Zum Inhalt
n-droid.de
Veröffentlicht am Android-Themen · Hardware · Features 7 Min. Lesezeit

Im Test: Wiko Darkmoon – Schlankes Günstig-Phone mit Alu-Body

Der französische Hersteller Wiko war bis zu letzten Jahr hierzulande kaum jemandem ein Begriff. Nun, da seine Modelle offiziell auf dem deutschen Markt zu haben sind, steigt das Interesse an den eher günstigen Smartphones dieser Marke. Das Wiko Darkmoon wurde im Test einmal genauer unter die Lupe genommen.

Verarbeitung und Design

Wenn das Wiko Darkmoon eines ist, dann schlank und leicht. Dabei ist es nicht etwa in billig wirkenden Kunststoff gehüllt, sondern in einen Aluminium-Body, der gerade mal 110 Gramm wiegt und 137,5 x 68 x 7,9 Millimeter misst. Lediglich an der Ober- und Unterkante der Rückseite befinden sich Plastikkappen. Die Kappe am oberen Ende lässt sich abziehen und gibt den Blick auf einen Steckplatz für die normal große Simkarte und einen MicroSD-Slot frei. Ein weiterer Sim-Steckplatz, in dem eine MicroSim Platz hat, befindet sich in einem Einschub an der linken Außenseite, der sich durch eine beigelegte Klammer öffnen lässt.

Wiko Darkmoon Anschlüsse (Bild: N-Droid.de)Wiko Darkmoon Klammer Simkarte (Bild: N-Droid.de)

Was manch einem Nutzer nicht schmecken wird, ist der fest verbaute Akku – wie so häufig bei Smartphones, die dem Schlankheitswahn anheim gefallen sind. Auf der Rückseite befinden sich die Linse der 8 Megapixel-Kamera samt großem LED-Blitz, ein silberfarbenes Wiko-Logo sowie eine Öffnung für den überraschend voll und ausgewogen klingenden Lautsprecher, der dank eines kleinen Abstandhalters darüber auch beim Ablegen des Handys nicht ganz verdeckt wird. Linse und Abstandshalter sorgen allerdings auch dafür, dass das Gerät leicht kippelt, wenn man den Bildschirm bei abgelegtem Handy bedient.

Wiko Darkmoon Lautsprecher (Bild: N-Droid.de)Wiko Darkmoon Simkarte, MicroSD (Bild: N-Droid.de)

Über dem Display hat Wiko ein weiteres Logo, Sensoren, die Linse der 5 Megapixel-Frontkamera sowie den Hörer angebracht, in dessen Abdeckung eine Notification-LED platziert wurde, welche verpasste Anrufe und Nachrichten sowie das Laden des Akkus signalisiert. Unter dem Screen sitzen Sensortasten mit Menü-, Home- und Zurück-Funktion, deren Symbole während der Bedienung hell weiß beleuchtet sind.

Wiko Darkmoon Display (Bild: N-Droid.de)Am oberen Smartphone-Rand sind ein Audio-Anschluss und der MicroUSB-Steckplatz angesiedelt, die rechte Außenseite birgt eine Lautstärkewippe und die Ein-/Aus-/Sperrtaste. Liest man sich durch Wiko-Threads in Handy-Foren, wird man feststellen, dass Wiko-Modelle unterschiedlich gut verarbeitet zu sein scheinen. Im Gegensatz zu manch einer Negativerfahrung anderer Nutzer wies das Testgerät allerdings keine klappernden oder wabbeligen Tasten auf, und auch Knarzer beim festen Zugreifen hielten sich in durchaus vertretbaren Grenzen.

Dank abgerundeter Ecken und Kanten liegt das Wiko Darkmoon sehr gut in der Hand, rutscht durch seine glatte Rückseite jedoch auch ziemlich leicht aus derselbigen.

Zubehör

Im Zubehörkarton des Wiko Darkmoon sind außer dem Smartphone ein Flachband MicroUSB-Datenkabel mit passendem Netzteiladapter, eine Klammer zum Öffnen des MicroSimkarten-Slots, ein In-Ear-Stereo-Headset mit Flachband-Kabel und guter Klangqualität, Ersatzohrstöpsel und eine Kurzanleitung zu finden. In puncto Simkarten hat Wiko mitgedacht und Adapter für Micro- und Nano-Simkarten mitgeliefert.

