Für Freunde knallig bunter Smartphones hat Wiko das Rainbow parat. Für seinen Preis (UVP 160 Euro) ist der 5 Zoller recht gut ausgestattet. Der Paradiesvogel wurde einmal genauer angeschaut.
Design und Verarbeitung
Im Test befand sich das pinkfarbene Modell des Wiko Rainbow – das Device gibt es außerdem in den Farbvarianten Neongelb, Türkis-Blau, Lila, Koralle (Rot / Orange) sowie in den klassischen Farben Schwarz und Weiß. Die abnehmbare Rückseite des Smartphones ist mit einer Soft-Touch Oberfläche versehen, die sich angenehm anfühlt und zudem für eine gute Griffigkeit sorgt. Laut Wiko soll es demnächst verschiedenfarbige Rückcover zum Nachkaufen geben, so das ein Farbwechsel je nach Anlass problemlos möglich ist. Unter dem Cover befinden sich – in einem überraschend leuchtend-türkisfarbenen Gehäuse – die Einschübe für zwei Standard-Simkarten und die MicroSD-Karte sowie der Akkusteckplatz.


Die Hörmuschel in der ansonsten schwarz gehaltenen Front ist der jeweiligen Gerätefarbe angepasst, in diesem Fall also pink. Gleiches gilt für die Lautstärke-Wippe und die Ein-/Aus-Sperrtaste links und rechts am Gehäuse. Unter dem Hörergitter verborgen sitzt eine kleine Notification-LED, die unter anderem bei verpassten Anrufen oder Nachrichten blinkt, aber gerne etwas größer sein dürfte. Über dem 5 Zoll Screen sind außerdem ein silberfarbenes Wiko-Logo, Sensoren sowie die Linse der 2 Megapixel-Frontkamera angebracht.
Unter dem Display sitzen Sensortasten mit Menü-, Homescreen- und Zurückfunktion, dessen weiße Symbole im aktiven Zustand beleuchtet sind. Ein 3,5 Millimeter Klinkenanschluss für das Headset sowie ein MicroUSB-Anschluss sind auf der Oberkante des Handys angesiedelt.


Die Linse der 8 Megapixelkamera steht auf der Rückseite leicht hervor, wodurch das Rainbow beim Ablegen nicht ganz plan aufliegt und während der Texteingabe leicht auf der Unterlage hin- und herkippelt. Am unteren Ende des Backcovers befindet sich die Öffnung für den Außenlautsprecher. Dieser klingt beim Testmodell laut und voll, neigt allerdings bei voll aufgedrehter Musiklautstärke etwas zum Schnarren. Zwei kleine Erhebungen neben der gitterförmigen Öffnung sorgen dafür, dass der Lautsprecher auch beim Ablegen des Handys nicht vollständig verdeckt wird.
Mit seinen Außenmaßen von 146 x 74 x 9,3 Millimetern und 167 Gramm Gewicht fällt das Rainbow nicht gerade leicht und zierlich aus, macht aber insgesamt einen sehr robusten Eindruck. Dank der rutschsicheren Oberfläche und leicht abgerundeter Kanten liegt es gut in der Hand und knarzt auch bei festerem Zugreifen nicht. Die Spaltmaße fallen gering und gleichmäßig aus.


Zubehör
Das Wiko Rainbow wird gut geschützt in einem gepolsterten Karton geliefert. Mit dabei der wechselbare 2.000 mAh Akku, ein USB-Datenkabel mit passendem Netzteil, ein Stereo In-Ear-Headset sowie eine mehrsprachige Bedienungsanleitung.
Die wichtigsten Daten des Wiko Rainbow im Überblick:
| Betriebssystem: | Android 4.2.2 (Jelly Bean), leicht modifizierte Nutzeroberfläche mit Smart Gesture |
| Prozessor: | 1,3 Gigahertz Quad-Core MT6582 |
| Display: | 5 Zoll IPS (1280 x 720 Pixel) |
| Arbeitsspeicher: | 1 GB |
| Interner Speicher: | 4 GB |
| MicroSD | bis 32 GB |
| Kamera: | 8 Megapixel, Autofokus, LED-Blitz, OmniBSI, HDR |
| Videoaufnahme: | Full-HD (1920 x 1080 Pixe) |
| Frontkamera: | 2 Megapixel |
| Konnektivität: | WiFi 802.11 b/g/n, WiFi Hotspot, Bluetooth 4.0 |
| Schnittstellen: | 3,5 mm Klinkenanschluss, MicroUSB 2.0, USB OTG |
| Netzwerk: | Dual-Sim 3G H+/WCDMA 900/1900/2100 MHz, 2G GSM/GPRS/EDGE 850/900/1800/1900 MHz |
| Akku: | 2.000 mAh |
| Maße: | 146 x 74 x 9,3 mm |
| Gewicht: | 167 g |
5 Zoll IPS Display
Der Nutzer schaut beim Wiko Rainbow auf ein 5 Zoll IPS Display mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln. Bei direkter Draufsicht überzeugte der Screen des Testgerätes durch eine klare Darstellung und satte Farben. Wer Pixel erkennen will, muss mit überdurchschnittlich guter Sehstärke ausgestattet sein und ganz nahe herangehen, die Ausleuchtung ist gut und hell genug für einen Einsatz unter freiem Himmel. Lediglich bei direkter Sonneneinstrahlung muss der Screen passen, denn hier verhindert die spiegelnde Oberfläche eine gute Ablesbarkeit. Beim Ausüben von stärkerem Druck auf das Display bildeten sich beim Testmodell kleine Höfe rund um den Druckpunkt, die beim Loslassen jedoch schnell wieder verschwanden – bei der normalen Bedienung (Antippen des Displays ohne dabei Druck auszuüben), trat dieses Phänomen nicht auf.


