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Veröffentlicht am Android-Themen · Hardware · Android Tablets 10 Min. Lesezeit

Samsung Galaxy Note II im Test – Smartlet? Phablet? Egal, Spitzengerät!

Das Galaxy Note II rangiert mit seinem 5,5 Zoll Display genau im Mittelfeld zwischen Android-Smartphone und Tablet: Handlich genug, um damit telefonieren zu können, groß genug zum Zeichnen und zur Notizeingabe. Und genau zu diesem Zweck kommt das Note II mit einem S Pen, der neben der simplen Notizfunktion noch jede Menge anderer Features in Petto hat. Dank Quad-Core Prozessor und 2 Gigabyte RAM dürfte es in Punkto Geschwindigkeit bei diesem Smartlet eher wenig Grund zur Klage geben. Das Note II wurde einmal genauer unter die Haube geschaut.

Design und Verarbeitung

Optisch wirkt das Galaxy Note II wie ein überdimensionales Galaxy S III. Ebenso wie das S III ist das Note II in den Farben “Marble White” und “Titanium Grey” zu haben. Im Test lag das weiße Modell vor. Dessen Front wird vom 5,5 Zoll großen Display beherrscht. Zum Vergleich: Nutzer des Vorgängers mussten sich noch mit 5,3 Zoll zufrieden geben.

Bei der Gehäuse-Größe haben sich lediglich die Verhältnisse etwas verschoben; so ist das Note II mit 151.1 x 80.5 x 9.4 Millimetern zwar etwas höher, dafür aber schmaler und dünner als sein Vorgänger, dessen Außenmaße 147.0 x 83.0 x 9.6 Millimeter betrugen. Trotz seiner 182 Gramm Gewicht liegt es überraschend leicht in der Hand. Dafür dürfte unter anderem das Kunststoff-Cover verantwortlich sein, das zwar nicht so edel wie Glas oder Aluminium wirkt, dafür aber andere Vorteile mit sich bringt.

Galaxy Note II Backcover

Über dem Display sind der obligatorische Samsung-Schriftzug, ein silbernes Lautsprechergitter, Sensoren, die Linse der 1,9 Megapixel-Frontkamera und eine Status-LED angebracht, die jedoch nur im aktiven Zustand sichtbar ist. Auf den ersten Blick ist unter dem Screen nur der Drücker für die Home-Funktion zu sehen. Die Symbole der Sensorfelder für die Menü- und die Zurück-Funktion leuchten erst auf, wenn man diese berührt.

Ein silberfarbener Zierrahmen zieht sich rund um das Gehäuse und verleiht diesem wenigstens einen edlen Hauch. In den Rahmen ist auf der linken Seite eine Wippe zur Lautstärkeregulierung eingelassen. Der Audio-Anschluss sitzt an der Oberkante, die Ein-/Aus-/Sperrtaste an der rechten Seite. An der Unterseite sind der MicroUSB-Anschluss und der Einschub für den Stylus zu sehen.

Galaxy Note II Stylus

Die glatte Rückseite ist sehr anfällig für Fingerabdrücke. Auf dieser befinden sich eine leicht erhabene Kameralinse, der LED-Blitz und der Außenlautsprecher. Dessen Schutzgitter wölbt sich leicht nach oben, vermutlich, um das Gerät beim Musikhören leicht von der Auflagefläche abzuheben, und den Lautsprecher somit nicht ganz zu verdecken. Allerdings führt die somit nicht ganz plane Auflagefläche dazu, dass das auf dem Tisch abgelegte Smartlet bei der Eingabe von Texten schon mal ganz schön ins Kippeln gerät – hier stellt sich die Frage, ob der Lautsprecher nicht anderswo besser angesiedelt gewesen wäre.

Wie auch schon bei anderen Samsung-Modellen ist die Rückseite extrem biegsam, wenn sie nicht gerade auf dem Device steckt. Angesteckt biegt sich aber nichts mehr, und auch von Knarzern ist selbst bei festem Zupacken keine Spur. Allerdings ist es eine ziemliche Fummelei, das weiche Cover beim Anbringen wieder an den zahlreichen Verankerungspunkten einrasten zu lassen – so wird schnell mal einer vergessen (siehe Bild). Insgesamt macht das Note II einen sehr gut verarbeiteten Eindruck. Die Spaltmaße fallen gering und gleichmäßig aus. Steckplätze für MicroSim- und MicroSD-Karte sitzen unter der Akkuabdeckung.

