Erklärung: Nach vier Wochen intensiver Recherche, Gesprächen mit Leitern von Erstaufnahmeeinrichtungen und Flüchtlingen wurde die Entscheidung getroffen, weder die Namen der Personen noch die Orte, an denen die Interviews durchgeführt wurden, zu nennen – es werden stattdessen Synonyme genutzt. Dies war (auch) eine Bitte der Gesprächspartner, wobei die Entscheidung den Gesprächspartnern selbst überlassen wurde, ob dem nachgekommen wird oder nicht. Eine fundierte Quellenlage ist für einen Report wichtig – wichtiger erscheint es, Leben, Wohl und Arbeit der Beteiligten zu schützen. Aus selbigem Grund wird auf viele Fotos verzichtet und bevorzugt auf Symbolbilder zurückgegriffen.
Die Flüchtlingskrise wird auch 2016 ein großes Thema bleiben. (Bild: DRK)
In der aktuellen und medial omnipräsenten Flüchtlingsdebatte sind die Lager tief gespalten: Hier diejenigen, die die Notwendigkeit eines Asyls erkennen und auch die Migration begrüßen; dort die Bürger, die den Zuzug kritisch beäugen und nicht selten rechten Rattenfängern (in Anlehnung an den „Rattenfänger von Hameln“) hinterherlaufen, welche die Situation für ihre eigenen populistischen Zwecke instrumentalisieren.
Die Wahrheit bei dieser Auseinandersetzung ist: Die Welt ist kompliziert, auf komplexe Fragen gibt es selten einfache Antworten und eben diese zu finden, bedarf es mehr als schlichter Parolen auf Stammtischtniveau, angereichert mit Gerüchten und Halbwahrheiten – nicht selten durchtränkt von plumpen Lügen. Wie die Probleme des Asyls und der Integration gelöst werden können, das kann und will sich eine Technikseite nicht anmaßen. Stattdessen wird auf einen Teilaspekt eingegangen, der gerade in den sozialen Medien wie Facebook hochkocht: Smartphones.
Die Neurechten haben für sich entdeckt, dass mit simplen Bildern ohne Kontext Stimmung erzeugt werden kann, die sich gegen die Flüchtlinge und ihre Unterstützer wendet. Fotos, auf denen junge Männer zu sehen sind, die auf Smartphones schauen, suggerieren 1.) dass es nur junge Männer sind, die hier Zuflucht finden und 2.) sie mit neuer/neuester Technik ausgestattet sind.
Der erste Punkt kann sofort entkräftet werden.
Seite 1: Anfang
Seite 2: Der erste Kontakt mit der Welt des Asyls
Seite 3: Das Vorbeugen von Konflikten und die Realität der Kriminalität
Seite 4: Die „typische“ Erstaufnahmeeinrichtung
Seite 5: Smartphones und Flüchtlinge – was sie kosten, was sie leisten
Seite 6: Fazit