Es gibt einige Neuigkeiten zum Moto X – und die Antwort auf eine offene Frage.
Das Moto X beherrscht die Schlagzeilen, daran wird sich in den kommenden Wochen wohl auch nichts mehr ändern. Schließlich steht zu erwarten, dass die Zahl der Leaks noch zunimmt, je näher die offizielle Präsentation des Geräts rückt. Wie spannend die Angelegenheit für Europäer bleibt, muss sich zeigen: Bis jetzt deutet nichts darauf hin, dass das Moto X auch in Europa auf den Markt kommt. Angeblich arbeiten Motorola und Google stattdessen an einem Flaggschiff speziell für den europäischen Markt.
Interessant ist das Gerät natürlich. Vor allem, weil Motorola und Google den Käufern ermöglichen wollen, bestimmte Teile des Geräts vorab selbst zu bestimmen. Wie eine geleakte Roadmap des US-Providers Verizon enthüllt, wird das Moto X in dern Vereinigten Staaten ab dem 23. August in den Verkauf gehen. Ein angebliches neues Foto hat talkandroid im chinesischen Weibo-Netzwerk aufgetrieben. Der Fundort wirft allerdings Fragen auf: Das Moto X wird in den USA gefertigt, warum sollte das Gerät ausgerechnet in China auftauchen?
Wissenswert sind auch die Zahlen, die das Wall Street Journal am Donnerstag enthüllt hat. Bis zu 500 Millionen Euro will Google angeblich für Moto X-Werbung ausgeben – mehr als Samsung und Apple. Für ein einziges Gerät. Samsung gab in den USA laut des Artikels im letzten Jahr 401 Millionen US-Dollar aus, Apple kam auf 333 Millionen Dollar.
Ob es am Ende wirklich soviel wird, hängt wohl auch damit ab, ob der Verkauf des Moto X hoffnungsvoll beginnt. Auf jeden Fall wollen die zitierten Insider wissen: Google wird das Moto X mit viel Geld zu pushen versuchen. Warum?
Die Antwort liegt in Samsungs Dominanz auf dem Android-Markt. Android selbst braucht keine Werbung mehr, das System ist ein weltweiter Erfolg. In Westeuropa beträgt sein Marktanteil derzeit 69 Prozent. Schlüssel des Erfolgs ist das mittlerweile sehr breite App-Angebot in Kombination mit dem konkurrenzlosen Angebot an Niedrigpreismodellen – und hier ist niemand so gut aufgestellt wie Samsung. Die Koreaner verkaufen soviele Geräte wie niemand sonst und verdienen mit Android mehr als alle anderen, Google wahrscheinlich inklusive.
Zulieferer und Provider hoffen auf einen Hersteller, der Samsung ernsthaft Konkurrenz machen kann und wieder für mehr Bewegung und Wettbewerb auf dem Markt sorgt. Weiter im Raum steht zudem das Schreckenszenario, Samsung könnte Amazons Beispiel folgen und sich mit einer eigenen Version von Android selbständig machen – auch wenn Offizielle von Samsung und Google immer wieder die guten Beziehungen zwischen beiden Unternehmen betonen.
Google ist sich des Problems bewusst und pumpt entsprechend viel Geld ins Moto X-Marketing. Folgerichtig erscheint auch die Konzentration auf den US-Markt, wo Motorola als Traditionsmarke tief verwurzelt ist. Andere Märkte wurden schon vor dem Kauf durch Google eher stiefmütterlich behandelt. Doch reichen bunte Hüllen und die dem aktuellen Stand nach mittelmäßige technische Ausstattung, um den notwendigen Hype um das Moto X zu entfachen?
