Advent, Advent, das Smartphone brennt noch immer – und zwar für weitere drei Tage. Erst dann ist Weihnachten und sind die Stunden fürs Shopping gezählt.
In den letzten Tagen wurden vermehrt Schnäppchen präsentiert, gestern konnte zumindest mit Holz-Gadgets für Android unterhalten werden. Tja, und nun sind die einen bedient, da die Geschenke schon organisiert sind – und die anderen nervlich am Ende, weil viele der Wünsche noch nicht erfüllt wurden. Was also tun?
Schnäppchen? Kurz vor Weihnachten?
Center wie hier die Berlin Mall werden ab morgen wohl kaum so ruhig sein… (Bild: Berlin Mall)
Tatsächlich weiß auch der Einzelhandel um die Panikkäufe – und handelt ambivalent. Einerseits versucht jedes Geschäft, seinen Umsatzplan zu erfüllen, was heißt, so viel zu verkaufen wie nur irgend möglich. Dazu werden bis zu fünf, sechs Tage vor Heiligabend noch Angebote am Fließband in die Prospekte geballert, dass die Kasse klingelt. Perfide: Wenige Tage, bevor finito ist, werden nur noch Pseudo-Angebote gemacht. Heißt: Artikel XY sieht günstig aus, ist aber a) veraltet und/oder b) nicht wirklich viel günstiger.
Ausnahmen bestätigen die Regel, dabei handelt es sich jedoch zumeist um langfristig angelegte Aktionen, die auch nach Weihnachten noch laufen.
Die Mär vom “Weihnachtsgeschäft”
Doch selbst wenn angenommen wird, noch einen Artikel sehr, sehr günstig geschossen zu haben, wird spätestens am 27.11. eines Besseren belehrt: Nichts freut den Einzelhandel so sehr wie ein prall gefülltes Portmonee – denn wenn die Kohle heraus quillt, fühlt sich der potentielle Kunde versucht, das Geld wieder loszuwerden. Und so endet das Weihnachtsgeschäft nicht schon am 24.12., sondern im Januar. Dann, wenn ab dem 27. Dezember wirklich alles rausgehauen wurde, was rausgehauen werden kann. Tauschaktionen á la “Hat dir nicht gefallen? Bring es zurück!” lenken von der Kulanz vieler Händler ab, die Ware gegen Vorlage eines Kassenbons umzutauschen – bevorzugt gegen neue Ware oder einen Gutschein über den vollen Kaufwert.
Gutscheine sind unkreativ? Ja! Aber…
Gutscheine müssen nicht zwingend schlecht sein (Bild: http://totallygiftcards.com/)
Gutscheine sind deshalb auch ein prima Stichwort – denn so kann quasi-zweckgebunden ein Geschenk gemacht werden. Sei es, dass ein H&M-Gutschein gut zum Beschenkten passe, da dieser eh dort einkaufen gehe. Oder für einen Elektronikhändler, da bald ein neues TV-Gerät, Smartphone, eine neue Anlage fällig wird. Gutscheinen haftet deshalb das Stigma an, unkreativ zu sein. Hätte man sich denn nicht mehr mit dem Beschenkten auseinandersetzen können? Klar, aber der Griff ins Klo ist immer möglich. Von Center-Gutscheinen wird nur abgeraten – denn diese nageln den Gutscheininhaber zu oft auf eine Center-Kette oder eine bestimmte Einkaufspassage fest. Dezent unflexibel.
Das andere Geschenk
Gutscheine selbst sollten vielleicht wenigstens individuell verpackt werden. In den letzten Jahren haben auch die N-Droid-Redakteure des Öfteren die Grenzen ihrer Kreativität erfahren müssen. Wenn jemand zu ungeschickt ist, hilft der Besuch beim örtlichen Kramladen Nanu-Nana – dort finden sich kleine Kästchen, die schmuck aussehen und sich als Präsent eignen. Dann noch Süßkram oder eine kleine Flasche Alkohol mit rein und der Beschenkte wird zufrieden sein.
Der Rat also zusammengefasst:
- Last-Minute-Schnäppchen, die allerorts angeboten werden, sind mit Vorsicht zu genießen – in den wenigstens Fällen wird gespart oder ein wirklich aktueller Artikel erhalten.
- Gutscheine können – individuell verpackt – ein ideales Geschenk sein, wenn bekannt ist, dass der oder die Beschenkte sowieso etwas Neues selbst shoppen will.
- Als Empfänger eines Gutscheins sollte das Geld nicht gleich am 27.12. ausgegeben werden. Meist kommen die Kracherangebote im Januar.
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