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Veröffentlicht am Allgemein · Android Custom Roms · Features 3 Min. Lesezeit

Special: Custom-ROMs #5. CarbonROM

Im Rahmen der Custom-Rom-Special-Reihe werden die beliebtesten Android-Alternativen vorgestellt. Mit CarbonROM wird dieses Mal eine eher kleine Distribution betrachtet.

CarbonROM gibt es ungefähr seit zwei Jahren und wird ständig vorangetrieben. Derzeit wird schon fleißig an der Portierung von Android 5.0 gearbeitet.

Ziele

Auf der Homepage der Entwickler von CarbonROM (CR) lässt sich nachlesen, dass die Ziele darin liegen, eine schnelle und stabile ROM zu entwickeln, die dabei jedoch möglichst auch die neuesten Features beinhaltet. Weiterhin sei die direkte Kommunikation mit den Usern besonders wichtig.

Geschichte

Man findet im Netz nicht viel zur Vergangenheit von CR. Ende 2012 ging es wohl mit einer Version los, die auf Android JellyBean aufsetzt. Auch die Entwickler-Hierarchie scheint recht flach gehalten zu sein. Als Head Developer wird Tylar Overturf mit dem Nickname winner00 genannt, aber lediglich als einer von über 20 Mitwirkenden aufgeführt.

Die Struktur der Distribution setzt stark auf die von Cyanogenmod auf. So wurden der dev tree und einige framework mods von CM übernommen. Weitere Funktionen stammen aus anderen ROMs wie SlimROM oder AOKP. Im Gegensatz zu anderen Distributionen findet man keine als stable, also sicher, markierten Builds, sondern ganz regelmäßig zweimal die Woche wird eine Nightly zum Download bereitgestellt. Möchte man sich über die Veränderungen informieren, wird einiges an Fachwissen vorausgesetzt, da lediglich Auszüge aus der Code Review Software Gerrit als Changelog aufgeführt werden, in die man sich HIER einlesen kann (ironischerweise beschrieben als “leicht zu lesen”).

Es werden mittlerweile unter KitKat um die 40 Geräte (inklusive verschiedener Geräte-Versionen) unterstützt. Da der Source Code von Android Lollipop nun veröffentlicht wurde, haben die CR-Entwickler bestätigt, dass es für KitKat keine neuen Funktionen mehr geben soll, wohl aber Fehler weiter behoben werden. Das entspricht den Zielen der ROM, immer möglichst aktuell zu sein.

Besonderheiten

Drückt man lange die Home Taste, so lässt sich ein Quick Launch-Ring öffnen, in dem sich bis zu vier Apps als Schnellstart-Apps festlegen lassen.

Ähnlich wie die großen Distros, bietet auch CR deutlich mehr Einstellungsmöglichkeiten als AOSP. Besonderheiten, durch die sich die ROM von der Konkurrenz absetzt, sind unter anderem:

  • Mit dem Active Display werden Benachrichtigungen nur angezeigt, wenn der Näherungssensor mitteilt, dass der Bildschirm sichtbar ist, also nicht in der Hosentasche steckt. Inspiriert ist die Idee durch eine Funktion vom Moto X.
  • Die Farbe der Navigationsleiste ist über ein Menü benutzerdefinierbar und lässt sich so besser in einen Launcher einpassen.
  • Auch das Power Menü kann mit verschiedenen Schnellzugriffen erweitert werden. Nutzt man den erweiterten Desktop, so lassen sich Navigationsleiste und Statusbar verstecken sowie der Pie Mode aktivieren.
  • Als besonderes Feature passt man die Bildschirmhelligkeit über einen Swipe der Statusleiste an.

Das Aussehen der Distribution bietet keine sonderlichen Überraschungen, sondern lehnt sich stark an dem von CyanogenMod an, das ja wiederum nahe an der offiziellen Android-Version anzusiedeln ist.

Statistik

- Nutzerzahlen: unbekannt
- Aktivität: Nightlies werden zwei mal pro Woche veröffentlicht; stable builds gibt es nicht.
- Verbreitung: CarbonROM KK unterstützt offiziell ca. 40 Modelle, davon allerdings auch Geräte-Variationen.
- Download: auf der Website

Fazit

CarbonROM ist eine kleine Distribution, für die man keine lange Unterstützung für ältere Versionen erwarten kann. Dafür verpasst man aber auch keine aktuellen Trends und die Entwickler sind sich nicht zu schade, gute Ideen anderer mit aufzunehmen. An der Umsetzung von Android 5.0 muss sich CR nun beweisen, ob die Entwickler wirklich so “bleeding edge” arbeiten und schnell das aktuellste System anbieten können.

Im Vergleich zu großen Distros wie CM hat der kleine Konkurrent natürlich den Vorteil, schneller umstellen zu können, dafür dürften Bugfixes bei renommierten Systemen häufiger zu finden sein.

Wurde CarbonROM schon einmal getestet? Welche Erfahrungen stimmen nicht mit der Vorstellung überein? Hinweise und Korrekturen sind in den Kommentaren willkommen.

Quellen:
Changelog
CarbonROM
Zukünftige Entwicklung

Bildinhaber: CarbonROM

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