Ihr habt euch entschieden, studieren zu gehen. Eine gute Wahl. Die akademische Ausbildung kann Türöffner sein für viele spannende Berufe – und selbstredend auch ein ordentliches Einkommen bescheren. Das Studium ist deshalb (und auch wegen der Bologna-Reform) keine mehrjährige Feierorgie, sondern ein “verschultes” Programm über viele Semester, das von euch Disziplin und Fleiß abverlangt. Schön, wenn euch Technik bei all dem unterstützen kann.
Smartphones, Tablets und Co. sind aus dem studentischen Alltag kaum wegzudenken. Der Hörsaal: Überfüllt mit Kommilitonen, die auf ihren Displays rumtippen. In der Mensa dient euch das Smart-Device als Multimediaplayer und digitale Zeitung, Joggingrunden werden mit Apps wie Runtastic der Weltöffentlichkeit präsentiert. Selbst Bibliotheken setzen vermehrt auf digitale Publikationen, weshalb die digitalen Begleiter auch als prall gefülltes Bücherregal gewichtsparend in der Tasche verstaut werden können.
Eine schöne Utopie, wenn ihr wisst, auf was es ankommt. Dabei kann Unterstützung geboten werden. In einem mehrteiligen Special wird alles geboten, was ihr zum Thema “Android und Studium” wissen müsst.
Wieso eigentlich Android?
Vielleicht kennt ihr Bilder von Hörsälen. Von Studenten, die interessiert den Vorlesungen folgen, den Blick starr geradeaus und vor ihnen: ein Macbook! Eine ganze Armada an Macbooks. Wieso eigentlich? Apple hatte sich vor einigen Jahren den Ruf eines Geräteherstellers erarbeitet, dessen Produkte nicht nur unheimlich schick aussehen, sondern auch über ein flottes Betriebssystem verfügen und robust sind. Daran hat sich kaum etwas geändert, jedoch: Die Anschaffung von Apple-Geräten ist alles andere als günstig und kostet euch damit Geld, das ihr anderweitig investieren könnt, z.B. in die erste eigene Bude. Wer es billiger mag, könnte natürlich zum Windows-Notebook greifen. Die Geräte überzeugen zumeist mit großer Bildschirmdiagonale (so suggeriert es die Werbung) und der bekannten Windows-Oberfläche. Dafür sperren sie euren Rucksack zu und besitzen eine für studentische Belange inakzeptable Akkuleistung.
Anders Android. Das Google-Betriebssystem setzt in der Regel eine energiesparende ARM-Struktur der Geräte voraus, was die Laufleistung von Akkus verlängert, kommt aufs Wesentliche reduziert daher und eröffnet euch zig Möglichkeiten, das Studium ordentlich zu organisieren. Doch das ist nicht alles: Android-Geräte gibt es in allen Preisklassen. Schon für wenige Eurobieten euch die Geräte eine akzeptable Ausstattung. Nehmt ihr mehr Geld in die Hand, könnt ihr individuelle Wünsche wie ein größeres Display, eine bessere Kamera oder höherwertige Materialien berücksichtigen. Bei der Masse an Geräten fällt es natürlich erst einmal schwer, auszusortieren. Los geht’s also mit einem ersten “Check”…
Was ein Android-Gerät “mitbringen” sollte
Das perfekte Gerät gibt es nicht. Diese Erfahrung wurde im Studium gemacht. Zunächst genügte der Standrechner, hinzu kam ein altes Notebook, irgendwann ein kleines Netbook, ein neuer Standrechner und schließlich eine Riege an Android-Geräten. Während PC und Notebook mit der Zeit zu langsam und unbequem waren, erwiesen sich ein Asus Transformer Prime und das Sony Xperia Z als passende Begleiter für die jeweiligen Anforderungen. Andere Kommilitonen schworen auf Samsung-Geräte, HTC, Huawei… es waren eigentlich so ziemlich alle bekannteren Hersteller vertreten. Was auffiel: Die Einsteigergeräte, also jene Devices, die wirklich am unteren Ende, in der vermeintlichen Schnäppchengegend, rangierten, fanden sich nicht darunter.
Vielleicht lag es daran, dass nach vielen Geräten zuvor und mit den Studienerfahrungen im Gepäck bekannt war, was für das Studium wichtig ist.
