2016 bleibt als besonders denkwürdig in Erinnerung, weil Samsung als Gesamtunternehmen am Nasenring durch die Manege gezogen wurde. Das Galaxy Note 7 sollte ein bislang unerreichtes Spitzenmodell werden, entpuppte sich aber als Horror. Für Samsung, Kunden und die Tech-Branche im Allgemeinen.
Samsung war es nicht nur seinen Kunden, sondern auch Aktionären und sich selbst schuldig, den Grund für die Dutzenden Spontanentzündungen, Explosionen und das Platzen vieler Galaxy Note 7 zu klären. Nur so konnte und kann sich Vertrauen aufbauen lassen – nachdem das Gerät gar Flugverbot erhielt und erst im Dezember ein Scherzkeks mit der Hotspot-Benennung nach dem explosiven Smartphone einen Virgin Airlines-Flug auf den Boden brachte.
Die Untersuchung ist abgeschlossen; dies ist seit Wochen bekannt. Inhalte waren bislang unbekannt; einem Leak des Wall Street Journals ist es zu verdanken, dass erste Infos an die Öffentlichkeit drängen. Die bange Frage: War die Konstruktion des Akkus Schuld? Die Antwort: Jein. Per se ist nicht die neue Akku-Membran Schuld an der Spontanentzündung. Stattdessen soll schlicht und ergreifend die Produktionsqualität der Batterien nicht gestimmt haben. Qualitätsmängel stellten die untersuchenden Ingenieure bei beiden Firmen fest, welche die Batterien produzierten.
Produzent Nummer eins, pikanterweise die Samsung-Tochter Samsung SDI, fertigte Batterien, die nicht exakt den geforderten Maßen entsprachen. Nachdem diese die erste Welle an Galaxy Note 7 außer Gefecht setzten, ersetzte Samsung die Batterien durch ein neues Modell des chinesischen Herstellers ATL. Die hätten zwar die entsprechenden Maße eingehalten, durch das schnelle Hochfahren der Produktion allerdings andere Probleme gehabt – über die erst der Untersuchungsbericht Aufschluss geben wird.
Erwartet wird der Report auf einer großen Pressekonferenz, die unmittelbar vor dem Mobile World Congress in Barcelona Ende Februar stattfinden soll.
(Quelle: Spiegel.de)