Ausstattung

Das 5,5 Zoll HD Super AMOLED Display des Galaxy Note II löst mit 1280 x 720 Bildpunkten auf. Der 16:9-formatige Screen bietet einen echten Augenschmaus. Sogar, wenn man sich die Nase daran plattdrücken würde, wären keine Pixel zu erkennen – Farben leuchten einem förmlich entgegen, sind dabei aber nicht so grell, wie von manch einem AMOLED-Screen gewohnt. Wer die Farben trotzdem noch als zu bunt empfindet, findet in den Anzeigeeinstellungen vier verschiedene Modi zur Farbanpassung. Besonders bei der Fotobetrachtung oder beim Videoschauen macht das hell ausgeleuchtete Display richtig Spaß.

Die wichtigsten Specs des Samsung Galaxy Note II im Überblick:

 Betriebssystem:  Android 4.1.1 (Jelly Bean), TouchWiz 4 Oberfläche
 Prozessor:  1,6 GHz Quad-Core
 Display:  kapazitiv, 5,5 Zoll, HD Super AMOLED (1280 x 720 Pixel), Corning Gorilla Glas 2
 Arbeitsspeicher:  2 GB
 Interner Speicher:  16/32/64 GB
 MicroSD  bis 64 GB
 Kamera:  8 Megapixel, LED-Blitz, Autofokus
 Videoaufnahme:  1080p@30fps
 Frontkamera:  1,9 Megapixel
 Konnektivität:  WiFi 802.11 a/b/g/n, DLNA, WiFi-Direct, WiFi-Hotspot, NFC, Bluetooth 4.0
 Netzwerke:  LTE (optional Anbieter/-Provider-abhängig), UMTS, HSPA+21 MBps
 Schnittstellen:  3,5 mm Klinkenanschluss, MicroUSB mit MHL- und USB 2.0-Unterstützung
 Ortung:  A-GPS, Glonass
 Sensoren:  G-Sensor, Kompass, Näherungssensor, Umgebungslichtsensor
 Akku:  3100 mAh Li-Ion
 Maße:  151.1 x 80.5 x 9.4 mm
 Gewicht:  182 g

Obwohl die Oberfläche spiegelt, ließen sich beim Knipsen von Fotos für den Test selbst bei Sonnenschein noch Bildschirminhalte ablesen. Diese sind auch bei einer Draufsicht von einem engen Seitenwinkel aus noch gut erkennbar. In einigen Anwendungen passt ein Sensor die Displayansicht in drei Richtungen an, wenn das Handy gedreht wird. Der Touchscreen reagiert angenehm sensibel und punktgenau sowohl auf die Finger als auch auf die Stylus-Eingabe.

Samsung Galaxy Note II Display

Stylus alias S Pen
Der S Pen steckt in einem Slot an der Unterkante des Gerätes und ist mit einer Funktionstaste und einer flexiblen Spitze ausgestattet. Der Stylus des Note II fällt etwas größer aus als der seines Vorgängers. Wird er aus dem Gehäuse gezogen, aktiviert das Device automatisch eine Ansicht zum Erstellen von Notizen, Ideen, Besprechungen, Magazinen, Tagebüchern und Rezepten.

Der Funktionsumfang des S Pen ist wirklich riesig, daher an dieser Stelle nur einige Beispiele. So lassen sich Notizen in der speziell dafür angelegten Anwendung erstellen, aber auch jedes beliebige Bild, der Startscreen oder gar die Menüansicht können als Notizblock herhalten. Berührt man das Display mit gedrückter Stylustaste zwei Sekunden lang, wird automatisch ein Screenshot erstellt, und eine Funktionsleiste zur Auswahl verschiedener Stiftfarben oder zum Markieren, Ausschneiden und Kopieren von Bildschirminhalten erscheint.

In einigen Anwendungen ist nicht mal die Berührung des Displays nötig, um den Stylus zu nutzen. So gibt es eine Vorschau auf Galerie-, Nachrichten- oder Kalender-Inhalte (funktioniert nur beim Samsung Kalender “S Planner”), wenn die Spitze des Stylus in kurzer Distanz über den entsprechenden Eintrag gehalten wird – Air View nennt Samsung diese praktische Funktion. Außerdem lassen sich mit dem S Pen-Textstellen kennzeichnen und Schnellbefehle starten. Ein weiteres tolles Feature, das im Test auffiel, ist Paper Artist. Über diese App können Fotos aufgenommen oder aus der Galerie ausgewählt, mit vielen tollen Grundeffekten versehen und bemalt oder beschriftet werden.

