Dass Smartphones mit LTE nicht unbedingt teuer sein müssen, hat Wiko bereits mit dem Wax 4G bewiesen. Heute befindet sich das farbenfrohe Wiko Birdy 4G auf dem Redaktionstisch, welches mit einer UVP von 139 Euro wohl eines der derzeit günstigsten LTE-Handys sein dürfte.
Knallige Farben und gute Verarbeitung
Wie schon das Wiko Rainbow, kommt auch das Birdy in knalligen Farben daher, die da wären: Koralle, Türkis, Pink, Lila, Neongelb oder ein etwas dezenteres Schwarz oder Weiß. Die Oberfläche der Rückseite verfügt über einen angenehmen Soft-Touch, der für einen festen Grip sorgt. Die Front wird vom 4,5 Zoll große Display und den darunter liegenden, weiß beleuchteten Sensortasten beherrscht. Über dem Screen sind außer dem Hörergitter die Linse der Frontkamera, Sensoren und eine mehrfarbige Notification LED angebracht. Diese wurde beim Birdy nicht unter, sondern neben dem Lautsprechergitter platziert, so dass sie auch dann noch gut sichtbar ist, wenn aus einem engen Betrachtungswinkel auf die Handy-Front geschaut wird.


Der Audio-Anschluss befindet sich an der Oberkante, der MicroUSB-Steckplatz an der Unterseite des Gerätes. Eine gehäusefarbige Lautstärkewippe sowie die Ein-/Aus-/Sperrtaste sitzen an der rechten Außenseite. Im abnehmbaren Backcover gibt es Öffnungen für die Kameralinse nebst LED-Blitz und ein kleines Lautsprechergitter. Der Lautsprecher darunter erzeugt trotz seiner kleinen Größe einen erstaunlich lauten und vollen Klang. Wird die Rückseite aus ihren Verankerungen gehoben, fällt der Blick auf den Steckplatz des Akkus, einen MicroSD Steckplatz sowie den MicroSimkarten Slot.


Durch kleine Absätze zwischen Rückseite und Front und den verarbeiteten Kunststoff, wirkt das Birdy nicht so edel wie ein Gerät mit Alu-Unibody, macht aber insgesamt einen stabilen, robusten Eindruck und kann durch sehr geringe Spaltmaße überzeugen. Die physischen Tasten haben einen festen Druckpunkt und klappern nicht während der Bedienung, Knarzer lassen sich dem Handy auch nach längerer Benutzung und festerem Druck nicht entlocken.
Mit Außenmaßen von 132 x 67 x 9,6 Millimetern und 141 Gramm Gewicht liegt das Birdy recht schwer, aber immer noch angenehm in der Hand.
Zubehör
Im stabilen Zubehörkarton befinden sich, neben dem Wiko Birdy, ein 2.000 mAh Li-Polymer Akku, ein USB-Datenkabel mit passendem Netzteil, ein Stereo-Headset, eine Kurzanleitung und Serviceheftchen sowie drei Simkartenadapter.


Die wichtigsten Daten des Wiko Birdy 4G im Überblick:
| Betriebssystem: | Android 4.4.2 (KitKat) |
| Prozessor: | 1,3 GHz Quad-Core MTK6582 |
| Display: | 4,5 Zoll (11,43 cm) TFT, 480 x 854 Pixel |
| Arbeitsspeicher: | 1 GB |
| Interner Speicher: | 4 GB |
| MicroSD | bis 32 GB |
| Kamera: | 5 Megapixel, LED-Blitz, Autofokus, HDR, Gesichtserkennung |
| Videoaufnahme: | 1.920 x 1.088 Pixel |
| Frontkamera: | 2 Megapixel |
| Konnektivität: | WiFi b/g/n, WLAN Hotspot, Bluetooth 4.0 |
| Netzwerke: | 2G, 3G, 4G (FDD-LTE Category 4 DL 150 Mbps) |
| Schnittstellen: | 3,5 mm Klinkenanschluss, MicroUSB |
| Ortung: | GPS, A-GPS |
| Sensoren | Näherung, Kompass, Beschleunigung, Umgebungslicht |
| Akku: | 2.000 mAh Li-Polymer |
| Maße: | 132 x 67 x 9,6 mm |
| Gewicht: | 141 g |
4,5 Zoll TFT-Display
Beim TFT Screen des Wiko Birdy handelt es sich, ebenso wie beim Rainbow, nicht um eine OGS-Einheit. Dementsprechend wirkt die Darstellung nicht wie aufgebügelt – hier hat das OGS-Display des Wiko Wax klar die Nase vorn. Der Abstand zwischen TFT- und Touch-Panel ist beim Birdy in der Seiten-Ansicht deutlich sichtbar, das Ablesen der Displayinhalte ist jedoch auch aus einem engen Betrachtungswinkel noch möglich, wenngleich mit leichter Schattenbildung. Ganz hochgeregelt ist die Displayhelligkeit ausreichend, um auch unter freiem Himmel noch etwas auf dem Screen erkennen zu können.