An der Sensibilität und Punktgenauigkeit des Touchscreens gab es beim Testgerät nichts auszusetzen. Beim Drehen des Smartphones passt ein einwandfrei funktionierender Lagesensor die Displaydarstellung in drei Richtungen an. In der Seitenansicht sind Bildschirminhalte noch gut zu erkennen, allerdings ist ein relativ großer Abstand zwischen Displayglas und Panel wahrnehmbar, was die Darstellung nicht so „aufgebügelt“ erscheinen lässt, wie es bei OGS-Displays der Fall ist. Dreht man den Screen so vom Gesicht weg, dass man von der linken unteren Ecke darauf schaut, changieren die Farben deutlich – an dieser Stelle wurde offenbar gespart, was angesichts der niedrigen Preisklasse allerdings kein großer Kritikpunkt sein sollte, denn eine gute Ablesbarkeit ist trotzdem noch gegeben.
8 Megapixel-Kamera
Die Hauptkamera kommt mit einem LED-Blitz und Autofokus daher. Außerdem hat sie zahlreiche nützliche Features wie beispielsweise Serienbildaufnahme beim Halten des Auslöser-Buttons, HDR, Weißabgleich oder Smile-Shot sowie einige nette Features wie Cinemagraph und einen magischen Radierer zu bieten. Die Aufnahmen überzeugten im Test allerdings nur durchschnittlich. In gut ausgeleuchteter Umgebung wirkten Ränder zu hart und Farben nicht immer authentisch. Bei Nahaufnahmen stellte der Fokus erst bei angepeilten Objekten ab 20 Zentimetern Abstand scharf, näher liegende Details wurden auch dann verschwommen dargestellt, wenn der Fokus per Fingertipp direkt darauf gesetzt wurde. Dämmerlicht verstärkte das Fokus-Problem des Testgeräts deutlich, wenngleich der Sensor ansonsten recht gut mit schlecht beleuchteter Umgebung klar kam und Bilder hier erstaunlich wenig zum Rauschen neigten. Der LED-Blitz leuchtet einen mittelgroßen Raum gut aus.


Verhältnismäßig gut fielen Video-Aufnahmen aus, die sich in einer maximalen Auflösung von 1920 x 1080 Pixel aufnehmen lassen. Den Wechsel zwischen hellen und dunklen Bildbereichen meisterte die Kamera im Test gut, eine Treppchenbildung oder Verzerrung war auch bei schnellen Kameraschwenks nicht zu verzeichnen. Farben betreffend galt für Video-Aufnahmen allerdings das gleiche wie für Fotos.
Software und Menüführung
Auf dem Wiko Rainbow läuft bei Auslieferung ebenso wie auf dem bereits getesteten Darkmoon Android 4.2.2 mit leicht modifizierter Benutzer-Oberfläche. Optisch unterscheidet sich diese bezüglich Startscreen und App-Drawer im Wesentlichen kaum vom Stock-Android. Eine nützliche Besonderheit stellt das integrierte Smart Gesture dar: Dieses ermöglicht beispielsweise das Entsperren des Bildschirms durch Darüberwischen, die Stummschaltung des Klingeltons oder des Lautsprechers bei eingehenden Anrufen durch das Drehen des Handys vom Hoch- ins Querformat, die automatische Rufannahme durch Annäherung des Telefons an das Gesicht und weitere Anruf- und Kamera-Steuerungsmöglichkeiten via Proximity-Sensor.
Neben den üblichen Google Apps inklusive Play Store sind ein FM-Radio, ein Dateimanager, eine Schnellstartanleitung, eine App zur Sicherung persönlicher Daten und Apps, eine TouchPal Eingabe-App sowie TrustGo bereits vorinstalliert.
Telefonfunktion und Connectivity und Sensoren
Das Wiko Rainbow funkt in H+/WCDMA 900/1900/2100 MHz und in 2G GSM/GPRS/EDGE 850/900/1800/1900 MHz Netzen. LTE-fähig ist das Smartphone nicht. Im O2-Netz wies das Testgerät sowohl in 2G als auch in 3G Netzen einen guten Empfang auf – zu Gesprächsabbrüchen kam es nicht. Die Stimmwiedergabe bei Telefonaten war auf beiden Teilnehmer-Seiten authentisch und laut genug, um das Gegenüber auch in unruhiger Umgebung noch gut verstehen zu können.
Legt man zwei Simkarten ein, funktionieren diese im Dual-Standby. In den Einstellungen lässt sich festlegen, welche Simkarte jeweils Aufgaben wie Anrufe, Internet, SMS oder MMS übernehmen soll. So lässt sich beispielsweise eine Simkarte mit einem günstigen Telefon-Tarif und eine zweite mit preiswerter Daten-Flatrate nutzen.
NFC hat das Rainbow nicht an Bord, der Datenaustausch mit anderen Geräten ist via Bluetooth 4.0 oder USB möglich. Der WLAN-Empfang erwies sich im Test als sehr gut. Verbaut wurden außerdem ein G-Sensor, ein Annähnerungs- sowie ein Helligkeitssensor und ein Kompass. Der Sat-Fix klappte im Test bei aktiviertem A-GPS sehr schnell (siehe Screenshot).
Prozessor, Arbeitsspeicher und Akku
Beim ersten Start des Wiko Rainbow ruckelte es beim Scrollen durch Menüeinträge und besonders beim Wechsel zwischen Homescreen und App-Drawer gewaltig, was angesichts des Einsatzes einer wenig modifizierte Android-Oberfläche, des relativ leistungsfähigen 1,3 Gigahertz Quad-Core MediaTek MT6582 Prozessors und 1 Gigabyte RAM verwunderte. Nach einem kleinen OTA-Update und Neustart verschwand dieses Problem jedoch, und es ließ sich so zügig mit dem Smartphone arbeiten, wie man es bei dieser Ausstattung erwarten sollte. Auch im AnTuTu-Benchmarktest schnitt das Rainbow recht gut ab (siehe Screenshot).
Der interne Speicher ist mit 4 Gigabyte zwar nicht sehr üppig bemessen, lässt sich aber erfreulicherweise mit MicroSD-Karten um bis zu 32 Gigabyte (Herstellerangabe) aufrüsten.



