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9. Adventskalendertürchen: Familienpanik unterm Weihnachtsbaum – ein Ratgeber

Advent, Advent, das Smartphone brennt. Nur noch 15 Tage, dann ist auch schon Weihnachten, das Fest der Liebe. Leider sind Familienstreitigkeiten vorprogrammiert. Was tun?

Wenn Omma und Oppa anrücken, die Eltern zum Festmahl einladen, die Kleinsten schreiend um den Weihnachtsbaum rennen, sich in der Lichterkette verheddern und die Katze auch noch die Gardinen runterruscht, weil sie die Lichterkette draußen so hübsch findet, dann ist der Nervenzusammenbruch nahe. Was tun?

1.) Ruhe finden – notfalls lautstarke Ruhe

Wenn Vaddern dann beginnt rumzukrakelen, befeuert dies das Chaos nur noch. Wichtigste Regel ist deshalb, die Meute zu beruhigen. Bevorzugt mit Musik. Doch Obacht! Whams musikalisches Fanal Last Christmas steigert Wut exponentiell mit jeder verstrichenen Sekunde. Um die buckelige Verwandtschaft zur Räson zu bringen, kann alternativ-besinnliche Weihnachtsmukke gespielt werden. Etwa die Roten Rosen, deren Weihnachtsalbum unter anderem bei Amazon erhältlich ist. Und wenn die Musik selbst nicht ausreicht, kann vielleicht noch folgendes Video gezeigt werden, um zu unterstreichen, was schlimmstenfalls dem Störenfried droht:

2.) Das Weihnachtsessen retten

Neben der allgemeinen Unruhe ist das Weihnachtsessen der nächste kritische Punkt im Protokoll – hier entscheidet sich, ob in der Küche ein kulinarisches Meisterwerk zusammengestellt wurde oder doch nur die Kohle im Ofen verkokelt. Weihnachten ist das umsatzstärkste Geschäft der Gänseindustrie in Deutschland, weshalb es recht wahrscheinlich ist, dass ein solches Geflügel in der Mitte der Platte vorzufinden ist. Wenn das Messer wie Butter durchgeht – prima! Wenn die Haut so zäh wie Schuhsohle ist, kann schnell in den Hobbykeller gegangen, Säge, Nadel und Faden geholt werden. Denn aus solch einem gummiartigen Wesen lassen sich zur Erheiterung der Runde vorzügliche Mokassins fertigen. Die halten zumindest den Winter über und duften sogar köstlichst. Damit der Magen nicht leer bleibt, kann einfach der Pizza-Service kontaktiert und etwas mit „Weihnachten“ im Namen bestellt werden. Wird schon passen und satt machen.

Für die (nerdige) Weihnachtsküche empfiehlt sich Das Star Wars-Kochbuch: Wookie Cookies und andere galaktische Rezepte, das für 16,95 € bestellt werden kann, u.a. auf Amazon (hier) oder bei Thalia (hier).

3.) Geschenke – natürlich die falschen

Sodann die Bescherung unterm Weihnachtsbaum. Sohnemann hat sich Lego gewünscht, kriegt aber nur Playmobil. Die Tochter statt des Ponys einen Ratgeber „Richtig gegendert mit Barbie und ihren Freund*innen“, und Muttern nur einen Bräter, um in einem Jahr den nächsten Vogel feierlich der Feuerbestattung im Ofen zu überantworten. Und Opa dürfte mit der Neuinterpretation des Radetzky-Marsches durch die Musikkapelle Scooter mit Kapellmeister H.P. Baxxter zufrieden sein – wenngleich ein noch nicht seniler Mensch froh sein dürfte, sein Hörgerät abschalten zu können. Falsche Geschenke sind immer ein Ärgernis, für den Beschenkten, für den Schenkenden, der sich davon erhoffte, genau den Nerv getroffen zu haben. Ein Tipp ist, sich nicht zu beschweren, sondern die Geschenke hinzunehmen. Ein Geschenk spiegelt nicht nur das eigene Selbstbildnis wider, sondern auch das, was die Liebsten von der Person halten. Es kann also nicht nur Freude, sondern auch Lehre sein.

Soll der Kram dennoch nicht zuhause bleiben, kann er nach einer gewissen Karenzzeit via Shpock und Co. verkauft werden.

4.) Hipster-Weihnachtsgrüße

Wurde vergessen, die Verwandtschaft mit Postkarten zu grüßen? Egal! Es kann eine eCard geschickt werden – und ein flotter Spruch. Statt „Fröhliche und besinnliche Weihnacht“ oder „Zum Feste das Beste, denn wer will, der kriegt“, vielleicht einfach mal „Santa says: Ho ho – YOLO!“ Dies kann noch hübsch animiert und dann der kompletten Mailliste geschickt werden. So geht flotte Weihnacht.

5.) Schnee zaubern!

Weihnachten in Deutschland ist statistisch gesehen in den wenigsten Gegenden weiß. Klar, die Bayern und Harzer freuen sich über Schnee, der Rest der Republik gleicht einer kahlen Sumpflandschaft Nieselregen. Um den Kindern trotzdem „Schnee“ zu bescheren, kann Kartoffelmehl gekauft werden. Das wird in Hollywood-Streifen gerne verwendet, um schon im Sommer die nächsten Winterhits abzudrehen. Doof nur, dass davon eine ganze Wagenladung benötigt wird – zwei oder drei Tüten ergeben nicht einmal einen kleinen Schneemann. Immerhin kann sich der Aufwand lohnen: Regnet es und die Kids rühren das Gematsche zu einem cremigen Kartoffelbrei, müssen nur die Gänsemokassins angezogen, ein wenig vor der Tür herumgestapft und sodann ein Festmahl eingenommen werden. Vom Fuß in den Mund – oder so ähnlich.

Welche Tipps und Kniffe gibt es, um das Fest zu retten?

Bereits geöffnete Adventstürchen:

1. Türchen: Hitalbum gratis, günstiges Tablet und gefräßige Tiere
2. Türchen: Tablet-Kinderfreuden, bescheidene Bundles und das schlimmste Musik-Cover
3. Türchen: Edle Smartphones, getrackter Santra und verrückte Hühner
4. Türchen: Günstiges Sonys Xperia Z1 Compact, Xbox One und feiernde Hasenbraten
5. Türchen: Katzen in Weihnachtsstimmung, Cat-Schnäppchen und ein TV-Theme-Medley
6. Türchen: Windows 93! Zelda, Mario! Und der härteste Soldat der Welt!
7. Türchen: Special – Seniorenhandys mit Android
8. Türchen: WTF?! Star Wars und Weihnachten?