Immer mal wieder ist das Samsung Galaxy Note 8.0 als womöglich stärkster iPad mini-Konkurrent im Gespräch. Fabulieren kann jeder – das Tablet mit Telefon-Funktion wurde stattdessen selbst unter die Lupe genommen.
Verarbeitung und Zubehör
Das Note 8.0 kommt im typischen Galaxy-Design mit abgerundeten Ecken und Kunststoff-Body daher. Ein silberfarbener Rand rund um das Gehäuse gibt dem Gerät einen leicht edlen Anstrich. Am Tablet-Rand sind silberne Tasten für die Ein-/Aus-/Sperrfunktion und Lautstärkeregelung sowie ein Infrarot-Port, zwei Lautsprecher und Anschlüsse für MicroUSB und das Headset angebracht. Beim 3G-Modell gibt es natürlich auch einen MicroSim-Steckplatz sowie, erfreulicherweise, einen MicroSD-Kartenslot zur Speichererweiterung.
Der S Pen genannte Stift steckt ziemlich fest in einem Slot an der Gehäuse-Unterkante. Unter dem Display prangt der obligatorische Home-Button inmitten beleuchteter Sensortasten mit Menü- und Zurückfunktion. Beide Sensortasten lassen sich sowohl mit dem Finger als auch mit dem S Pen bedienen. Über dem Screen ist ein silbernes Lautsprechergitter nebst Sensoren und Frontkameralinse eingelassen. Die Kameralinse der 5 Megapixel-Knipse liegt etwas erhaben auf der Rückseite und dürfte bei häufigem Ablegen auf harten Oberflächen schnell mal den einen oder anderen Kratzer abbekommen.

Insgesamt ist das Samsung Galaxy Note 8.0 trotz Kunststoffgehäuse hochwertig verarbeitet mit geringen Spaltmaßen. Mit Außenmaße von 211 × 136 × 7,95 Millimetern ist das Device recht handlich, vorausgesetzt, man betrachtet es als Tablet – hält man es während eines Telefonates ans Ohr, wirkt das schon etwas gewöhnungsbedürftig. Auch erlahmt der Arm aufgrund der 345 Gramm, die das Note 8.0 auf die Waage bringt, in dieser Haltung ziemlich schnell.
Zubehör
In dem umweltfreundlich gestalteten Zubehörkarton des Galaxy Note 8.0 befanden sich ein USB-Datenkabel mit Netzadapter, eine Kurzanleitung und Serviceheftchen. Der 4.600 mAh-Akku ist fest im Gehäuse verbaut. Eine ausführliche Bedienungsanleitung gibt es man als App auf dem Tablet.
Die wichtigsten Daten des Samsung Galaxy Note 8.0:
| Betriebssystem: | Android 4.1.2 (Jelly Bean), Nature UX TouchWiz |
| Prozessor: | 1,6 Gigahertz Exynos 4412 Quad-Core |
| Display: | kapazitiv, 8 Zoll, LCD TFT (800 x 1280 Pixel), Stifteingabe über S-Pen |
| Arbeitsspeicher: | 2 GB |
| Interner Speicher: | 16 GB |
| MicroSD | bis 64 GB |
| Kamera: | 5 Megapixel, Autofokus |
| Videoaufnahme: | 720p |
| Frontkamera: | 1,3 Megapixel |
| Konnektivität: | WiFi 802.11 a/b/g/n Dual-Band, WiFi-Direct, WiFi-Hotspot, Bluetooth 4.0, Infrarot |
| Netzwerke: | optional 3G oder 4G (voraussichtlich ab Ende Mai im Handel) |
| Schnittstellen: | 3,5 mm Klinkenanschluss, MicroUSB mit MHL (HDMI-Unterstützung) |
| Ortung: | A-GPS, Glonass |
| Sensoren: | Beschleunigungssensor, Gyro-Sensor, Kompass, Näherungssensor |
| Akku: | 4.600 mAh Li-Ion |
| Maße: | 211 x 136 x 7,95 mm |
| Gewicht: | 335 g |
Display und Kamera
Das 8 Zoll große TFT-LCD Display löst mit 1280 x 800 Bildpunkten auf und macht beim ersten Hinsehen einen guten Eindruck. Farben werden sehr authentisch und kräftig leuchtend wiedergegeben, kleine Schriften wirken bei genauerem Hinsehen allerdings etwas ausgefranst. Die spiegelnde Display-Oberfläche erschwert zwar die Ablesbarkeit bei direkter Sonneneinstrahlung – dank der ansonsten guten Darstellung und hellen Ausleuchtung lassen sich Bildschirminhalte jedoch auch bei der Draufsicht von der Seite gut noch erkennen.

