Neben Motorola, Sony und Co. präsentiert auch Samsung im Rahmen der IFA diverse neue Produkte. Während bei den Koreanern die Smartphone-Sparte in diesem Jahr erstaunlich kurz kommt, sorgen vor allem die smarten Uhren, ein geheimnisvolles Tablet und ein neues Device für das sogenannte Internet of Things für Aufsehen.
Samsung Gear S2
Samsung Gear 2 Standard (links) und Classic.
Mit der Gear S2 war die zweite Generation der smarten Samsung-Uhr das Highlight der diesjährigen IFA-Präsentation. Mit seinem neuen Modell verabschiedet sich der koreanische Hersteller nun endlich vom klobigen und rechteckigen Design der Gear S, das sich bereits im Test als größtes Manko der vernetzten Uhr herausstellte. Die neue Smartwatch macht vieles anderes und dabei vieles besser als der Vorgänger. Neben der Gear S2 Classic, die optisch nicht viel von einem traditionellen Chronografen unterscheidet, gibt es mit der Gear S2 Standard ein weiteres Modell, das vor allem Fans gepflegter Science-Fiction ansprechen dürfte. Beide Geräte sind weitestgehend schlicht gehalten und besitzen, bis auf zwei Knöpfe am rechten Rand und einer drehbaren Lünette, über die die Uhr durch Drehen gesteuert wird, keinerlei Auffälligkeiten. Darüber hinaus ist die Gear S2 natürlich ebenfalls mit einem Touchscreen ausgestattet.
Mit einem Durchmesser von 1,2 Zoll beziehungsweise 2,54 Zentimeter ist das Super-Amoled-Display der Gear S2 zwar verhältnismäßig klein, liefert dafür allerdings dank einer Auflösung von 360 mal 360 Bildpunkten gestochen scharfe Bilder. So wirklich schlank ist die Uhr mit einer Bauhöhe von 11,4 Millimetern allerdings nach wie vor nicht. Im Inneren arbeitet der hauseigene Exynos 3250 Dual-Core-Prozessor mitsamt 768 Megabyte Arbeitsspeicher.Während die Gear S2 im direkten Vergleich zu Gear S in Hinblick auf die Leistung noch einmal ordentlich zulgegt hat, verändert sich am 4 Gigabyte großen Flash-Speicher nichts. Genau wie der Vorgänger läuft auch Samsungs neuste Smartwatch mit dem eigen Tizen OS – Nutzern bleibt der Zugriff auf viele der zahlreichen Android-Apps also weiterhin verwehrt. Zusätzlich zu einem Beschleunigungssensor, GPS, Gyroskop, Herzschlagsensor und Luftdruckmesser wird ein NFC-Chip zum bargeldlosen Bezahlen in der Gear S2 verbaut.
Neben einer reinen Bluetooth-, wird es eine 3G-Version der Gear S2 geben. In dieser wird die neuartige Embedded SIM (eSIM) zum Einsatz kommen, die einen späteren Providerwechsel ohne den Austausch der, in der Uhr verbauten SIM-Karte ermöglichen soll.
Ein geheimnisvolles Tablet
Was steckt im Galaxy View? (Screenshot IFA-Präsentation)
Kurz bevor Samsung Präsentation endgültig vorüber war, zeigten die Koreaner für wenige Sekunden ein neues Tablet auf der Leinwand. Viel wollte das Unternehmen nicht über das Galaxy View preisgeben, außer dass das neue Gerät ein besonders großes Display besitzen soll. Bereits vor einigen Wochen wurde laut, dass Samsung an einem 18,4 Zoller arbeiten soll. Könnte das vorab geleakte SM-T670 nun zum Galaxy View werden? Auf dem fast 47 Zentimeter großen Display des SM-T670 sollen 1.920 x 1.080 Pixel Platz finden – mit lediglich 120 ppi wäre das dargestellte Bild allerdings recht grob aufgelöst. Zudem sollen über eine 8 Megapixel Hauptkamera und eine 2,1 Megapixel Selfie-Knipse Schnappschüsse über den Tablet-Riesen angefertigt werden können. Im Inneren des Gerätes wird bisweilen ein Samsungs Exynos 7580, ein 64 Bit Octa-Core-Chip mit 1,6 Gigahertz Taktfrequenz, vermutet. Darüber hinaus sollen 2 Gigabyte Arbeitsspeicher und 32 Gigabyte Flash-Speicher gemeinsam mit einem 5700 mAh Akku in dem geheimnisvollen Tablet Platz finden.
Ob an den Gerüchten und Spekulationen etwas dran ist, das wird sich im Oktober zeigen: da will Samsung mit weiteren Informationen zum Galaxy View rausrücken.
Samsung SleepSense
„Das Internet of Things ist kein Trend, es ist das Herz unserer technologischen Zukunft“, sagte der Samsung-Sprecher Won-Pyo Hong über die Unternehmens-Vision eines intelligenten Zuhauses. Das Internet of Things soll laut Samsung mehr sein, als ein paar Haushaltsgeräte die irgendwie untereinander vernetzt werden – das allumfassende, digitale Netzwerk soll sich über das Auto bis auf den privaten Arbeitsplatz spannen lassen. Was für die einen Zukunftsvision ist, grenzt für andere an riesiger Sicherheitslücke und/oder Totalüberwachung. Das Internet of Things soll nicht nur den Kühlschrank selbstständig auffüllen oder den Fortschritt der Waschmaschine global nachvollziehbar machen, auch der Aufenthaltsort der eigenen Kinder soll nicht länger Privatsache bleiben.
Mit SleepSense erweitert Samsung das Internet of Things um ein weiteres Device. Das kleiner Geräte wird unter der Matratze positioniert, misst dort die Herzfrequenz, ermittelt Bewegungs- und Schlafverhalten. Wozu? Das vernetzte SleepSense wertet die erfassten Daten blitzschnell aus und steuert anhand der Schlafgewohnheiten beispielsweise Beleuchtung und Raumtemperatur. Steht man also täglich um 5:30 Uhr auf, dimmt das Device schon langsam das Licht nach oben, schließt die Fenster und macht die Heizung an. Je nach Bedürfnis weist SleepSense kurz vor dem Erwachen, entsprechend der erfassten Daten, die Kaffeemaschine an eine Kanne des schwarzen Glücks zuzubereiten. Über eine App soll das Geräte darüber hinaus wertvolle Tipps zur Optimierung des Schlafes bereitstellen.
Und sonst so?
Abseits der eben genannten Geräte, einigen Waschmaschinen, Kühlschränken und Fernsehern viel die diesjährige IFA-Präsentation Samsungs verhältnismäßig unspektakulär aus. Die bedeutenden Smartphones, wie das Galaxy S5 Neo, das Galaxy Note 5 oder das Galaxy S6 Edge Plus stellte das koreanische Unternehmen allesamt bereits im Vorfeld der Messe vor.