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Veröffentlicht am Android Custom Roms · Features 5 Min. Lesezeit

Special: Custom-ROMs #2. CyanogenMod

Im Rahmen der Custom-Rom-Special-Reihe werden in den nächsten Wochen die beliebtesten Android-Alternativen vorgestellt. Unter den Custom-ROMs ist CyanogenMod die bekannteste Firmware, aber auch die erste, die einen kommerziellen Weg geht.

cm_logo

Seit 2009 hat Steve Kondik unter dem Pseudonym Cyanogen diese ROM als OpenSource Projekt entwickelt und wurde durch eine immer größer werdende Gruppe von Entwicklern unterstützt.

Ziele

CyanogenMod setzt sich zum Ziel, die Leistung des Betriebssystems Android zu verbessern und mit neuen Features sowie Erweiterungen auszustatten. Das OpenSource-Projekt legt dabei Wert auf eine entwicklerfreundliche Umgebung und auf starke Community. Sicherheit und Nutzerhoheit spielen eine wichtige Rolle bei der Auswahl neuer Features. Wobei hingegen die grafische Umsetzung nebensächlich ist.

Geschichte

Über das Entwickler-Forum xda-developers hat Cyanogen seine ROM bereitgestellt und es sich eine große Fangemeinde aufgebaut, aus der ebenfalls Mitwirkende und Entwickler hervorgegangen sind. CM basiert direkt auf Googles AOSP, also dem Android-Quellcode von Google, und wurde seit 2009 mindestens 12 Millionen Mal auf unzähligen unterschiedlichen Geräten installiert. Offiziell werden zurzeit gut 80 Smartphones und Tablets unterstützt. In der Vergangenheit waren es sogar rund 220 unterschiedliche Modelle. Inoffiziell wird die Zahl deutlich höher ausfallen, da nicht alle Handys in die offizielle Liste aufgenommen werden, weil sie den Leistungsanforderungen nicht mehr entsprechen oder nicht weit genug verbreitet sind.

Der Source-Code von CM wiederum ist die Basis für einige andere ROM-Entwicklungen wie Replicant, MoKee oder Chameleon OS. Außerdem werden viele der CM-Funktionen von anderen Entwicklern in ihre ROMs übernommen.

Die Versionsnummern von CM unterscheiden sich von AOSP. So beginnt die Versionierung mit CM6 (Android 2.2). Android 4.1-4.3 entspricht CM10 und die aktuelle Version Android 4.4 KitKat läuft unter der Nummer CM11.

Seit 2013 ist CM mit Cyanogen Inc. ein kommerzielles Unternehmen, wodurch die Entwicklung beschleunigt und die Zahl der unterstützten Modelle vergrößert werden soll. Die Umstrukturierung hat einige Probleme mit sich gebracht, da sich freie Entwickler unfair behandelt fühlten. So wurde die Kamera-App Focal, die die neue Standard-Kamera werden sollte, kurzfristig aus dem Projekt entfernt, da der verantwortliche Entwickler nicht einverstanden war mit dem neuen Weg, den CM eingeschlagen hat.

Schon kurz nach der Gründung des Unternehmens wurde das erste Smartphone mit vorinstalliertem CM vorgestellt. Im Dezember 2013 kam das Oppo N1 auf den Markt. Nur sechs Monate später wurde mit OnePlus One ein zweites, CM-basiertes Smartphone veröffentlicht.

oppo_n1_by_cyanogenmod

Oppo N1

oneplusone_by_cyanogenmod

OnePlus One

Besonderheiten

CM_Privacy_Guard_screenshotCM bietet im Vergleich zu AOSP einen deutlich vergrößerten Funktionsumfang und verbesserte Einstellungsmöglichkeiten. Die Verbreitung der Updates erfolgt über zwei Kanäle:

  • Die neuesten Funktionen, Updates und Fehlerkorrekturen kann man über den Developement Channel mit Nightly Builds testen. Diese können aber auch neue Fehler und Funktionsstörungen haben.
  • Möchte man ein funktionierendes, sicheres System haben, so sollte man sich über den Release Channel die sogenanten M-Releases installieren, die einmal monatlich als sogenannte Snapshots veröffentlicht und auf Herz und Nieren überprüft werden.

Der Datenschutz und die Sicherheit wurden durch den Privacy Guard verstärkt, mit dem der Nutzer App-Berechtigungen kontrollieren und einschränken kann. Eine Blacklist ermöglicht es, ausgewählte Telefonnummern systemweit zu blockieren. Seit CM11 wurde in Kooperation mit TextSecure die Funktion WhisperPush integriert, die es ermöglicht, SMS automatisch zu verschlüsseln, falls der Empfänger ebenfalls über diese Funktion verfügt. Dabei spielt es keine Rolle, welche SMS-App genutzt wird.