Samsung Galaxy Note II S Pen Screen Galaxy Note II Notizen Samsung Galaxy Note II Notizfunktion

8 Megapixel Kamera
An der Qualität der 8 Megapixel-Kamera gab es im Testdurchlauf nichts zu meckern. Bei längerem Halten des virtuellen Auslösers knipst die Kamera automatisch Serienbilder – ein tolles Feature, da man sich hinterher den besten Schnappschuss heraussuchen kann. Wenn es sich hierbei um Porträt- oder Gruppenfotos handelt, lässt sich sogar noch das am besten getroffene Gesicht auswählen und ins Foto basteln.

Bei optimalen Lichtverhältnissen geknipste Fotos wirken selbst bei starker Vergrößerung von Bildausschnitten noch gestochen scharf und sehr farbecht. Auch das Blitzlicht leistet gute Arbeit. Videoaufnahmen gelingen, bis auf ein ganz leichtes Bildwabern bei Kameraschwenks, hervorragend. Den schnellen Wechsel von Hell zu Dunkel steckt die Camcorder-Funktion locker weg, ohne dass es zu Irritationen in der Beleuchtung kommt.

Samsung Galaxy Note Kamera Großformat Kamera Nahaufnahme

Samsung Galaxy Note II GPS CheckerConnectivity und Navigation
Zum Testzeitpunkt gibt es das Samsung Galaxy Note II sowohl in einer Version ohne LTE als auch in einer LTE-Variante, bisher allerdings nur bei Vodafone und der Telekom (Stand 19.11.2012). WiFi-Verbindungen sind über 802.11 a/b/g/n Standards möglich.

Schließt man das Note II per USB an einen PC an, besteht die Möglichkeit, es als Mediengerät oder Kamera erkennen zu lassen. Zur Kopplung mit einem HD TV-Gerät lässt sich ein MHL-HDMI-Adapter (nicht im Lieferumfang) an den MicroUSB-Anschluss anstecken. Der Datenaustausch mit kompatiblen Geräten ist außerdem über Bluetooth 4.0 möglich. Außerdem werden die Nahfunktechnologie NFC und DLNA unterstützt. Das Note II ist in wahlweise mit 16, 32 oder 64 Gigabyte internem Speicher zu haben. Dieser lässt sich mit MicroSD-Karten um bis zu satte 64 Gigabyte aufrüsten.

Zur Navigation ist Google Maps Navigation bereits auf dem Note II vorinstalliert. Dieses unterstützt die sprachgesteuerte Fußgänger- und Fahrzeugnavigation. Für den SAT-Fix benötigte das Device unter freiem Himmel 11 Sekunden.

Zubehör
Mit dem Galaxy Note II werden der 3.100 mAh-Akku, ein weißes Stereo-Headset mit verschiedenen Ohrstöpseln, ein weißes USB-Datenkabel mit passendem Netzteiladapter, Kurzanleitungen in verschiedenen Sprachen und Serviceheftchen geliefert.

Galaxy Note II Zubehör

Software & Alltagstauglichkeit

Das Testgerät wurde mit Android 4.1.1 (Jelly Bean) und TouchWiz 4-Oberfläche ausgeliefert. Der mehrseitige Startscreen beinhaltet eine Pull-Down-Statusbar mit integrierter Energiesteuerungsleiste. Der Homescreen lässt sich nach Belieben mit Widgets, Ordnern, App-Icons und Hintergründen bestücken. Das App-Menü gliedert sich in die Oberpunkte Menü, Widgets und heruntergeladene Anwendungen.

Da es so gut wie unmöglich ist, den 5,5 Zoll-Screen bei einhändiger Bedienung überall mit dem Daumen zu erreichen, gibt es einen extra Mode für den einhändigen Betrieb. In diesem lassen sich Wähl & Optionstasten, die Samsung-Tastatur, Rechnertastatur und die Größe des Entsperrmusters für die Bedienung mit einer Hand anpassen. Mit der Multi Window-Funktion können zwei Fenster gleichzeitig auf dem Bildschirm geöffnet werden, so dass sich beispielsweise im Internet surfen lässt, während man ein Video anschaut.

Neben den typischen Google Apps sind AllShare Play, ChatOn, ein Diktiergerät, Dropbox, Flipboard, ein Game Hub, ein Learning Hub, ein Music Hub, S Suggest, S Voice und ein ein Video Hub vorinstalliert.

Samsung Galaxy Note II Lockscreen Samsung Galaxy Note II Startscreen Samsung Galaxy Note II Einhändiger Betrieb

Tippen und Telefonieren
Die Texteingabe ist über eine angenehm große virtuelle QWERTZ-Tastatur möglich. Das Tastenfeld bietet eine “durchgehende Eingabe”-Option, bei welcher der Finger bei der Anwahl von Buchstaben nicht vom Display abgehoben werden muss. Außerdem gibt es Optionen wie Texterkennung, einhändiger Betrieb und Handschrifteingabe.