Kamera
Die 5 Megapixel-Kamera auf der Rückseite ist mit einem Autofokus, nicht aber mit einem Blitzlicht ausgestattet. Bei optimalen Lichtverhältnissen geknipste Fotos gelingen besonders im Nahbereich und bei einem Abstand bis zu zwei Metern gut. Bei Dämmerlicht stellt sich schnell ein deutliches Bildrauschen ein. Auch Landschaftsaufnahmenen sehen auf den ersten Blick ordentlich aus, jedoch ist schon bei einer leichten Vergrößerung von Bildabschnitten eine deutliche Unschärfe in der Detail-Darstellung erkennbar.
Auch für Videoaufnahmen in 720p sollte eine gute Ausleuchtung vorhanden sein, da diese ansonsten schnell zur Unschärfe neigen. Für Gelegenheitsaufnahmen im Freien eignet sich die Videoaufnahmefunktion aber allemal.

Software und Telefonfunktion
Auf dem Testgerät lief Android 4.1.2 (Jelly Bean) mit der Nature UX TouchWiz-Benutzeroberfläche, inklusive Air View, Easy Clip, S Planner, S Note und Multi-Window-Funktion. Zieht man den S Pen aus seiner Halterung, springt das Startdisplay direkt auf ein Funktionsmenü, über das Skizzen, Notizen, Tagebücher, Grußkarten oder Ähnliches angelegt und bearbeitet werden können (siehe auch den Testbericht vom Samsung Galaxy Note II “Stylus alias S Pen”).
Das App-Menü ist außer mit den Google-eigenen Anwendungen mit einem ganzen Packen nützlicher Software wie beispielsweise Polaris Office, Game-, Video-, Learning- und MP3-Hubs, Flipboard oder AllShare Play ausgestattet. Die App Smart Remote ermöglicht die Nutzung des Smartlets als Fernbedienung über die integrierte Infrarot-Schnittstelle.

Telefonieren
Hat man es erstmal geschafft, die MicroSim-Karte in den dafür vorgesehenen Slot zu schieben, was sich beim Note 8.0 als ziemlich fummelige Angelegenheit gestaltet, lässt sich das Tablet, außer zur Datenübertragung, auch ohne Headset zum Telefonieren nutzen.
Vom schon erwähnten Gewicht des Smartlets mal abgesehen, funktionierte das im Test erstaunlich gut. Sowohl an der Empfangsstärke in O2-Netzen als auch an der Klangqualität bei Telefongesprächen ließ sich nichts bemängeln. Wer auf die Telefonfunktion verzichten kann, findet im breiten Samsung-Portfolio auch ein reines WiFi-Modell des Note 8.0. Eine LTE-Ausführung soll Ende Mai in den Handel kommen.
Prozessor, Speicher, Akku
Der 1,6 Gigahertz Quad-Core Exynos 4412 Prozessor leistet, flankiert von einer Mali-400MP GPU und 2 Gigabyte Arbeitsspeicher, ganze Arbeit. Die Screenshots vom AnTuTu Benchmark- und Quadrant Standard-Test sprechen für sich.
Nun helfen aber die besten Benchmark-Ergebnisse nichts, wenn es bei der Bedienung ruckelt und zickt. Aber auch in diesem Punkt gab sich das Testgerät keine Blöße – das Blättern durch Widget-beladene Startscreens oder Menülisten lief butterweich und auch grafikintensive Spiele ließen sich problemlos zocken.
Vom 16 Gigabyte großen internen Speicher bleiben dem Nutzer nurmehr 9 Gigabyte übrig, die sich jedoch mit MicroSD-Karten um bis zu 64 Gigabyte aufrüsten lassen.

Das leuchtstarke Display scheint reichlich stromhungrig zu sein, denn nach knapp 21 Stunden bei halb hochgeregeltem Display mit adäquater Nutzung von Internet und Kamera, eingeschalteter Synchronisierung, WLAN und GPS zeigte die Akkuanzeige nur noch 19 Prozent der Ladung an, und der Bildschirm wurde als Hauptverbraucher angegeben (siehe Screenshot).
Fazit
Sowohl die Verarbeitung als auch die schnelle Performance gaben beim Samsung Galaxy Note 8.0 keinen Anlass zur Kritik. Die Displaydarstellung ist, die Farben betreffend, sehr brillant – bei kleinen Schriften fielen jedoch ausgefranste Ränder auf.
Die Bedienung des Displays und der Sensortasten mit dem S Pen klappte prima, die hierfür vorgesehenen Apps erwiesen sich als nützlich und gut durchdacht.
Auch wenn das Smartlet zu Telefonieren vielleicht nicht ganz die optimale Größe hat und umstehenden Passanten Anlass zum Schmunzeln geben dürfte, wenn es ans Ohr gehalten wird, ist die Telefon-Qualität ansonsten durchaus alltagstauglich. Insgesamt hinterließ das Samsung Galaxy Note 8.0 einen sehr ordentlichen Eindruck.
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Pro - Schnelle Performance - Telefonfunktion - MicroSD-Erweiterung |
Contra - Hoher Stromverbrauch des Displays |