- Akkulaufzeit: Es nervt, wenn das Gerät ständig an die Steckdose muss. Einen Marathonläufer, der vier Tage im Dauerbetrieb aushält, gab es zwar nicht, aber einen Tag lang (etwa sechs Stunden reine Arbeitszeit plus Standby) sollte das Gerät schon mitmachen – ein Besuch in der Unibibliothek, das Mittippen der Vorlesungen, Präsentieren eigener Arbeiten gehören zum Alltag. Lasst euch nicht irritieren von mAh-Zahlen, die euch verklickern sollen, wie mächtig ein Akku ist. Wichtiger ist: Wie lange lässt sich damit tatsächlich arbeiten, bis ihr an die Steckdose müsst? Und wie lange dauert ein Ladevorgang? Lässt sich der Akku wechseln?
- Rechenleistung: Dual-, Quad- oder gar Octa-Core-Prozessoren. Der Laie wird mit Performancebegriffen zugeballert, dass er glaubt, es handle sich um Raketenwissenschaft. Dual-Core-Prozessoren, also zwei Rechenkerne, sind kaum noch zeitgemäß, mit vier Prozessorkernen seid ihr für die Zukunft gut gewappnet. Die Grafikeinheit, mit der viele Hersteller zu werben versuchen, ist zweitrangig. Schön, wenn ihr grafisch anspruchsvolle Spiele darauf zocken könnt, Angry Birds und Co. brauchen aber kein Grafikmonster auf der Platine.
- Speicher: Der Arbeitsspeicher (oder auch RAM) ist das Kurzzeitgedächtnis eures Android-Geräts. Je mehr, desto besser, aktuell fahrt ihr mit 2 GB ganz gut. Demgegenüber ist der interne Speicher eines Geräts wichtig, um die Programme zu installieren, Daten zu speichern und die Musikbibliothek darauf zu spiegeln. Auch hier gilt: Je mehr, desto besser. 16 GB sind zeitgemäß, idealerweise solltet ihr den internen Speicher mit einer microSD-Karte erweitern können.
- Display: 4-, 5-, 10,1- oder doch lieber 13-Zoll-Display? Smartphones und Tablets bieten eine Vielzahl an Bildschirmdiagonalen. Aber welche Größe ist die passende? Das kommt auf euer Empfinden an. Als “Faustregel” gilt: Ein Smartphone sollte sich mit einer Hand bedienen lassen und in selbiger liegen, ein Tablet (eingepackt in eine stabile Hülle) so platzsparend sein, dass auch noch Bücher, Vorlesungshefter und Getränke in den Rucksack passen. Die Auflösung des Displays ist nicht unbedeutend: Je mehr Bildpunkte pro Zoll dargestellt werden, desto augenschmeichelnder und weniger ermüdend ist das Lesen langer Texte auf dem Gerät. Ein (AM)OLED-Display ist leuchtstärker, verbraucht weniger Strom und erzeugt geringere Abwärme. Um schnellen Verschleiß des Bildschirms entgegen zu wirken, solltet ihr auf jeden Fall eine Schutzfolie aufbringen. Die kostet nur wenige Euro.
- Netzwerkfähigkeiten: Hier ist zu unterscheiden zwischen dem mobilen Datenverkehr (dazu gehören auch Telefonate oder das Surfen auf Webseiten, während ihr unterwegs seid) und den drahtlosen Netzwerken daheim und in Universitäten bzw. ihren Institutionen. Während ihr bei der WLAN-Fähigkeit auf die gängigen Standards 802.11 b/g/n achten solltet (die meisten Smartphones unterstützen diese), ist das viel gepriesene LTE (noch) ein Preistreiber. Über einen Vertrag, der euch ein Mindestvolumen vorsetzt und jedes zusätzliche Megabyte bezahlen lässt, könnt ihr schon mal den nächsten Monat voller Kneipenbesuche beim Provider lassen. Nicht schön. Entscheidet ihr euch doch für einen Vertrag mit mobilem Volumen, bedenkt, dass Dual-Verträge komfortabel klingen: Smartphone und Tablet unterwegs nutzen. Volle Mobilität. Und das für nur fünfunddrölfzig Euro mehr im Monat. Schenkt euch das, denn Android bietet eine Hotspot-Funktion, die in einem späteren Teil dieses Specials vorgestellt wird. Kurzum aber: WLAN mit 802.11 b/g/n reicht in der Uni aus, LTE ist zwar nett, kann aber zur Kostenfalle werden. Mit einem Smartphone-Tarif seid ihr auf der sicheren Seite, Tablet-Tarife sind Luxus.
