahtlosen Updates über zwei Systempartitionen bei neuen Geräten.
Android 11 war außerdem die Version, mit der Google Berechtigungen für den Zugriff auf alle Dateien (MANAGE_EXTERNAL_STORAGE) auf Dateimanager und Backup-Apps beschränkte und Play-Store-Prüfungen dafür einführte. Für 5G brachte das System eine API, mit der Apps erkennen, ob eine Verbindung ungedrosselt ist, und die Unterstützung für faltbare Displays wurde mit Scharnier-Winkel-Sensoren erweitert. Die Medienwiedergabe wanderte als Kachel in die Schnelleinstellungen, wo sie bis heute steht.
Hintergrund: Technik und Umfeld von Android 11
Android 11 verschärfte die Berechtigungen, die Android 10 eingeführt hatte: Standort, Kamera und Mikrofon lassen sich für genau eine Nutzung freigeben, und Berechtigungen von Apps, die monatelang nicht geöffnet wurden, setzt das System von selbst zurück. Der Hintergrund-Standortzugriff muss seither in einem eigenen Schritt in den Einstellungen erteilt werden, nicht mehr im App-Dialog. Für Entwickler wurde der begrenzte Speicherzugriff (Scoped Storage) verpflichtend, was viele Dateimanager und Backup-Apps zu einem Umbau zwang.
In der Benachrichtigungsleiste bekamen Unterhaltungen einen eigenen Bereich und können als schwebende Blasen über anderen Apps liegen, eine Funktion, die Facebooks Messenger jahrelang mit eigenen Mitteln nachgebaut hatte. Die Mediensteuerung zog in die Schnelleinstellungen um und erlaubt den Wechsel des Ausgabegeräts ohne App-Wechsel. Das System bringt erstmals eine eigene Bildschirmaufnahme mit, und ADB funktioniert drahtlos über das WLAN. Google rollte Android 11 gleichzeitig für Pixel und Geräte von OnePlus, Xiaomi, Oppo und Realme aus, ein Zeichen für das mit Project Treble erreichte Tempo.
Referenzgeräte sind Pixel 4a (5G) und Pixel 5 vom Herbst 2020 mit Android 11 ab Werk; die Pixel-Modelle ab Pixel 2 erhielten das Update am 8. September 2020, für das Pixel 2 und 2 XL war es die letzte Hauptversion. OnePlus, Xiaomi, Oppo und Realme stellten am selben Tag Beta-Versionen ihrer Oberflächen bereit; Samsung folgte mit One UI 3 im Dezember 2020 für die Galaxy-S20-Reihe.
Einordnung: Release, Vorgänger, Nachfolger
Android 11 erschien am 8. September 2020 mit API-Level 30 und trug intern den Codenamen Red Velvet Cake. Der Vorgänger Android 10 lag 12 Monate zurück (API 29). Abgelöst wurde die Version nach 13 Monaten von Android 12 (4. Oktober 2021, API 31). Status heute: Ende des Supports. Googles monatliche Sicherheitsbulletins deckten Android 11 bis Anfang 2024 ab; seither erhalten Geräte, die auf dieser Version stehen geblieben sind, nur noch die Play-Store-Updates für Systemmodule und Google-Apps, nicht mehr für Kernel, Treiber und Baseband. In der Reihe der hier dokumentierten Versionen steht Android 11 an 8. Stelle von 14 (KitKat = 1, Android 17 = 14).
Android 11 heute
Geräte mit Android 11 als letzter Version stammen aus den Jahren 2018 bis 2020 und erhalten in der Regel keine Sicherheitspatches mehr. Für Banking und Passwortverwaltung sind sie nicht mehr geeignet; als Zweitgerät, Navigationsgerät oder Mediaplayer weiterhin brauchbar – die Anleitung zu Geräten ohne Updates unter Sicherheit erklärt die Grenzen.