Die 480 x 854 Pixel Auflösung entspricht nicht der eines High-End Smartphones: Einzelne Bildpunkte sind bei genauerem Hinsehen sichtbar. Bei einem normalen Abstand zwischen Auge und Display bietet sich dem Nutzer jedoch eine ausreichend klare Darstellung und eine kräftige Farbdarstellung. Der Touchscreen reagiert punktgenau und sensibel auf die Fingereingabe.
5 Megapixel-Kamera mit Gesichtserkennung und HDR
Die 5 Megapixel-Knipse auf der Rückseite hat neben der Gesichtiserkennung zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten wie Smile Shot, Serienbildfunktion, HDR, Szenenmodi, Anti-Flimmern oder Weißabgleich zu bieten. Besonders bei optimalen Lichtverhältnissen lassen sich mit der Kamera recht gute Schnappschüsse machen. Farben wirken kräftig, und das Bildrauschen hält sich in Grenzen. Bei der Vergrößerung von Bildabschnitten macht sich jedoch recht schnell eine mangelnde Detailtreue bemerkbar. Auch den Übergang zwischen hellen und dunklen Bildbereichen vermag der Sensor nicht immer ganz sauber hinzubekommen, so wirken etwa dunkle Bildabschnitte bisweilen etwas zu dunkel (siehe Testaufnahmen).




Der LED-Blitz ist überraschend gut, da er sich nicht nur auf naheliegende Objekte gut einstellt, ohne diese über zu belichten, sondern auch einen mittelgroßen Raum recht hell ausleuchtet. So lassen Dämmerlichtaufnahmen, die ansonsten nur ziemlich dunkel und mit Bildrauschen gelingen, durch Einsatz des Blitzlichts deutlich verbessern. Nahaufnahmen sind schon ab einem Abstand von etwa sieben Zentimetern möglich. Videos lassen sich in einer maximalen Auflösung von 1.920 x 1088 Pixel aufnehmen. Ebenso wie bei den Fotos punkten diese durch satte Farben, fallen jedoch in puncto Detaildarstellung etwas ab. Die Probleme beim Übergang zwischen dunklen und hellen Bildbereichen zeigen sich bei Videoaufzeichnungen nicht.
Die 2 Megapixel-Kamera auf der Front liefert verhältnismäßig scharfe Aufnahmen und eignet sich so nicht nur für Videochats, sondern auch für Selfies.
Software, Telefonieren und Connectivity
Auf dem Wiko Birdy läuft werkseitig ein nahezu unverbautes Stock Android in der Version 4.4.2 (KitKat). Außer den Standard Google Apps und dem Play Store ist eine Anwendung für Systemaktualisierungen und ein UKW-Radio vorinstalliert. Trash-Apps sind auf dem Birdy nicht vorhanden.



