Einmal mehr macht Samsung Negativschlagzeilen: Die Koreaner versuchen mithilfe der eFuse-Technologie, Moddern das Leben schwer zu machen.
Wenn man sich ein neues Smartphone kauft, sollte man zunächst meinen, dass man damit anstellen kann, was man möchte. Für Smartphones gilt das nur eingeschränkt. So sind das Rooten und das Aufspielen von Custom-Roms den Herstellern seit jeher Dornen im Auge. Sie haben das Interesse, ihre hauseigenen Bedienoberflächen so weit wie möglich zu verbreiten und werden nicht müde darauf hinzuweisen, dass Modder ihre Garantie aufs Spiel setzen, wenn sie Veränderungen an der installierten Formware vornehmen.
Samsung geht nun offenbar noch einen Schritt weiter. Wie der in der Community weithin bekannte Programmierer Chainfire via Google+ wissen ließ, ist das Galaxy Note 3 wegen der KNOX-Sicherheitssuite mit der umstrittenen eFuse-Technologie ausgestattet. Ein spezieller Chip untersucht beim Systemstart, ob ein Gerät noch mit der originalen Firmware läuft. Nach dem Rooten und Flashen inoffizieller Software schreibt er den KNOX-Code um – und verursacht einen irreparablen Hardware-Schaden, wie sammobile schreibt.
Auf die Funktionalität des Geräts hat das zwar keinen Einfluss, es darf aber nicht kaputt gehen. Denn: Dieser Schaden verrät beim Einschicken unweigerlich, dass der Nutzer mit dem Gerät herumgespielt hat. Heißt: Wer sein Galaxy Note 3 rootet und eine Custom-Rom installiert, verliert in jedem Fall seine Garantie. Einzige Alternative: Bei Samsungs vorinstallierter Software bleiben – mitsamt TouchWiz und Samsung-Bloatware. Ein Workaround sei möglich, aber schwierig, heißt es weiter.
Samsungs restriktive Strategie ist zwiespältig: Mit dem KNOX-Sicherheitssystem sollen Galaxy-Modelle attraktiver für den Einsatz in Unternehmen werden. So weit so gut, doch ob es der richtige Weg ist, die große Samsung-Community, einen der wichtigsten Faktoren für Samsungs Erfolg mit Android, weiter zu verprellen? Motorola und HTC haben in der Vergangenheit ähnliches versucht und fielen auf die Nase.
Es ist zudem nicht der einzige Vorgang der letzten Zeit, mit dem Samsung negative Schlagzeilen macht. So wurde kürzlich bekannt, dass das einige prominente Galaxy-Modelle mit einem regionalen SIM-Lock versehen sind. Zudem wird Samsung vorgeworfen, das Note 3 technisch bewusst so manipuliert zu haben, dass es in bestimmten Benchmark-Tests besser abschneidet. Samsungs Vorgehen wirft Fragen auf.