In O2-Netzen hatte das Testgerät durchgehend einen guten bis sehr guten Empfang, und es kam zu keinerlei Verbindungsabbrüchen. Auch die Klangqualität bei Telefonaten gab keinen Anlass zum Meckern – die Stimmwiedergabe war sowohl auf der Handy- als auch auf der Festnetzseite authentisch und klar. Bei der Freisprechfunktion dürfte der Lautsprecher gerne etwas lauter sein.

Browser und Musik
Der Chrome-Browser synchronisiert alle Einstellungen und Lesezeichen mit Google Chrome auf dem PC. Im Test benötigte er bei WLAN-Verbindung knapp drei Sekunden, um die N-Droid-Startseite in mobiler Ansicht zu öffnen. Scrollen und die Vergrößerung oder Verkleinerung von Seiteninhalten via Pinch-to-Zoom funktionierten butterweich und ohne lästiges Nachladen oder Verzögerungen. YouTube-Videos werden direkt im Browserfenster abgespielt.

Der Music-Player ordnet Musikstücke werkseitig in die Kategorien Alle, Wiedergabelisten, Alben, Interpreten, Music Square und Ordner ein. Im Nachhinein können noch Genres, Komponisten und Jahre zur Liste hinzugefügt werden. Neben diversen Klangspektren stehen ein Equalizer mit sieben Frequenzbändern sowie Einstellungsmöglichkeiten für 3D, Bass, Reverb Level, Room Size und Clarity zur Verfügung.

Der Klang des Players über den Handylautsprecher ist sehr ausgewogen, voll und laut. Auch das mitgelieferte Headset wusste im Test durch satte Klänge zu überzeugen. Zudem hat das Note II ein UKW-Radio an Bord.

Samsung Galaxy Note II Music Player Samsung Galaxy Note II Equalizer Samsung Galaxy Note II Extended

Prozessor, Arbeitsspeicher, Akku

Der 1,6 Gigahertz Quad-Core Prozessor wird von fetten 2 Gigabyte RAM unterstützt und verrichtete beim Testgerät ganze Arbeit: Keine Ruckler beim Scrollen durch Menüs oder Homescreen-Seiten, zügiger Seitenaufbau, und selbst grafikintensive Spiele liefen butterweich.

Sehr gute Ergebnisse zeigte das Note II auch, als es den Benchmark-Tests AnTuTu Benchmark, Smartbench 2012 und Quadrant Standard unterzogen wurde (siehe Screenshots). Trotz großem Display und viel Speed hielt der 3.100 mAh-Akku des Testgerätes sehr lange durch. Nach 2 Tagen, 6 Stunden und 30 Minuten inklusive Dauerstandby von WLAN und GPS, einem halbstündigen Telefonat, einer halben Stunde Gaming und moderater Nutzung von Kamera, Internet und MP3-Player zeigte er noch 39 Prozent seiner Ladung an.

Samsung Galaxy Note II AnTuTu Benchmark Samsung Galaxy Note II Smartbench 2012 Samsung Galaxy Note II Quadrant Standard

Fazit

Das Samsung Galaxy Note II ist so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau für User, die unterwegs neben einem Handy auch auf ein Notiz- und Kreativ-Werkzeug angewiesen sind. Die Features des S Pen sind nicht nur sehr nützlich, sie funktionierten bei Testgerät auch einwandfrei. Dazu kommen eine super Performance, die weit über das hinausgeht, was ein “Notizblockersatz” eigentlich bräuchte, ein gutes Display, ein ausgewogener Sound und die hervorragende Kamera-Qualität. Dank langer Akkulaufzeit ist das Note II auch für längere Strecken ohne verfügbare Steckdose gut geeignet.

Lediglich der Look der glänzenden Kunststoff-Oberfläche dürfte wohl nicht jedermanns Sache sein. Den Spaß lässt sich Samsung jedoch auch einiges kosten: Für das 16 Gigabyte-Modell ohne LTE muss man derzeit (Stand 19.11.2012) bei Amazon.de je nach Farbe um die 530 Euro hinblättern. Das LTE-Modell im T-Online-Shop soll ohne Vertrag sogar 699 Euro kosten.

Galaxy Note II Verpackung ProSchnelle Performance
Nützliche S Pen Features
Super Kamera
Hohe Akkulaufzeit
ContraLook der Kunststoff-Oberfläche
Auf der Rückseite abgelegtes Gerät kippelt wegen gewölbtem Lautsprechergitter bei der Texteingabe