Klarer Pluspunkt des Wiko Birdy ist die Ausstattung mit LTE. Eine Dual-Sim Funktion hat es dementsprechend allerdings nicht. In O2-Netzen war der Empfang des Testgerätes sowohl im 2G- als auch
im 3G-Netz durchgehend gut bis sehr gut. Der LTE-Empfang konnte mangels Netzausbau rund um den Teststandort nicht getestet werden. An der Klangqualität bei Telefonaten ließ sich nichts bemängeln, da sowohl der Gesprächspartner im Festnetz gut und klar zu verstehen war, und auch die Stimmwiedergabe auf der Handyseite als authentisch beschrieben wurde.
Sowohl WLAN- als auch GPS-Empfang erwiesen sich im Test als sehr gut. Ohne hinzugeschaltete Unterstützung von Netzwerken und WLAN erreichte der GPS-Empfänger gleich beim ersten Mal innerhalb weniger Sekunden einen Sat-Fix unter freiem Himmel. Mittels Bluetooth ließ sich das Birdy problemlos sowohl mit einem Samsung Galaxy S3 als auch mit einem HTC Desire X koppeln.
Speicher, Prozessor und Akku
Der 1,3 Gigahertz Quad-Core MT6582 Prozessor aus dem Hause MediaTek verrichtet gemeinsam mit einer Mail-400 GPU und 1 Gigabyte RAM anständige Arbeit. Zu Rucklern oder Verzögerungen während der Navigation durch das Handymenü oder beim Öffnen von Anwendungen kam es während des Test fast nicht. Wenngleich es sich beim Birdy schon allein wegen der verhältnismäßig niedrigen Displayauflösung nicht um ein ausgesprochenes Gamer-Handy handelt, lassen sich auch grafikintensivere Spiele relativ flüssig darauf zocken. Videos werden ruckelfrei wiedergegeben.
Der interne Speicher ist mit 4 Gigabyte sehr eng bemessen, zumal knapp die Hälfte davon bereits mit System-Anwendungen belegt ist. Die meisten nachträglich installierten Anwendungen und Spiele ließen sich im Test jedoch problemlos auf eine externe MicroSD-Karte verschieben.



Mit einer Ladung des 2.000 mAh Akkus ist bei aktiviertem WLAN, Ortungs- und Synchronisations-Dienst eine gute Tagesnutzung möglich, auch wenn mit dem Wiko Birdy einige Stunden im Internet gesurft, Mails abgerufen und das eine oder andere Kurztelefonat geführt wird. Hier zahlt sich die niedrige Displayauflösung aus, denn diese verbraucht deutlich weniger Strom als ein hochauflösender Screen. Im reinen Standby sollte das Birdy mindestens zwei bis drei Tage durchhalten.
Fazit
Klar, mit einem Samsung Galaxy S5 kann man das Wiko Birdy 4G in seiner Ausstattung und Funktionalität nicht vergleichen – sollte man aber auch nicht, schließlich bekommt man es schon für 139 Euro. Und dafür macht es tatsächlich auch eine sehr gute Figur.
Punkten kann es mit einer robusten Verarbeitung und großen Farbauswahl, einer verhältnismäßig guten Kameraqualität und empfangsstarkem WLAN und GPS. Natürlich dürfte auch die LTE-Ausstattung für Nutzer in dementsprechend gut ausgebauten Netzgebieten einen klaren Kaufgrund darstellen.
Eher durchschnittlich, für den Alltagsgebrauch aber ausreichend, präsentiert sich das 4,5 Zoll große TFT-Display. Positiv fällt auf, dass Wiko offensichtlich wieder davon Abstand nimmt, die Notification-LED unter dem Hörergitter zu verbauen, und diese beim Birdy neben dem Hörer platziert, wo sie besser zu sehen ist.
Wer ein günstiges und zuverlässiges Smartphone mit LTE und guter Verarbeitung sucht, das nicht schon werkseitig mit unnötigen Apps zugemüllt ist, kann beim Kauf des Wiko Birdy 4G kaum etwas verkehrt gemacht werden. Zur Produktseite geht es hier entlang.
Pro
- Guter WLAN-, GPS- und Netzempfang
- Robust verarbeitet
- LTE
- MicroSD-Erweiterung
Contra
- Niedrige Displayauflösung
- Kleiner interner Speicher