Handy ins Wasser gefallen – was tun in den ersten fünf Minuten
Handy ins Wasser gefallen, was tun? Es zählt die Reihenfolge, nicht die Hausmittel.
- Sofort aus dem Wasser holen. Jede Sekunde mehr bedeutet mehr Wasser in Buchsen, Lautsprecher und Gehäusefugen.
- Ausschalten, nicht entsperren. Ein laufendes Gerät setzt Strom unter Wasser, und genau das erzeugt Kurzschlüsse und Korrosion. Lässt sich das Gerät nicht ausschalten, nicht wiederholt auf Tasten drücken.
- Nicht laden. Ein nasses Handy an das Ladegerät zu hängen ist der häufigste Grund, warum ein an sich zu rettendes Gerät endgültig stirbt.
- SIM-Karte und Speicherkarte entnehmen, bei älteren Geräten auch den Akku. Hülle und Schutzfolie abnehmen.
- Außen abtupfen, nicht reiben, nicht schütteln: Schütteln treibt Wasser tiefer ins Gehäuse.
- Bei Salz- oder Chlorwasser das Gerät kurz mit destilliertem Wasser abspülen. Salzkristalle zerstören Kontakte schneller als das Wasser selbst.
- Trocknen lassen, mindestens 48 Stunden, besser 72 – siehe unten.
Soforthilfe: was tun ohne Reis, Föhn und Heizung – und warum
Soforthilfe, was tun mit den Hausmitteln? Möglichst nichts. Der Reis-Trick ist ein Mythos: Reis nimmt Feuchtigkeit aus der Luft nur unwesentlich schneller auf als Raumluft, und Reisstaub setzt sich in Buchsen fest. Ein Föhn oder die Heizung treiben Wasser tiefer ins Gerät und verformen Kleber und Dichtungen; Hitze über 45 Grad schadet dem Akku dauerhaft. Auch Backofen, Mikrowelle und Staubsauger richten mehr Schaden an, als sie nützen. Was hilft: Zimmertemperatur, Luftzirkulation und Zeit. Wer Silica-Gel-Beutel (aus Schuhkartons oder Verpackungen) hat, legt das Gerät damit in eine geschlossene Dose – die einzige Hausmethode, die die Trocknung messbar beschleunigt.
Nasses Handy retten: Wann es sich lohnt und wann nicht
Ist das Handy ins Wasser gefallen, was tun, wenn es nach dem Trocknen nicht startet? Ob sich ein nasses Handy retten lässt, hängt von drei Faktoren ab: wie lange es im Wasser lag, ob es dabei eingeschaltet war, und ob es Süß- oder Salzwasser war. Ein Gerät, das kurz in Süßwasser fiel und sofort ausgeschaltet wurde, überlebt in der Mehrzahl der Fälle. Ein Gerät, das eingeschaltet im Meer lag oder danach geladen wurde, hat schlechte Chancen – hier hilft nur noch eine professionelle Reinigung der Platine im Ultraschallbad, die viele Reparaturdienste für 40 bis 90 Euro anbieten. Der Flüssigkeitsindikator (ein kleiner Aufkleber im SIM-Schacht, der sich rot färbt) ist für die Herstellergarantie entscheidend: Wasserschäden sind bei praktisch allen Herstellern ausgeschlossen; eine Handyversicherung oder die Hausratversicherung mit Elektronikschutz zahlt dagegen häufig.
Bei Geräten mit IP67 oder IP68 gilt: Die Zertifizierung bezieht sich auf klares Süßwasser im Neuzustand. Dichtungen altern, und Chlor, Salz oder Seife sind nicht abgedeckt. Auch ein zertifiziertes Gerät sollte nach einem Wasserkontakt trocknen, bevor es geladen wird – Android zeigt bei feuchter USB-Buchse eine eigene Warnung an und blockiert das Laden.
Der Ratgeber von 2013 im Original
Es ist ärgerlich, wenn das Smartphone ins Wasser fällt. Unter Umständen kann man es aber retten. Ein Ratgeber.
Dass einem das Smartphone entgleitet, kommt vor. Im besten Fall fällt es auf Teppichboden oder ein Kissen ohne Schaden zu nehmen. Wenn man Pech hat, landet es im Meer, See, einer Pfütze oder der Toilette. Wasser und sensible Elektroteile verstehen sich bekanntlich nicht so gut. Kommt eins zum anderen hält man also schon beim Aufheben ein toll designtes Stück Elektroschrott in den Händen. Und die Garantie kann man ebenfalls nicht geltend machen.
Doch das muss nicht sein. Mit ein wenig Geduld lässt sich das Gerät unter Umständen retten. Aus aktuellem Anlass wurde recherchiert, wie sich das Handy am Besten von einem Sturz ins Wasser erholt. Doch Vorsicht: Alle Schritte erfolgen auf eigene Gefahr. So unangenehm es klingt: Der beste Schutz ist, das Smartphone nicht nass werden zu lassen.
