Im letzten Jahr wurde bereits das Cat Firefly getestet. Nun hat Cat mit dem farbenfrohen Helix wieder ein Tablet für 149 Euro im Angebot, dieses Mal mit 3G-Unterstützung und Telefonfunktion. Die Leistungsfähigkeit des Geräts wird im Folgenden betrachtet.
Design und Verarbeitung
Anstatt auf einen Alu-Body, wie es beim Firefly der Fall war, setzt Cat beim Helix auf bunte Farben und eine Soft-Touch Oberfläche. Genau genommen hat der User die Wahl zwischen Gelb, Grün, Blau oder doch etwas dezenterem Weiß oder Schwarz. Als Testmodell wurde die grüne (in der Praxis eher senfgelb wirkende) Variante verwendet, deren Front das 8,0 Zoll große Display beherbergt, welches von einem weißen Rand umgeben ist. Außerdem sind über dem Screen Sensoren, die Lautsprecheröffnung sowie die Linse der VGA-Frontkamera zu sehen. Eine Notification-LED signalisiert verpasste Anrufe oder Nachrichten durch Blinken. Die extrem glänzende Oberfläche über dem Display erwies sich im Test als sehr anfällig für Fingertapsen.


Überzeugen konnte der angenehme Grip der Soft-Touch Oberfläche der Tablet-Rückseite. In diese sind zwei Gitter für die voll und laut klingenden Lautsprecher eingelassen. Im oberen Bereich findet man die Linse der 5 Megapixel-Kamera, die allerdings ohne Blitzlicht auskommen muss. Am oberen Rand sitzt die Abdeckung des Standard-Simkarten und des MicroSD-Steckplatztes. Diese rastet in einem kleinen Scharnier ein und ist beim europäischen Helix-Modell nicht durch ein Gummi oder eine ähnliche Sicherung mit dem Gehäuse verbunden.
Die Oberkante beherbergt die weiße Ein-/Aus-/Sperrtaste und eine ebenfalls weiße Lautstärkewippe. Beide Drücker sind sehr klein gehalten, was besonders bei der Lautstärkewippe zum Suchspiel ausarten kann, wenn man im Dunkeln danach tastet. Der Druckpunkt ist fest, jedoch machen die Tasten einen ansonsten nicht sonderlich hochwertigen Eindruck und lassen sich leicht in ihren Aussparungen hin- und herbewegen. Auch die Anschlüsse für das Headset und das MicroUSB-Kabel sind hier angesiedelt. Einen HDMI-Steckplatz, wie man ihm beim Cat Firefly vorfindet, gibt es beim Helix nicht.


Für ein Tablet dieser Preisklasse wirkt das Helix gut verarbeitet und robust. Die Spaltmaße zwischen den verbauten Teilen sind sehr gering. Die auf der Produktseite angegebenen 120 x 214 x 8 Millimeter stimmen nicht ganz, denn hier wurde bei der Dicke offensichtlich nur die Höhe des oberen Randes gemessen – die gewölbte Rückseite trägt aber mit zusätzlichen 2 Millimetern auf, so dass das Tablet insgesamt auf eine Dicke von einem Zentimeter kommt.
Auch bei der Länge und Breite wurde im Datenblatt jeweils ein Millimeter weggeschummelt, die der in diesem Fall grüne Gehäuserand aufweist, so dass bei der Messung knapp 122 x 216 x 10 Millimeter ermittelt wurden. Damit und mit seinen 320 Gramm Gewicht (das mangels entsprechender Waage nicht nachgewogen wurde) liegt es allerdings immer noch gut in der Hand. Wirkt das Firefly eher elegant und schlank, vermittelt das Helix haptisch das (subjektive) Gefühl, es mit einem stabilen Outdoor-Gerät zu tun zu haben.
Schwarz-Bunt und kreativ – Das Zubehör
Bereits der Zubehörkarton des Cat Helix überzeugte durch sein mattschwarzes Finish und seine Stabilität – dies war allerdings auch schon beim Firefly der Fall. Witzige Verpackungsdetails kommen dann beim Öffnen der Schachtel zutage (siehe Bilder). Das Zubehör ist gut geordnet in mehreren Schachtel untergebracht. Beim Testgerät waren das: ein Ladeteil, ein USB-Datenkabel, ein OTG-Adapter, ein recht guter Cat Klangonen Kopfhörer mit Ersatzohrstöpseln, Klemme und Etui, ein Putztuch (offensichtlich ist Cat die Fingertapsenanfälligkeit des Displays bekannt) und eine Cat Servicekarte.