Wiko Darkmoon Verpackung (Bild: N-Droid.de)Wiko Darkmoon Zubehör (Bild: N-Droid.de)

Die wichtigsten Daten des Wiko Darkmoon im Überblick:

Betriebssystem:  Android 4.2.2 (Jelly Bean), leicht modifizierte Nutzeroberfläche mit Smart Gesture
 Prozessor:  1,3 Gigahertz Quad-Core MT6582
 Display:  4,7 Zoll (11,94 cm) IPS HD (1280 x 720 Pixel), Corning Gorilla Glas 2
 Arbeitsspeicher:  1 GB
 Interner Speicher:  4 GB
 MicroSD  bis 32 GB
 Kamera:  8 Megapixel, Autofokus, LED-Blitz, HDR
 Videoaufnahme:  HD (1280 x 720 Pixel)
 Frontkamera:  5 Megapixel
 Konnektivität:  WiFi 802.11 b/g/n, WiFi Hotspot, Bluetooth 4.0
 Schnittstellen:  3,5 mm Klinkenanschluss, MicroUSB 2.0, USB OTG
 Netzwerk:  Dual-Sim HSPA+/3G+/3G WCDMA 900/1900/2100 MHz 2G GSM/GPRS/ EDGE 850/900/1800/1900 MHz
 Akku:  1.800 mAh
 Maße:  137,5 x 68 x 7,9 mm
 Gewicht:  110 g

Display

Das 4,7 Zoll (11,94 cm) große IPS-Display des Wiko Darkmoon löst mit 1280 x 720 Pixel auf und bietet eine treppchenfreie, scharfe Darstellung mit angenehm kräftigen Farben und guten Kontrasten. Lediglich bei voll hochgeregelter Helligkeit lassen sich bei Bildschirmbewegungen leichte senkrechte Linien ausmachen, wenn man den Screen direkt vor die Augen hält, die kurz nach dem Scrollen aber wieder verschwinden. Auch aus einem seitlichen Blickwinkel sind Bildschirminhalte noch gut erkennbar. Die Ausleuchtung des Screens ist gleichmäßig hell, so dass lediglich direkt einfallendes, auf der Oberfläche reflektierendes Sonnenlicht die Ablesbarkeit erschwert. Auch bei der Bedienbarkeit des Touchscreens lässt sich nichts bemängeln, denn dieser reagiert punktgenau und sensibel auf die Fingereingabe.

Ein Lagesensor passt die Displaydarstellung beim Drehen des Handys in drei Richtungen an, wenn man sich in entsprechend unterstützten Anwendungen wie beispielsweise Browser oder Galarie befindet.

Wiko Darkmoon (Bild: N-Droid.de)Wiko Darkmoon Seitenansicht (Bild: N-Droid.de)

Kamera

Die 8 Megapixel-Kamera weiß außer durch ihr Blitzlicht und Autofokus durch jede Menge Einstellungsmöglichkeiten zu punkten: So gibt es beispielsweise eine Gesichtserkennung, Selbstauslöser, Serienaufnahme, ISO, ZSD, HDR, Smile-Shot, um nur ein paar Features zu nennen, aber auch witzige Effekte wie Cinemagraph zur Animation von Bildbereichen oder einen magischen Radierer. Die Bildqualität ist bei optimaler Beleuchtung gut bis sehr gut. Bei Nahaufnahmen lassen sich Details sehr gut einfangen, Landschaftsbilder überzeugen durch eine hohe Datailschärfe bei näheren Objekten und authentische Farben – wirken zu den Bildrändern hin allerdings leicht unscharf.

Auch bei Dämmerlicht lassen sich noch brauchbare Bilder knipsen, allerdings muss man hier das Handy während der Aufnahme sehr ruhig halten, um keine verwackelten Bilder zu bekommen. Der LED-Blitz liefert eine durchschnittliche Helligkeit, reicht für nahe gelegene Motive aus, ist jedoch für eine Ausleuchtung über drei Metern Entfernung eher zu funzelig.

Auf ganzer Linie überzeugend sind mit der Kamera gedrehte HD-Videoaufnahmen. Diese gelangen im Test gestochen scharf und ruckelfrei – auch mit schnelleren Kameraschwenks oder Lichtwechseln kann die Handy-Cam gut umgehen.

Wiko Darkmoon Kamera Nahaufnahme (Bild: N-Droid.de)Wiko Darkmoon Kamera Lanschaftsaufnahme (Bild: N-Droid.de)

Software

Auf dem Wiko Darkmoon läuft bei Auslieferung Android 4.2.2 mit leicht modifizierter Benutzer-Oberfläche. Optisch unterscheidet sich diese bezüglich Startscreen und App-Drawer im Wesentlichen nur durch eigene App-Icons vom Stock-Android. Eine nützliche Besonderheit stellt das integrierte Smart Gesture dar: Dieses ermöglicht beispielsweise das Entsperren des Bildschirms durch Darüberwischen, die Stummschaltung des Klingeltons oder des Lautsprechers bei eingehenden Anrufen durch das Drehen des Handys vom Hoch- ins Querformat, die automatische Rufannahme durch Annäherung des Telefons an das Gesicht und weitere Anruf- und Kamera-Steuerungsmöglichkeiten via Proximity-Sensor.