- Klang: Herje, mag sein, dass einige Hersteller damit werben, ihre Smartphone- oder Tablet-Lautsprecher würden astreinen Sound wiedergeben – dies ist in der Regel nicht der Fall. “Klang” ist kein Qualitätskriterium aus dem Grund, dass der Platz in den schmalen Gehäusen als Resonanzraum nicht ausreicht, um voluminöse Klangteppiche zu schaffen. Für alles andere gibt es Boxen, wahlweise via Klinke oder Bluetooth betrieben, die zuhause Hörerlebnisse bieten. Unterwegs tun es andere Kopfhörer.
- Android – die Königsfrage: Welche Android-Version wird für das Gerät angeboten? Stand August 2014 seid ihr mit Android 4.4.2 (KitKat) gut aufgehoben. Hersteller des gehobenen Preissegments, etwa Sony oder Samsung, rüsten ihre mittleren und hohen Modelle mit neuen OS-Versionen aus. Billiganbieter eher nicht. Dann habt ihr noch immer die Möglichkeit, über Alternativen wie die CyanogenMod das Handy weiter zu betreiben. Für Einsteiger ist dies aber nicht ideal.
- Zubehör: Was wird angeboten an zusätzlichen Extras? Klar, eine Tasche in Krokodillederoptik ist nett, doch wer schon mal versuchte, eine Vorlesung nur mit der Touch-Tastatur mitzutippen, weiß, wie schwer das fällt. Auf das Zubehör wird in einem späteren Teil des Specials eingegangen.
Und welche Geräte nun? Habt ihr Beispiele?
Natürlich gibt es Beispiele für gute Geräte, die bereits getestet wurden. Es wurde je ein Gerät im niedrigen, mittleren und hohen Preissegment ausgewählt. Ein Klick auf den Gerätenamen führt zu einer Einschätzung.
Einsteigerklasse: Wiko Rainbow. 159 Euro. Wenig Geld für das, was euch das Wiko Rainbow bietet: Vierkern-Prozessor, 5-Zoll-Display mit 1.280 x 720 Bildpunkten und Gorilla-Glass, einen (austauschbaren) 2.000 mAh-Akku, der durch innovative Stromspartechnologien stundenlanges Wälzen von eBooks ermöglicht – zusätzlich die Möglichkeit, zwei SIM-Karten einzustecken. All das spricht erst einmal für ein sehr, sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Abzüge in der B-Note gibt es für den mit 1 GB knapp bemessenen Arbeitsspeicher und die nur 4 GB zum Speichern all eurer Dokumente. Zwar könnt ihr via microSD nochmals 32 GB draufpacken, komfortabel ist das nicht. Mit Android 4.2.2. ist das Betriebssystem leicht angestaubt, dafür könnt ihr das Wiko Rainbow auch in poppigen Farben ordern.

Edles Design, gute Ausstattung – das ThL 11
Mittelklasse ThL T11. Ein Smartphone für gut 200 Euro, das mit Acht-Kern-Prozessor, 5 Zoll-Display mit Gorilla-Glass, 2 GB RAM und 16 GB internem Speicher auftrumpft. Die verbauten Komponenten, Haptik, Optik und das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugten, nur der 2.000 mAh ist etwas knapp bemessen, vergleicht man es mit dem ähnlich teuren ThL 5000, das für einen ähnlichen Preis gut 5.000 mAh bietet. Nachteil: Das Gerät muss importiert werden. Abgesehen von längeren Versandzeiten kann es sein, dass ihr die örtliche Zollbehörde besuchen müsst, um euch das Päckchen abzuholen. Ein Aufwand, der sich lohnen kann, für Kurzentschlossene aber indiskutabel ist.
Deluxe durch und durch: Das Galaxy S5
Oberklasse: Habt ihr oder haben eure Eltern zu viel Geld übrig, ist das Samsung Galaxy S5 vielleicht genau das, was ihr braucht. Keine Schmähung, dass das Gerät gut 540 Euro kostet, es ist eigentlich jeden Euro wert. So ist das Kuntstoffgehäuse wertig gearbeitet, der Bildschirm mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten auf 5,1 Zoll Displaydiagonale augenschmeichelnd, die Vierkern-Prozessor und die 2 GB Arbeitsspeicher erlauben flottes Arbeiten. Mit 16 bzw. 32 GB Arbeitsspeicher ist das S5 gut ausgestattet, eine microSD mit bis zu 64 GB zusätzlichem Speicher erweitert die Kapazität enorm. Die 2.800 mAh, die der Akku besitzt, reichen aus, um den studentischen Alltag zu bewältigen.