1. Schnell sein
Auf jeden Fall muss das Handy schnell aus dem Wasser geholt werden. Es ist nämlich nicht sicher, dass das Wasser sofort überall hat eindringen können, auch bei Geräten, die nicht zertifiziert sind, hat man unter Umständen Glück. Je schneller man ist, desto weniger Wasser gelangt ins Gerät.
Ist das Gerät nicht ohnehin durch den Kurzschluss schon ausgegangen, sollte es sofort ausgeschaltet werden. Wasser und Elektrizität ist nie eine gute Kombination.
3. SIM-Karte und Akku entfernen
Falls möglich, ist es ratsam, sofort den Akku zu entfernen und ihn sowie das Innere des Smartphones trockenzutupfen. Reiben sollte man nicht. Ist das Gerät ins Meer gefallen, sollte man dabei besonders sorgfältig vorgehen, bevor sich Salzkristalle ablagern können.
Auch die SIM-Karte sollte nicht im Innern des Smartphones verbleiben. SIM-Karten nehmen durch Wasserkontakt nicht so schnell Schaden, wohl aber durch Wärme. Das dient nicht nur als Vorsichtsmaßnahme: Es geht auch darum, soviele Schlitze und Öffnungen freizumachen wie möglich, damit die Feuchtigkeit besser entweichen kann. Wer sich auskennt, greift zum Schraubenzieher und nimmt sein Smartphone auseinander.
Verbleibt das Wasser zu lange im Smartphone, läuft man Gefahr, dass die Kombination aus Wasser, Sauerstoff und Metall einen Korrosionsprozess in Gang setzt. Dennoch sollte man die Nerven behalten: Grundsätzlich sollte das Smartphone nicht mit Geräten getrocknet werden, die viel Wärme produzieren. Bauteile könnten sonst kaputt gehen.
Es wurden verschiedene Möglichkeiten gefunden, die im Folgenden aufgelistet werden.
So geht’s:
- Mit Geduld trocknen lassen
Die beste Möglichkeit ist sicherlich, das Gerät bei Zimmertemperatur einfach mehrere Tage trocknen zu lassen. Wie lange hängt auch davon ab, wie nass es geworden ist. Wer es zu früh einschaltet, riskiert, dass das Gerät auf den letzten Metern doch noch den Geist aufgibt. - Reis
Angeblich lässt sich der Trocknungsprozess beschleunigen, wenn man das Gerät in einem geschlossenen Behälter mit Reis bedeckt. Der Reis nimmt die Feuchtigkeit aus dem Gerät aktiv auf. - Entfeuchtungssäcklein
Eine luftdicht verschlossene Tüte und ein paar Entfeuchtungssäcklein können den gleichen Effekt wie der Reis haben. - Vakuumkammer
Diese Möglichkeit läuft eigentlich außer Wertung, weil vermutlich die wenigsten Zugriff auf eine Vakuumkammer haben. Der verminderte Druck führt jedoch dazu, dass die Siedetemperatur des Wassers massiv heruntergesetzt wird. Das Wasser im Innern des Geräts würde in einer solchen Umgebing also schneller verdampfen.
Fraglich:
- Staubsauger
Bei dieser Möglichkeit wird Skepsis geäußert. Wikihow nennt den Staubsauger als taugliche Möglichkeit, die Feuchtigkeit aus dem Gerät zu saugen. Er soll bis zu 20 Minuten auf jede erreichbare und betroffene Stelle gehalten werden, allerdings nicht zu nah am Gerät, weil sonst die Gefahr besteht, dass statische Elektrizität entsteht, die ebenfalls schädlich für die Hardware ist.
So nicht:
- Fön
Zu einem Fön sollte man nach Möglichkeit nicht greifen, auch nicht mit kältester Stufe. Der Grund: Unter Umständen bläst er die Feuchtigkeit noch weiter ins Innere des Geräts. - Heizung
Wegen der Wärmeentwicklung sollte das nasse Smartphone nicht auf einer Heizung abgelegt werden. - Sonne
Auch hier gilt: Die pralle Sonne ist zu heiß und schadet dem Gerät. - Mikrowelle
Niemals, es sei denn, man will das gebratene, geschmolzene und vollends kaputte Gerät später als Kunst verkaufen. Hände weg also.
Viel Erfolg!
Nach dem Trocknen: Funktionen prüfen und Daten retten
Nach 48 bis 72 Stunden das Gerät einschalten und nacheinander prüfen: Display und Touch, Lautsprecher, Mikrofon (Sprachnotiz aufnehmen), Kameras, Ladebuchse, WLAN und Mobilfunk. Funktioniert das Gerät, sofort ein vollständiges Backup anlegen – Korrosion arbeitet weiter und kann Wochen später zu Ausfällen führen. Anleitungen zum Backup ohne Root und zur Datenübertragung auf ein neues Gerät stehen unter Anleitungen. Soforthilfe, was tun bei Tablets und Smartwatches? Dasselbe: Die Schritte oben gelten genauso für Tablets und Smartwatches, die ins Wasser gefallen sind.