Neben den Google Apps und dem Google Play Store sind die üblichen Anwendungen wie beispielsweise Taschenrechner, ein Dateimanager oder ein Soundrekorder vorinstalliert, aber auch ein FM-Radio, eine Backup-Funktion für persönliche Daten und Apps sowie eine Anwendung zur Bluetooth-Verwaltung sind bereits vorhanden. Außerdem findet man die Spiele “Little Big City Freemium”, “Wonder Zoo” und “Asphalt 7″ sowie ein Antivirus-Programm im App-Menü. Texte lassen sich komfortabel über eine TouchPal-Tastatur eingeben.

Wiko Darkmoon Startscreen (Bild: N-Droid.de)Wiko Darkmoon App-Drawer (Bild: N-Droid.de)Wiko Darkmoon Smart Gesture (Bild: N-Droid.de)

Telefonieren

Das Wiko Darkmoon verfügt über einen Steckplatz für eine normal große Simkarte und einen MicroSim-Steckplatz. Beide Simkarten funktionieren im Dual-Standby, es kann jeweils eine Sim für 2G und die zweite für das 3G-Netz und Datenverbindungen ausgewählt werden – Einstellungen hierfür lassen sich im Sim-Menü vornehmen, das die Kennzeichnung jeder Simkarte mit einer eigenen Farbe ermöglicht.

Beim Wiko Darkmoon war während des Tests im O2-Netz durchgängig ein sehr guter Empfang zu verzeichnen, zu Gesprächsabbrüchen kam es nicht. Auch die Klangqualität des Hörers und des Lautsprechers gab bei Telefonaten keinen Anlass zur Kritik.

Bei aktiviertem A-GPS mit EPO-Unterstützung wurde über die Anwendung GPS Checker ein Sat-Fix innherhalb von 2 Sekunden unter freiem Himmel ermittelt, was einen sehr guten Wert darstellt.

Wiko Darkmoon TouchPal (Bild: N-Droid.de)Wiko Darkmoon Gestensteuerung (Bild: N-Droid.de)Wiko Darkmoon GPS Checker (Bild: N-Droid.de)

Prozessor, Arbeitsspeicher, Akku

Wiko Darkmoon AnTuTu Benchmark (Bild: N-Droid.de)Der 1,3 Gigahertz Quad-Core MT6582 Prozessor mit Mali-400 MP GPU verrichtet mit Unterstützung von 1 Gigabyte RAM gute Arbeit. Während des Blätterns durch Menüs oder Webseiten war im Test selten mal ein Miniruckler wahrnehmbar, Anwendungen öffneten sich zügig. Mit 16835 Punkten schnitt das Wiko Darkmoon auch im AnTuTu Benchmark-Test gut ab. Der interne Speicher ist mit 4 Gigabyte zwar nicht allzu üppig bemessen, lässt sich aber mit MicroSD-Karten aufrüsten. Die Auslagerung von Apps und Spielen vom internen Speicher auf die MicroSD-Karte sowie die Direktinstallation auf den externen Speicher klappte bei dem Testgerät problemlos.

Mit einer Ladung des 1.800 mAh-Akkus kommt man recht gut über den Tag. Etwa 24 Stunden hielt das Testgerät im Standby inklusive 3 Stunden Internet, einem halbstündigen Telefonat, moderater Kameranutzung sowie aktiviertem WLAN und GPS durch, bis es wieder an die Steckdose musste.

Fazit

Wer ein schlankes und leichtes Android-Device mit guter Performance und ohne viel Schnickschnack sucht, ist mit dem Wiko Darkmoon gut bedient. Ob das Testgerät zufällig eines der besser verarbeiteten Modelle war, ist schwer zu sagen – über wackelnde Tasten oder ein knarzendes Alu-Gehäuse gab es jedenfalls keine Beschwerden, und auch das Display machte einen guten Eindruck. Smart Gesture und eine TouchPal-Tastatur sorgen für ein weiteres Plus.

Weitestgehend überzeugen konnte die Kameraqualität sowohl bei Foto- als auch bei Videoaufnahmen. Verzichten muss der Nutzer bei diesem Device jedoch auf Extras wie NFC- oder LTE-Unterstützung. Manch einem User mag auch der fest verbaute Akku nicht behagen. Erfreulich hingegen die Speichererweiterungsmöglichkeit durch MicroSD-Karten.

Insgesamt bietet das Wiko Darkmoon ein gutes Gesamtpaket für die rund 186 Euro ab denen es bei manch einem Online-Händler zum Testzeitpunkt bereits zu haben ist (siehe idealo.de).

Wiko Darkmoon Display (Bild: N-Droid.de)Pro

  • Schlanker, leichter Alu-Body
  • Gutes Display
  • MicroSD-Unterstützung
  • Gute Performance

Contra

  • Kein NFC
  • Kein LTE
  • Fest verbauter Akku