Auch an Tablets ist der Markt alles andere als arm: Derzeit überbieten sich Samsung, Sony, Acer und Co. mit allerlei Schnickschnack, den kaum einer braucht. Sticht man so aus der Masse hervor? Eher nicht. Deshalb drei Geräte, die Sinn machen.
Einsteiger-Tablet durch und durch
Einsteigerklasse: Acers Iconia A1 mag mit 189 Euro teurer sein, als die Angebote des Discounters um die Ecke, doch die Zusammenstellung weiß zu überzeugen. Ein zeitgemäßer Vierkern-Prozessor, 16 GB interner Speicher und 4.960 mAh-Akku für sieben Stunden Arbeitszeit klingen solide, oder? Schon, wäre da nicht der Rest: Zwar sind 1.024 x 768 Bildpunkte auf 7,9 Zoll ausreichend und auch die Android-Version 4.2 ist noch passabel.
Probleme könnten die 1 GB Arbeitsspeicher sein. Office-Anwendungen sind davon nicht betroffen, komplexere Webseiten können aber schon einmal stottern. Ein Allrounder zum schmalen Taler. Nicht mehr, nicht weniger.
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Sonys Xperia Tablet Z.
Mittelklasse: Sonys Xperia Tablet Z ist das einzige Gerät, das nicht im Test war. Und außergewöhnlich. Wolltet ihr nicht schon immer in der Badewanne unter Wasser Videos anschauen, auf Webseiten surfen oder zocken? Nein – schade, ist es doch wasserdicht! Klar, das war jetzt überspitzt, denn auch ohne wasserdicht zu sein, wäre Sonys Flachrechner eine klare Empfehlung. Mit rund 350 Euro preislich fair, bieten euch die Japaner ein designtechnisch aufs Wesentliche reduziertes Tablet, das vor allem durch flotte Bedienung (dank Vierkern-Prozessor und 2 GB RAM), hochauflösendes Display und die 16 GB internen Speicher zu gefallen weiß. Letzterer ist via microSD auf 32 GB erweiterbar. Durch diverse Anstecktastaturen und die neun Stunden Arbeitszeit mit einer Akkuladung ist das Gerät voll studientauglich. Das Tablet wird mit Android 4.1 ausgeliefert – ein Update auf die Version 4.4.2 (KitKat) steht aber zum Download bereit.
Oberklasse: Für 750 Euro kann der gemeine Student ein Jahr lang Mahlzeiten zusammenkaufen, in den Urlaub fahren, die Abgabe der Leihbücher aus der Bibliothek überziehen, einen Gebrauchtwagen beziehen – oder das Samsung Galaxy Note Pro 12.2 LTE kaufen. Für jeden Euro gibt es ein Gramm Gerät – und nicht etwa Gammelkomponenten, sondern die Kobe-Rinder unter den Bauteilen. Der Vierkern-Prozessor ist verdammt schnell und bietet euch Performance, mit der auch spätere Apps geschmeidig laufen, 3 GB Arbeitsspeicher unterstützt das Flachbrett bei seiner Arbeit, die 9.800 mAh im fest verbauten Akku reichen locker aus, um euch über den Tag zu bringen – Samsung spricht von 13 Stunden Arbeitszeit mit voller Akkuladung. Der 12,2 Zoll große Bildschirm bietet eine Auflösung von 2.560 x 1.600 Bildpunkten – angenehmes Lesen ist so garantiert. Um Dokumente, Bilder, Musik und Programme zu speichern, stehen üppige 32 bzw. 64 Speicher zur Verfügung. Was die Hardware schon erahnen lässt, komplettiert die Software: Das Galaxy Note Pro ist als Arbeitsgerät bestimmt, dem trägt Samsung Rechnung durch feine Features wie der Darstellung mehrer Fenster (= Apps), die ihr frei dimensionieren und positionieren könnt. Das erleichtert den Umstieg von Windows oder Apple auf Android ungemein. Neben einer offiziellen Bluetooth-Maus bietet Samsung auch eine vollwertige Stecktastatur – so wird das Note Pro zum Android-Notebook. Eine klare Empfehlung also, wenngleich sehr, sehr teuer.
Stöbert gerne etwas im Internet oder den Elektromärkten herum. Vielleicht findet ihr ein Gerät, das genau euren Vorstellungen entspricht. Der nächste Teil des Specials widmet sich Apps, die euch im Studienalltag behilflich sind.
