Die chinesische Regierung ist beunruhigt über Googles Dominanz im Smartphone-Sektor.
Viele scheinen derzeit beunruhigt zu sein: Google fürchtet sich vor Samsungs Erfolg im Android-Geschäft, die US-Regierung unterstellt ZTE und Huawei Spionageabsichten – und das chinesische Technologieministerium ist besorgt über Androids Dominanz auf dem nationelen Mobile-Markt, wie reuters in einem aktuellen Artikel berichtet.
Tatsächlich ist Android in keinem anderen Land so weit verbreitet wie in China. Android alleine besetzt 86 Prozent Marktanteil. Gemeinsam mit iOS kommt Android auf einen Anteil von 98 Prozent. In einem Weißbuch stellt das Ministerium fest, dass man zu abhängig von Android geworden sei, Google habe zudem versucht, Einfluss auf den Geschäftserfolg chinesischer Firmen zu nehmen.
Zwar sei das Android-System Open-Source, die Kernentwicklung werde jedoch ebenso wie die Roadmap strikt von Google kontrolliert. Android gilt als offenstes aller geschlossenen Systeme. Durch das verspätete Bereitstellen notwendiger Codes würden chinesische Firmen im Wettbewerb benachteiligt.
Google soll im Spätsommer 2012 Druck auf Acer ausgeübt haben. Die Taiwanesen wollten damals gemeinsam mit dem chinesischen Unternehmen Alibaba ein Smartphone veröffentlichen, das zwar auf Android basiert, aber nicht mit Googles Ecosystem verbunden ist. Ganz nach Vorbild von Amazon also. Anders als das Online-Kaufhaus ist Acer aber Mitglied der Open Handset Alliance und damit gewissen Standards verpflichtet.
Unter Umständen ist das Weißpapier ein erster Hinweis auf behördliche Beschränkungen, die Android künftig in China drohen. Erwähnt wird zudem die Möglichkeit, ein eigenes System zu erschaffen.
Analysten betonen jedoch, Android habe in den letzten Jahren viel zum Erfolg der heimischen Mobile-Industrie beigetragen. Zu erwähnen sind in diesem Fall sicherlich Huawei, ZTE, Lenovo oder auch Foxconn, die viele Devisen ins Land spülten.
