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Veröffentlicht am Android-Themen · Features · Special 5 Min. Lesezeit

Wahnsinn im Google Play Store: Bitte löscht mal all den Scheiß!

Die Beschäftigung mit Apps kann zu zunehmender Frustration führen. Nachdem in früheren Kommentaren gegen Geizhälse und Nervtöter argumentiert wurde, wird diesmal die gigantische und wahllose Auswahl im Google Play Store kritisiert.

Es wird in einer wunderbaren Zeit gelebt. Noch nie gab es so viel Software – die umgangssprachlich als „Apps“ bezeichnet wird – zur Auswahl. Und es war auch noch nie so einfach, diese auf die Geräte zu bringen. Ein paar Klicks und schwuppdiwupp landen Games, Foto-Communities oder Dating-Apps auf dem Smartphone.

Wunderbar!
Einerseits.

Andererseits: Noch nie gab es viel Mist. Digitaler Schrott, der unnötig Speicher und Strom frisst. Und die Lebenszeit.

Realistisch betrachtet: Die Millionen von Apps im Google Play Store sind nur eine Fassade. Potemkinsche Dörfer, nicht mehr. Ein buntes Werbeplakat, das eine wunderschöne, heile Welt verspricht. Doch in Wirklichkeit ist der Play Store eine Müllhalde. Ein Sammelbecken für Apps, die die Welt nicht braucht. Und niemals brauchen wird.

Überangebot im Google Play Store

flappy wahnsinn im google p

Flappy Bird Wahnsinn: Das sind die erste Treffer, wenn man im Google Play Store nach “Flappy Bird” sucht.

Ein Beispiel: Flappy Bird. Wer hiernach sucht, bekommt 250 Treffer. Von Flippy Bird über Funny Bird bis hin zu Flappy Kartoffel wird alles Mögliche empfohlen. Darunter mindestens zehn Spiele, die sich Floppy Bird nennen. Und die 250 Treffer sind nicht das Ende der Fahnenstange – mehr stellt Google in den Suchtreffern nur nicht dar. Es gibt also höchstwahrscheinliche tausende, wenn nicht sogar zehntausende Flappy Bird-Kopien. Und es werden von Sekunde zu Sekunde mehr. Unaufhaltsam.

Da fragt man sich: Wer soll die alle spielen? Welche davon sind gut, welche schlecht? Welche funktionieren auf dem Android-Gerät, welche nicht? Die Antwort ist: Dies muss selbst herausgefunden werden!

Wer sich für eine App interessiert, muss die Produktbeschreibung lesen und die Bewertungen studieren, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Das sollte man zumindest tun. Einfach die Screenshots anschauen und auf “Installieren” klicken – au weia, diese Bequemlichkeit kann schnell nach hinten losgehen. Enttäuschungen sind hier vorprogrammiert. Im wahrsten Sinne.

Türsteher gegen Fließbandware

Denn eine App zu programmieren, das ist heutzutage kaum noch eine Kunst. Eher ein Handwerk. Und das sollte man verstehen. Eigentlich. Doch wie beim Hausbau gibt’s bei der App-Entwicklung viele Pfuscher. Die müllen die App Stores mit ihren Machwerken zu. Quantität statt Qualität heißt die Devise.

Das Ergebnis ist ein Google Play Store, der ächzt und aus den Fugen zu platzen droht. So viel Auswahl wie heute gab es noch nie. Aber auch noch nie war sie so mies.

Was hier fehlt, ist eine zwischengeschaltete Instanz, welche über die Qualität wacht. Quasi ein Türsteher, der bei unpassenden Kandidaten breitschuldrig “Du kommsch hier net rein” sagt.

Keine neue Idee. Ehrlich gesagt ist sie so alt wie die Erfindung der Software-Distribution. Publisher oder Verlage machen ja in der Regel nichts anderes, denn sie wollen weder Zeit noch Energie mit schlechter Ware verschwenden.

Noch krasser sind Plattform-Inhaber wie Sony, Microsoft und Nintendo. Gerade „Big N“ gilt in der Entwicklerszene verschrien. Ein Spiel für eine Nintendo-Plattform wird wochenlang auf Gedeih und Verderb getestet, wie ein Hähnchen auf dem Spieß wird es gewendet, gedreht und die Innereien herausgenommen. Erst wenn ein Spiel fehlerfrei ist, darf es auf den Markt kommen. Denn nichts wäre peinlicher als ein Wii U- oder 3DS-Spiel, das beim Kunden nicht funktioniert.

Google lässt jeden ran und rein

Und wie verfährt Google? Es wird alles, was nur ansatzweise bis Eins zählen kann, in den Play Store gelassen. Hauptsache der wird voller und voller. Wie ein Fresssüchtiger wird alles reingeschaufelt, bis jemand kotzt. In der Regel sind das die Nutzer.

Es kommt vor, dass manchmal Stunden damit verbracht werden, die passende App zu finden. Egal, für was man sich entscheidet, meist ist die Wahl eine Enttäuschung: Miese Qualität, Abstürze, blinkende Werbebanner. Oder durch ein Hintertürchen werden alle privaten Daten an einen Server in Tadschikistan gesendet.

Deswegen wird gefordert: Die Entscheider bei Google werden gebeten, sich um den Store zu kümmern! Es sollte nicht wie eine „Wandermatratze“ jeder zugelassen werden, sondern nur Apps, die gewisse Standards erfüllen. Wer das nicht bieten kann, kommt nicht rein. Und wer mit Mist schon drin ist, fliegt nach einer Prüfung wieder raus.

Genau: Eine Bereinigung des Inhalts ist notwendig! Ein großer Shredder sollte durch das Angebot gehen und für Ordnung sorgen. Selbst wenn 90% der Apps gelöscht werden, würde dies dem Play Store keinen Nachteil einbringen. Ganz im Gegenteil: Miesepeter, Zeitverschwender und Abzocker werden von niemandem vermisst!

Ein Gütesiegel für Apps wird gefordert

Es ist bekannt: Mit der Startseite wird bereits versucht, den Nutzern die besten Apps aus dem Store zu empfehlen. Dies ist ansprechend. Der Amazon App Store wird allerdings als noch besser empfunden, da er deutlich edler und wertiger wirkt.

Doch sobald man sich bei den beiden in die Tiefe begibt, kommt wieder das alte Problem: Man wird erschlagen von der gigantischen Auswahl. Das ist wie im Supermarkt, wenn man vor einem Regal mit 40 verschiedenen Erdbeer-Marmelade-Sorten steht. Man stöbert, wägt ab, vergleicht … und am Ende wird nichts gekauft. Oder etwas, das mit Gütesiegeln empfohlen wird. Genau so etwas wird auch für Apps gewünscht.

Genau: Keine B- und keine C-Ware, sondern nur Sachen, die wirklich etwas taugen. Ein App Store, nur mit den Besten der Besten. Ein virtueller Shop wie der kleine, aber feine Buchladen um die Ecke mit dem versierten Händler, der genau das eine Buch verkauft, das gewünscht wird. Nicht mehr. Dies wäre doch herrlich!

Deswegen wird gefordert: Qualität vor Quantität!