Ein gutes Durchhaltevermögen zeigte der wechselbare 2.000 mAh Akku im Test, wenn man bedenkt, dass unter anderem ein 5 Zoll Screen mit HD-Auflösung mit Strom zu versorgen ist. Im Standby mit aktiviertem WiFi und GPS, einer halben Stunde telefonieren sowie moderatem Gebrauch von Kamera und Internet hielt die Kraftzelle des Testgerätes zwei Tage durch, bevor sie wieder ans Netz musste. Nach einigen Ladezyklen sollte sich dieser Wert noch verlängern lassen. Welche Werte die Akku-Diagnose App Akku & Batterie HD dem Rainbow für das Abspielen von Musik und Video und die Nutzung von Internet und Telefonfunktion bescheinigte, ist im Screenshot ersichtlich.
Fazit
Das Wiko Rainbow ist nicht nur für Fans knalliger Farben ein Hingucker, der zudem ordentlich und robust verarbeitet ist. Besonders gut gefiel die Soft-Touch Oberfläche der Rückseite, da sie rutschhemmend wirkt und sich gut anfühlt.
Nicht gänzlich überzeugen konnte das 5 Zoll Display: Zwar zeigte es bei direkter Draufsicht eine sehr klare und farbenfrohe Darstellung, erwies sich im Test jedoch als verhältnismäßig druckempfindlich und bei der Betrachtung aus einem engen Winkel auch nicht durchgängig blickwinkelstabil. Allerdings handelt es sich um Jammern auf hohem Niveau, wenn der günstige Geräte-Preis bedacht wird, denn diese Fakten störten im Alltagsgebrauch nicht wirklich. Das ebenfalls getestete und nur unwesentlich teurere Wiko Darkmoon (allerdings nur mit 4,7 Zoll Screen) kam im Vergleich jedoch mit einer etwas besseren Displayqualität daher.
Eher durchschnittlich präsentierte sich die Qualität der 8 Megapixel-Kamera bei Fotoaufnahmen – diese gelangen im Test zwar schnappschusstauglich, fielen qualitativ aber (unter anderem aufgrund eines ungenau arbeitenden Fokus) hinter den Bildern manch einer Cam in preislich gleich angesiedelten Smartphones zurück. Positiv ist allerdings anzumerken, dass der verbaute BSI-Sensor mit Dämmerlicht recht gut zurecht kam.
Erfreulich ist die Ausstattung mit einer MicroSim Erweiterungsmöglichkeit sowie einer Dual-Sim Funktion. Bei den genannten Kritikpunkten ist zu berücksichtigen, dass es sich beim Rainbow nicht um ein mehrere hundert Euro teures High-End Phone, sondern um ein günstiges Einstiegs-Gerät mit vergleichsweise guter Ausstattung handelt. Alles in allem stimmt hier das Preis-Leistungs-Verhältnis, denn alltagstauglich ist das Wiko Rainbow durchaus. Zur Produktseite geht es hier.
- MicroSim-Erweiterung
- Dual-Sim
- Große Farbauswahl / robuste Verarbeitung
Contra
- Display mit leichten Schwächen
- Mittelmäßige Kamera-Qualität