Die wichtigsten Daten des Cat Helix im Überblick:
| Betriebssystem: | Android 4.4.2 (KitKat) |
| Prozessor: | 1,3 GHz Quad-Core MTK8382 |
| Display: | 8 Zoll (20,3 cm) IPS, 1280 x 800 Pixel |
| Arbeitsspeicher: | 1 GB |
| Interner Speicher: | 16 GB |
| MicroSD | bis 32 GB |
| Kamera: | 5 Megapixel, Autofokus |
| Videoaufnahme: | 1.280 x 720 Pixel |
| Frontkamera: | VGA |
| Konnektivität: | WiFi b/g/n, WLAN Direct, Bluetooth |
| Netzwerke: | 2G, 3G |
| Schnittstellen: | 3,5 mm Klinkenanschluss, MicroUSB, USB OTG |
| Ortung: | GPS |
| Sensoren | Näherung, Umgebungslicht, Beschleunigung |
| Akku: | 5.500 mAh |
| Maße: | Laut Hersteller: 120 x 214 x 8 mm, tatsächlich: 122 x 216 x 10 mm |
| Gewicht: | 320 g |
Gute Mittelklasse – Das Display
Das 8 Zoll (20,3 cm) IPS Display des Helix löst mit 1280 x 800 Pixeln auf, was bei dieser Screen-Größe nicht sonderlich viel ist. Entsprechend sieht man einzelne Pixel, wenn man das Gerät dicht vor die Augen hält, und besonders kleine Schriften wirken bei genauer Betrachtung leicht ausgefranst. Im täglichen Gebrauch stört dieses allerdings nicht sehr, so dass auch die Videobetrachtung auf dem Screen durchaus noch angenehm ist. Farben werden kräftig und natürlich dargestellt. Dass es sich hier nicht um ein OGS-Display handelt, ist schnell erkennbar am deutlichen Abstand zwischen dem Glas der Touch-Einheit und dem TFT-Panel, wenn man den Screen von der Seite aus betrachtet. Nichts desto trotz lassen sich Einzelheiten auch aus einem engen Betrachtungswinkel noch gut erkennen.


Trotz extrem spiegelnder Display-Oberfläche ist das Helix auch unter freiem Himmel noch relativ gut nutzbar, was in erster Linie der guten Display-Ausleuchtung zuzuschreiben sein dürfte. Der Touchscreen reagierte im Test punktgenau und schnell auf die Fingereingabe. Beim Drehen des Gerätes passt sich die Displaydarstellungen in alle vier Richtungen an. Im Gegensatz zum Firefly, das mit einem Screen im 4:3 Format ausgestattet ist, handelt es sich hier um ein 16:9 Format.
Für Gelegenheitsschnappschüsse – Die Kamera
Die Frontkamera eignet sich aufgrund ihrer niedrigen VGA-Auflösung eher für Videochats als für Selfies, zeichnet Videos allerdings ziemlich ruckelig auf. Die 5 Megapixel-Kamera auf der Rückseite schießt bei optimalen Lichtbedingungen gar nicht mal so schlechte Bilder (siehe Galerie), ist bei Dunkelheit mangels Blitz allerdings eher gar nicht zu gebrauchen. Nahaufnahmen gelingen ausreichend scharf, bei Landschaftsbildern stellt sich aber besonders bei weiter entfernten Objekten eine deutliche Unschärfe ein. Einstellungen und Verbesserungen lassen sich mittels Gesichtsverschönerungsmodus, HDR-Modus, Anti-Flimmern, ZSD, Gesichts- und Lächelerkennung, Selbstauslöser, Serienbildaufnahmen und ISO vornehmen. Ein integrierter Multiwinkelmodus und die Panoramafunktion bieten weitere Aufnahmemöglichkeiten.


Videos lassen sich mit der rückseitigen Kamera mit maximal 1.280 x 720 Pixel aufnehmen. Bezüglich Farbe und Schärfe entsprechen die Videos den Fotoaufnahmen und gelingen dabei erstaunlich ruckelfrei und ohne Kästchenbildung, auch bei schnelleren Kameraschwenks. Allerdings zieht hier der Sensor beim Wechsel zwischen dunklen und hellen Bildinhalten manchmal zu langsam nach.
Software und Alltagstauglichkeit
Auf dem Cat Helix läuft bei Auslieferung Android in der Version 4.4.2 (KitKat). Dieses ist gänzlich unverbaut und erfreulicherweise werkseitig auch nur mit den Google-eigenen Apps inklusive Google Play Store sowie einem Icon mit Direktzugang zur Cat-Webseite bestückt.



