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Warum das LG Nexus 4 außerhalb von Google Play 600 Euro kosten könnte

Am: 04. November 2012 um: 16:45 von: Benedikt Niederschmid

LG plant, das Nexus 4 auch außerhalb des Google Play Stores zu verkaufen – u.U. zu einem Wucherpreis.

Wir erinnern uns: Die Möglichkeit, im Google Play Store Hardware zu kaufen, besteht hierzulande noch nicht lange. Eingeführt wurde sie mit dem Nexus 7 und dem Start von Google Books und Google Movies. Ab dem 13. November wird es mit dem LG Nexus 4 auch das erste Nexus-Smartphone auf Googles Plattform zu kaufen geben, zu den bekannten günstigen Konditionen. Doch was, wenn man in einem Land wohnt, wo Google diese Möglichkeit noch nicht einräumt? Österreich zum Beispiel, Dänemark oder die Schweiz?

Offenbar plant LG, das Nexus 4 auch außerhalb von Google Play anzubieten, jedoch zu einem doppelt so hohen Preis. Wie Phone House Spanien auf Facebook mitteilte, wolle man das Telefon nicht mehr ins Sortiment nehmen, weil LG einen Preis von 599 Euro verlangen will. Im Play Store soll die 8 GB-Variante des Gerät bekanntlich nur 299 Euro kosten. Enttäuschte Nutzer, u.a. aus Italien lassen ihrem Frust auf LGs offizieller Facebook-Präsenz freien Lauf. Reagiert hat LG bislang nicht auf die Proteste, wie thenextweb berichtet.

Fest steht, dass sich LG mit so einer Aktion keine Freunde macht. Ohnehin hat es sich der Hersteller mit seiner Update-Politik mit vielen Kunden verscherzt. Der hohe Preis dürfte aber mit dem Marktstart des Optimus G zusammen hängen, das als technische Vorlage für das Nexus 4 diente. Die Preisempfehlung für LGs Vorzeigegerät beträgt ebenfalls 599 Euro.

Die LG-Manager werden sich die Frage gestellt haben, wie gut sich das Optimus G überhaupt verkaufen kann, wenn gleichzeitig das Nexus 4 für sehr viel weniger Geld zu haben und bei letzterem Google für die Updates verantwortlich ist. Die Antwort auf die Frage in der Überschrift lautet: Das Nexus 4 soll außerhalb des Google Play Stores 599 Euro kosten, weil LG Angst hat, sonst auf dem Optimus G sitzenzubleiben. Nicht ganz unbegründet, ob sich LG damit einen Gefallen tut, steht auf einem anderen Blatt.

LG sitzt in einer unangenehmen Zwickmühle: Mit dem Optimus G hat man ein feines Gerät entwickelt, das das Zeug dazu hätte, den Ruf des Unternehmens wieder etwas aufzupolieren und von Google sogar in den Nexus-Stand berufen wurde. Die Zeit war reif für ein Nexus von LG, wie auch John Lagerling, Director für Business Development für Android, im Gespräch mit der New York Times befand: “LG had a good phase match with the hardware they were working on.” Lob, das LG gut gebrauchen kann.

Google will seine Hardware aber unbedingt zu günstigen Preisen verkaufen, LG kann mit seiner Entwicklung also nicht soviel verdienen wie erhofft, zumal für die Zwischenhändler ja auch noch etwas abfallen muss. Die Entscheidung für den höheren Preis ist betriebswirtschaftlich logisch, mit Blick auf ihre schlechte Außenwirkung aber eventuell zu kurz gedacht. Mal sehen, ob sich der Preis am Ende tatsächlich als wahr herausstellt.

Zwar ist LG vorerst zurück im Android-Spiel, wenn es jedoch nicht gelingt, die Community schneller mit Updates zu bedienen, ist schon nächstes Jahr aber ohnehin alles wieder beim Alten. Dann könnte z.B. HTC dank seiner Fortschritte im Display-Bereich die Nase im Rennen um das nächste Nexus wieder vorn haben. (via)

LG Nexus 4 (Bild: Google)

Kommentare & Social

  1. Martin am 4. November 2012 um 21:40
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    In Österreich wird das Nexus 4 16GB mit einer UVP von 549€ verkauft (57% Aufschlag). Der wirkliche Verkaufspreis liegt bei den Händlern. Meiner Meinung nach wird hier eine völlig falsche Schlussfolgerung gezogen.
    Die Händler müssen auch etwas verdienen. Das Handy kostet war. auch für die Händler zwischen 300 und 350€ (inklusive der MwSt.). Google hat aber nicht vor durch den Verkauf von dem Handy Geld zu verdienen sondern durch Werbung und Content. Daher wird das Handy bei Google um nur 349€ verkauft!

  2. Niki am 5. November 2012 um 12:02
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    “Anders als HTC und Samsung, die für die bisherigen Nexus-Geräte verantwortlich zeichneten, hat LG bald mit dem Optimus G und dem Nexus 4 zwei gleich ausgestattete Premiumgeräte im Sortiment.”

    Das stimmt so aber nicht! Als das ‘erste’ Nexus, damals von HTC, rauskam, gab es gleichzeitig aus das HTC Desire. Beide waren von Design und Hardware sehr ähnlich, mit Vorteilen jeweils auf beiden Seiten. Definitiv Schwestermodelle! Nur war hier der kleine aber feine Unterschied, das Spieß umgedreht war. Das Desire gab es zu einem deutlich günstigeren Preis wie das Nexus.
    Selbst bei dem UR-Android-Smartphone, dem eigentlichen ersten Nexus (auch wenn es nie so genannt wurde) Dem HTC Dream bzw. T-Mobile G1 gennant gab es zur Hochphase der Verkäufe mit dem HTC Magic einen direkten Konkurenten unter dem Namen HTC.

    Bei Samsung war es, meiner Meinung nach seinerzeit mit dem Galaxy S1 und dem Nexus S ziemlich ähnlich. Wie bei Desire und Nexus

    • Benedikt Niederschmid am 5. November 2012 um 12:19
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      Guter Einwand, hab den entsprechenden Passus mal rausgenommen, LGs Zwickmühle bleibt in meinen Augen aber bestehen – zumal es damals auch noch nicht so darauf ankam, weil Android noch nicht die gleiche Verbreitung hatte wie heute. Außerdem kamen, wenn ich micht recht erinnere, das Galaxy S und das Nexus S nicht gleichzeitig auf den Markt, sondern im Abstand einiger Monate.

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