Nachdem in Wiko-Phones bislang in erster Linie MediaTek-Prozessoren zum Einsatz kamen, glänzt das günstige Wiko Wax mit einer NVIDIA Tegra 4i-CPU und hat dementsprechend auch gleich LTE an Bord. Angesichts einer UVP von 199 Euro klang das so interessant, dass das Device gleich getestet wurde.
Design, Verarbeitung und Zubehör
Den 4,7 Zoller gibt es in den Farben Schwarz und Weiß. Die Front des weißen Testmodells erinnert, wohl wegen seines silberfarbenenen Zierrahmens, der sich bis unter das Display zieht, entfernt an das HTC One. Die abnehmbare Kunststoff-Rückseite ist erfreulicherweise matt, was nicht nur leicht rutschhemmend wirkt, sondern auch weniger Angriffsfläche für Fingertapsen bietet als eine hochglanzpolierte Klavierlackoptik. Neben einem silberfarbenen Wiko-Logo auf dem Back-Cover befinden sich hier Aussparungen für die Kameralinse, den Blitz und den rückwärtig angebrachten Lautsprecher, der im Übrigen einen recht vollen Klang bietet. Unter dem Cover verbirgt sich der Steckplatz für den 2.000 mAh-Akku, der im Test trotz erstmaliger Ladung eine super Laufzeit erbrachte: Bei aktiviertem Mobilfunk und WLAN sowie moderater Nutzung von Kamera, Telefon und mehreren Stunden Internet wurde nach zwei Tagen und sieben Stunden noch eine Restladung von 31 Prozent angezeigt (siehe Screenshot Galerie).


Über dem Akkusteckplatz befinden sich Einschübe für die MicroSD-Karte und eine microSimkarte. Dual-Sim bietet das Wiko Wax zwar nicht, dafür jedoch eine LTE-Unterstützung. Über dem Display sitzt ebenfalls der obligatorische silberfarbene Wiko-Schriftzug nebst Höreröffnung sowie die Linse der 5 Megapixel-Frontkamera. Dazwischen verbergen sich nahezu unsichtbare Sensoren. Ebenso wie beim bereits getesteten Wiko Darkmoon informiert eine Notification-LED unter dem Front-Lautsprechergitter über verpasste Anrufe oder Nachrichten. Diese ist bei direkter Draufsicht sehr gut zu erkennen, aufgrund ihrer leicht vertieften Anbringung bei der Seitenansicht jedoch schnell mal zu übersehen.


Drei beleuchtete Sensortasten mit Menü-, Home- und Zurückfunktion sind unter dem Screen angesiedelt. Alle drei Tasten reagieren punktgenau und sensibel auf die Fingereingabe. Ein 3,5 Millimeter Audio-Anschluss befindet sich an der Oberkante, ebenso wie ein offener MicroUSB-Anschluss für das Daten- und Ladekabel. Die Lautstärkewippe und Ein-/Aus-/Sperrtaste sind an der rechten Außenseite angebracht. Insgesamt ist das Wiko Wax sehr ordentlich verarbeitet, sichtbare Spaltmaße gibt es kaum, und alles wirkt hochwertig. Die schwarze Einfassung rund um das Display ist leicht erhöht, so dass sich an deren Rand relativ leicht Fusseln oder Staubteilchen absetzen, und ein leichtes Knacken bei Druck auf das Gehäuse zeugt von etwas Raum zwischen Rückseite und Akku – beides ist jedoch im Alltagsgebrauch durchaus zu verschmerzen.