Connectivity und Telefonieren
Dank 3G-Unterstützung kann das Helix auch als Telefon genutzt werden. Der Empfang des Testgerätes erwies sich in O2-Netzen je nach Netzausbau als gut bis sehr gut. Ein gut funktionierender Näherungssensor stellt das Display beim Telefonieren aus. Ansonsten bietet sich natürlich die Freisprech- oder Videotelefonie-Funktion für Telefongespräche an, was im Test dank ordentlicher Lautsprecher gut funktionierte. Stimmen wurden weitestgehend unverzerrt und natürlich wiedergegeben, zu empfangsbedingten Aussetzern kam es nicht.
Außer 3G unterstützt das Cat Helix keine weiteren Extras wie NFC oder LTE, was bei diesem Preis jedoch auch nicht zu erwarten ist. Verbindungen zu anderen Geräten lassen sich über WLAN oder Bluetooth herstellen. Dank USB-OTG Unterstützung lassen sich externe Speichermedien, Tastatur oder Maus, über einen passenden Adapter an das Tablet anschließen, was im Test beispielsweise mit einem 2 GB Speicherstick problemlos klappte. HDMI unterstützt das Helix, im Gegensatz zum Firefly, nicht. Dafür verfügt es allerdings über einen GPS-Empfänger, der im Test auch tatsächlich sehr gute Arbeit verrichtete und für den ersten Sat-Fix nur wenige Sekunden benötigte. Ein E-Kompass fehlt dem Helix leider.



Prozessor, Speicher und Akku
Im Cat Helix arbeiten ein 1.3 Gigahertz Quad-Core MTK8382 Prozessor mit Mali-400 MP GPU und 1 Gigabyte RAM. Anwendungen ließen sich im Test sehr zügig öffnen, allerdings gab es beim Scrollen durch Menüs oder Startseiten schon mal den einen oder anderen Ruckler. Das Ruckeln verstärkte sich bei mehreren im Hintergrund laufenden Apps. Für ein Gerät dieser Preisklasse geht die Performance allerdings in Ordnung, und das Tablet lässt sich sowohl zum Surfen im Internet als auch zum Streamen von Videos oder Spielen gut nutzen. Im AnTuTu Benchmark Test schnitt es mit 17389 Punkten ab.
Der interne Speicher des Helix beläuft sich auf 16 Gigabyte und lässt sich mit MicroSD(SDHC) Karten um bis zu 32 Gigabyte aufstocken. Absolut überzeugend präsentierte sich die Ausdauer des 5.500 mAh Akkus im Test. Im Standby, bei aktiviertem GPS, 3G, WLAN, Google- und Facebook Messenger-Sync, inklusive einem halbstündigen Telefonat, zwei Stunden Videoschauen und vier Stunden Internet, hatte er nach einem Tag und zwei Stunden noch 32 Prozent Ladung intus.
Weitere Ausführungen und Ausstattungs-Pakete
Außer dem 149 Euro Paket, das dem Testgerät mit Zubehör entspricht, wird es noch zwei weitere Cat Helix Pakete geben. Das eine soll ab der 40sten Kalenderwoche für 249 Euro zu haben sein und außer dem Lieferumfang des Gerätes zusätzlich einen Cat Warp Kern, Displayschutzfolien, den Cat Goldservice sowie 3 Jahre Garantie $ Bruchschutz beinhalten. Wer auf 3G-Unterstützung verzichten kann, bekommt voraussichtlich ab November ein WiFi-Modell, dessen Preis Cat zum Testzeitpunkt noch nicht listet.
Fazit
Wer ein handliches Tablet mit einem robusten und rutschsicheren Gehäuse benötigt, ist mit dem Cat Helix gut bedient. Zwar sollte man bei den verbauten 1 Gigabyte RAM keine Höchstleistungen in puncto Performance erwarten, Alltagsaufgaben, wie das Surfen im Internet, Videoschauen under Spielen, bewältigte das Gerät jedoch, wenngleich mit immer mal wieder auftretenden Mikrorucklern.
Die 5 Megapixel-Kamera eignet sich für Gelegenheits-Schnappschüsse bei optimalen Lichtbedingungen, und als Telefon lässt sich das Helix auch gut einsetzen. Weniger überzeugend waren die sehr kleinen Ein-/Aus- und Lautstärke-Tasten. Der 5.500 mAh Akku überzeugte dagegen umso mehr durch eine gute Laufzeit.
Firefly oder Helix? Wie immer eine Frage des Geschmacks, besonders was das Äußere betrifft. Schick und leicht mit HDMI-Steckplatz treten hier gegen robust, 3G-Unterstützung und GPS an.
Pro
- Robuste Bauweise
- Guter 3G- und GPS-Empfang
- Gute Akku-Laufzeit
Contra
- Sehr kleine Ein-/Aus- und Lautstärke-Tasten
- Ruckeliges Scrollen durch ladeintensive Seiten und Menüs
- Etwas dicker als angegeben