Seit dem aktuellen Monthly Release M9 bietet CM mit Protected Apps die Möglichkeit, ausgewählte Apps nicht nur zu verstecken, sondern zusätzlich noch mit einer Gesten-Sperre vor unbefugtem Zugriff zu versehen. So lassen sich zum Beispiel Banking-Apps besser schützen.

Ein OpenVPN Client besitzt die Option, eine geschützte Verbindung zu einem OpenVPN Server aufzubauen, während AOSP lediglich PPTP und L2TP/IPsec unterstützen (mehr…).

Der CM Account ermöglicht es, genau wie der Android Device Manager, das Smartphone auch im Falle von Diebstahl oder Verlust fernzusteuern. Dieses Konto ist jedoch optional und muss nicht eingerichtet werden.

Schon früh hat CM das Tethering ermöglicht. Es werden Bluetooth-, USB- und Wifi-Tethering unterstützt. Dies ermöglicht es, die Internetverbindung des Smartphones mit einem anderen Gerät nutzen zu können.

CM_Oberfläche_screenshot

Samsung Galaxy S4 mit CM11

Die Standard-Oberfläche von CM unterscheidet sich kaum von AOSP.  Jedoch bietet CM viele Wege, diese auf die Bedürfnisse anzupassen. Mit der eigenen Theme-Engine lässt sich die gesamte Oberfläche über importierbare Themes anpassen. Die Statusleiste lässt sich mit weiteren Funktionen erweitern, wie der Schnellzugriffsleiste mit zusätzlichen Schaltern, genauso wie auch der Sperrbildschirm. Dieser lässt sich mit App-Shortcuts und Widgets bestücken. Auch Bildschirm- und Lichteinstellungen lassen sich ganz nach Belieben individualisieren. So kann man zum Beispiel kontrollieren, bei welchen Apps das Benachrichtigungslicht aktiviert ist oder nicht.

CM bietet zudem auch noch einige eigene Apps:

  • Der CM Datei Manager, im Holo Design ist ein einfacher Datei Explorer mit optionalen Root-Rechten.
  • Als Laucher wird seit CM9 der hauseigene Trebuchet verwendet, der ebenfalls über die Theme-Engine optisch verändert werden kann.
  • Mit dem CM Updater kann man sich über System-Updates informieren lassen und diese sowohl herunterladen als auch installieren.
  • Mit dem DSP Manager lässt sich der Sound über einen Equalizer für Ausgabegeräte optimieren.

Natürlich lässt sich die Performance des Gerätes mit CM auch weiter optimieren, egal ob es Overclocking, Undervolting oder Governor Management ist.

Statistik

- Nutzerzahlen: mind. 12 Mio. Mal installiert
- Aktivität: Nightlys werden fast täglich veröffentlicht, Stable Releases einmal pro Monat.
- Verbreitung: CM 11 unterstützt offiziell ca. 80 Modelle, inoffiziell deutlich mehr.
- Download: offiziell / inoffiziell  / xda-developers.com

Fazit

CyangenMod ist die ROM mit der größten Verbreitung, einem riesigen Funktionsumfang und einem besonderem Einfluss auf andere Android-Versionen. Sie zählt nicht mehr zu den leichtesten, ressourcenschonendsten ROMs und ist daher für alte Geräte manchmal doch etwas umfangreich. Da sich Googles AOSP grafisch sehr positiv entwickelt hat, muss sich auch CM optisch nicht verstecken und bietet viele Freiheiten beim Modden. Die Umstrukturierung auf ein kommerzielles Konzept macht es schwer vorauszusehen, wie sich diese Custom-Rom entwickeln wird. Es stellt sich sicher die Frage, wie CM in Zukunft Erlöse für die Investoren erzielen wird. Legt man Wert auf den OpenSource-Gedanken, so entfernt sich CM von diesem immer mehr.

Bisher ist sie auf jeden Fall eine der besten und einflussreichsten ROMs da draußen und die erste Anlaufstelle für Neugierige.

Die Frage nach der Einschätzung von CyanogenMod, dem Erreichen ihres Zenits oder einer weiteren Aufwärtsentwicklung kann diskutiert werden. Sollten noch wichtige Infos fehlen, können diese in den Kommentaren ergänzt werden.

Quellen:
Wikipedia
CyanogenMod 1 / 2
addictivetips.com
Bildinhaber: CyanogenMod
 

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