Mit seinen 140,1 x 67,5 x 8,8 Millimetern und 119 Gramm Gewicht liegt das Wiko Wax ausgesprochen schlank und leicht in der Hand. Außer dem Akku befinden sich ein USB-Datenkabel, ein Netzteiladapter, ein Stereokopfhörer mit Ersatzohrstöpseln, eine Kurzanleitung, die üblichen Serviceheftchen sowie (erfreulicherweise) diverse Simkarten-Adapter im Lieferumfang des Smartphones.
Die wichtigsten Daten des Wiko Wax im Überblick:
| Betriebssystem: | Android 4.3 (Jelly Bean) |
| Prozessor: | 1,7 GHz NVIDIA Tegra 4i SL440 |
| Display: | 4,7 Zoll (11,94 cm) TFT IPS mit OGS-Technologie, 1280 x 720 Pixel (315 ppi) |
| Arbeitsspeicher: | 1 GB |
| Interner Speicher: | 4 GB |
| MicroSD | bis 32 GB |
| Kamera: | 8 Megapixel, LED-Blitz, BSI2 Sensor, Autofokus, HDR |
| Videoaufnahme: | 1920 x 1080 Pixel |
| Frontkamera: | 5 Megapixel |
| Konnektivität: | WiFi, WLAN Hotspot, Bluetooth 4.0 |
| Netzwerke: | LTE (4G) |
| Schnittstellen: | 3,5 mm Klinkenanschluss, USB 2.0, USB OTG |
| Ortung: | A-GPS |
| Sensoren | Beschleunigung, Kompass, Annäherung |
| Akku: | 2.000 mAh |
| Maße: | 140,1 x 67,5 x 8,8 mm |
| Gewicht: | 119 g |
4,7 Zoll Display
4,7 Zoll sind für viele Nutzer ein guter Kompromiss in puncto Displaygröße: Groß genug zum komfortablen Surfen im Internet und klein genug, um das Handy noch gut in der Hemdentasche verstauen zu können. Schön, wenn der Screen dann auch noch so brillant ist, wie der vom Wiko Wax. Das mag zum einen an der OGS (One Glass Solution)-Technologie liegen, die den IPS-Panel direkt mit dem Touchscreen verbindet, so das keine Luftschicht zwischen beiden besteht, zum anderen jedoch sicherlich auch an der 1280 x 720 Pixel (315 ppi) Auflösung. Einzelne Bildpunkte sind auch bei näherem Hinsehen nicht zu erkennen, und die Farbdarstellung präsentiert sich kräftig und leuchtend. Bei der Seitenansicht aus einem engen Betrachtungswinkel gibt es so gut wie keine Änderungen in Farbe oder Kontrasten.

Erstaunlich gut sind auch die Schwarzwerte des Screens. Die automatisch gesteuerte Displaybeleuchtung lässt sich auf Wunsch manuell einstellen. Direkte Sonneneinstrahlung beeinträchtigt die Ablesbarkeit des Screens zwar erheblich, unter bedecktem Himmel lässt sich aber immer noch alles gut erkennen. Der Touchscreen des Testgerätes reagierte sensibel und punktgenau. Zum Schutz vor Kratzern kommt Corning Gorilla Glas 2 zum Einsatz.
8 Megapixel-Kamera und 5 Megapixel Front-Cam
Die 8 Megapixel-Kamera auf der Rückseite kommt mit einem LED-Blitz, Autofokus, Gesichtserkennung und HDR sowie einem Omni BSI2 Sensor und macht bei optimalen Lichtbedingungen gute Fotos. Diese wirken auf dem PC-Monitor betrachtet erstaunlicherweise besser als in der Vorschau auf dem Handy und weisen eine authentische Farbdarstellung sowie einen guten Ausgleich zwischen Schärfe und Kontrast auf. Selbst bei Dämmerlicht lassen sich noch ausreichend helle Bilder knipsen, die dann allerdings dezent zum Rauschen neigen. Der Blitz leuchtet einen Bereich bis zu vier Metern gut aus. Ebenfalls kontrastreich und scharf gelingen Video-Clips, die mit einer maximalen Auflösung von 1080p möglich sind.


Nicht nur für Video-Chats, sondern ebenfalls für die qualitativ gute Aufnahme von Selfies eignet sich die 5 Megapixel-Kamera auf der Front, die eine Auswahl von Bildabschnitten durch das Herein- oder Herauszoomen per Fingerwisch erlaubt.
NVIDIA Tegra 4i Prozessor und Speicher
Im Inneren des Wiko Wax arbeitet ein 1,7 Gigahertz NVIDIA Tegra 4i Prozessor mit vier Kernen und Unterstützung von 1 Gigabyte RAM. Diese Kombi verrichtete beim Testgerät gute Arbeit und sorgte nicht nur für gute Benchmark-Ergebnisse, sondern auch für eine flüssige Navigation durch Startseiten und Menülisten. Passend zum Prozessor integriert Wiko die Tegra Zone-App in die vorinstallierten Anwendungen.



Der interne Speicher ist mit 4 Gigabyte nicht wirklich üppig bemessen, allerdings ließen sich die meisten Apps auf dem Testhandy dank MicroSD-Erweiterungsmöglichkeit problemlos auf die Speicherkarte verschieben. Wer gerne längere Videoclips in höherer Auflösung aufnehmen möchte, sollte auf jeden Fall eine Speicherkarte eingesteckt haben, da der hierfür bemessene Teil des internen Speichers ansonsten gerade mal ein paar Minuten Videolänge zulässt, bis er voll ist.
Software und Alltagstauglichkeit
Auf dem Wiko Wax läuft bei Auslieferung Android in der Version 4.3 (Jelly Bean), an dessen Oberfläche Wiko kaum Veränderungen vorgenommen hat. Auch die vorinstallierten Anwendungen halten sich in Grenzen und beschränken sich, abgesehen von den bereits vorhandenen Google-Apps und Diensten, auf die bereits erwähnte Tegra Zone, eine Taschenlampen-Funktion und einen Dateimanager. Ein FM-Radio befindet sich nicht in der App-Liste.
Anders als die meisten günstigen Smartphones funkt das Wiko Wax nicht nur in 2G- und 3G-Netzen, sondern verfügt auch über LTE Kategorie 3. Mangels Netzausbau konnte die LTE-Empfangsstärke am Teststandort nicht gemessen werden, in 3G-Netzen erwies sie sich jedoch als gut und im GSM-Netz als sehr gut. Über die Tonqualität bei Telefonaten ließ sich ebenfalls nicht klagen: Stimmen wurden auf beiden Gesprächsteilnehmer-Seiten authentisch und laut genug wiedergegeben, um sich auch in unruhiger Umgebung noch gut verstehen zu können.



Auch beim Thema GPS lässt sich das Wiko Wax nicht beirren: Innerhalb von zwei Sekunden legte es im Test bei deaktivierter Unterstützung von Netzwerken und WLAN einen Sat-Fix vor. Daten lassen sich mit kompatiblen Geräten über Bluetooth 4.0 austauschen, außerdem unterstützt der verbaute MicroUSB-Anschluss USB OTG. NFC ist beim Wax leider nicht vorhanden – dieses wäre das Tüpfelchen auf dem i gewesen, aber irgendwo muss wohl eben doch in dieser Preisklasse gespart werden.
Fazit
Wer ein schickes 4,7 Zoll-Smartphone sucht, das noch dazu gut verarbeitet ist und eine LTE-Unterstützung sowie einen hochwertigen Prozessor an Bord hat, dürfte mit dem Wiko Wax mehr als gut beraten sein. Prima Ergebnisse lieferten im Test sowohl Kamera als auch Telefonfunktion und GPS. Der wechselbare 2.000 mAh-Akku zeigte eine überdurchschnittliche Laufzeit.
NFC fehlt dem Wax, dafür verfügt es über ein brillantes Display und ein unverbautes Android-Betriebssystem. Ein Smartphone mit ähnlichem Preis-Leistungsverhältnis und Support aus Deutschland dürfte ingesamt schwer zu finden sein.
Pro
- LTE
- Starker NVIDIA Tegra 4i Prozessor
- Gute Kamera
- Lange Akkulaufzeit
- MicroSD-Erweiterung
Contra
- Kein NFC / FM-Radio
- Kleiner interner Speicher