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Veröffentlicht am Die Besten Android Apps Fur · Features · Fotos 8 Min. Lesezeit

Pinsel, Stift und viel Farbe: Die besten Zeichenapps für Android

In dem Special “Synthesizer, Editor, Instrumente: Die besten Apps fürs Musik machen” wurden vor einigen Wochen tolle Musikapps präsentiert – um die Kreativität zu wecken, die vielleicht in den Nutzern schlummerte. Nun ist die Beherrschung eines Instruments oder der Umgang mit Musiksoftware nicht ganz das, was dem Geschmack entspricht? Wer trotzdem kreativ sein möchte, findet natürlich noch zig andere Felder, auf denen sich ausgetobt werden kann. Eines davon: Bildende Kunst.

Klar, mit einem Stift und Papier kann auch ohne Tablet oder Smartphone losgelegt werden, hier und da Skizzen (bei entsprechendem Talent auch größere Werke) kreiert werden. Mit einem Android-Device stehen allerdings ganz andere Möglichkeiten offen.

Das Equipment

Für “echte” Kunst muss einiges investiert werden: Dickes Papier, vernünftige Stifte, Radierer und Anspitzer, vielleicht Pinsel und allerlei Farben. Für digitale Kunst genügt ein Android-Gerät und wahlweise ein Touchpen. Damit ist je nach App ein Pinsel, Stift oder Radierer in der Hand. Falls das Geld gespart werden soll, genügen selbstredend auch die Finger, um erst einmal auszuloten, ob das Zeichnen Freude bereitet. Einschränkungen sind größtenteils bedingt durch die Hardware: Ob ein kräftiger Strich gezogen werden soll oder eine sanfte Linie, schwungvoll mit dem Pinsel über die Leinwand gewischt oder getupft wird, hängt einerseits vom Prozessor, Arbeitsspeicher und der verbauten Grafikeinheit ab. Ein hochauflösendes Display ist zwar nett, die Bildschirmdiagonale sollte jedoch nicht vernachlässigt werden, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Wie so oft gilt: Die folgenden Apps sind Empfehlungen, im Google Play Store tummeln sich hunderte Apps ähnlicher Art – viele von diesen sind aber Trittbrettfahrer, die mehr schlecht als recht andere erfolgreiche Applikationen kopieren.

Drawing Tutorial

Wer zeichnen möchte, sollte sich zunächst mit den Grundlagen vertraut machen. Ätzend und langweilig? Von wegen! Drawing Tutorial, eine kostenlose App, sammelt die besten (englischsprachigen) YouTube-Tutorials zum Thema Zeichnen. Von den Grundlagen über erste Skizzen bis zur Komposition der Hobby-Picassos wird so ziemlich alles geboten, was als theoretische Grundlage benötigt wird. Mehr bietet Drawing Tutorial nicht – braucht es auch nicht. Die App ist hier im Google Play Store.

  • Version: 1.0
  • min. SDK-Version: 3.0
  • Größe: 2,2 MB
  • Preis: kostenlos

Sketch Guru

Okay, die Basics sind nun verinnerlicht, also ab an die Arbeit und erst einmal locker geschaut, was überhaupt so gezeichnet werden kann. Vielleicht Fotos in Gemälde oder Zeichnungen verwandeln? Entspricht dies der Vorstellung, sollte Sketch Guru installiert werden. Die kostenlose App vereint 13 Effekte, welche über zuvor aufgenommene Fotos gelegt werden. Hier und da werden noch die Parameter – etwa Kontrast, Helligkeit oder Farbton – eingestellt, fertig ist das erste Meisterwerk. Was das mit Malen und Zeichnen zu tun hat? Eine Menge! Sketch Guru verdeutlicht nämlich, wie Bilder vor dem geistigen Auge/von der Kamera als 1:1-Konvertierung wirken (würden). Das hilft, die Möglichkeiten und Limitierungen von Zeichnungen und Gemälden ordentlich einzuschätzen. Der kostenlose Sketch Guru ist hier im Google Play Store zu finden.

  • Version: 1.63
  • min. SDK-Version: 1.6
  • Größe: 6,3 MB
  • Preis: kostenlos

SketchBook Mobile

Etwas gehobener als der Sketch Guru ist SketchBook Mobile von Autodesk, die insbesondere für ihre CAD-Lösungen bekannt sind. Das Programm ist wie die vorangegangene App grundlegend eine Zeichen-Applikation, bietet aber eine breitere Palette an Zeichenwerkzeugen und Möglichkeiten. Dazu gehört die Unterstützung berührungssensitiver Touch-Pens, so denn sie vom Android-Gerät unterstützt werden. Alle 65 Werkzeuge sind über ein komfortables Ring-Menü auswählbar, mittels 12 Ebenen kann entschieden werden, ob der Vorder- oder Hintergrund des künftigen Meisterwerks verschönert wird. Der Export in die Galerie ist spielend einfach, eine Druckfunktion fehlt jedoch. Die kostenlose Version der App ist hier im Google Play Store zu finden, die mit 4,49 € moderat teure Pro-Variante hinter diesem Link.

  • Version: 2.1.2
  • min. SDK-Version: 2.2
  • Größe: 7,3 MB
  • Preis: kostenlos / 4,99 €

Sketch Kit

Die dritte App ähnlicher Machart im Bunde. Auch Sketch Kit – Drawing App besitzt eine reichhaltige Auswahl an Mal- und Zeichenwerkzeugen, bietet einen Import aufgenommener Fotos, daneben können auch Google Maps und Webseitenscreenshots direkt in Sketch Kit geladen werden. Dies kann durchaus sinnvoll sein, beispielsweise, um Freunden nochmals die Location einer Party einzukreisen oder um bei der Nachfrage, ob AGBs eines vermeintlich tollen Internetangebots wirklich so super sind, wie beworben, zu unterstützen. Sketch Kit enthält zudem Spielereien wie Sticker, kleine Animationen für den Hintergrund und themenbasierte Effekte, die eine sommerliche Landschaft in einen weihnachtlichen (Alb)-Traum verwandeln. Die App ist als kostenlosen Download hier im Google Play Store zu finden. Über optionale In-App-Käufe können die Effektgalerien erweitert werden.

  • Version: 1.8.5
  • min. SDK-Version: 4.0
  • Größe: 11 MB
  • Preis: kostenlos

Augmented Drawing

Augmented Reality war ja einst der letzte Schrei: Auf dem Display des Smartphones oder Tablets wurde ein dreidimensionaler Gegenstand eingeblendet. Augmented – also “erweitert” – halt. Augmented Drawing ist nun aber der umgekehrte Weg. Es wird ein zuvor aufgenommenes Bild geöffnet, das als Skizzenvorlage dient. Diese Vorlage wird als transparentes Bild über eine aktuelle Projektion der Rückseitenkamera gelegt. Das Smartphone wird mittels Stativ oder anderem Gegenstand fixiert, ein Blatt Papier auf einen Tisch oder eine ebene Unterlage gepackt und es wird mit einem echten Stift auf ein echtes Blatt Papier gemalt – es ist wie Abpausen, nur mit dem Smartphone. Die Resultate können sich je nach Geduld und Fingerspitzengefühl sehen lassen – richtig zeichnen zu lernen ist damit nicht möglich, aber immerhin eine saubere Linienführung kann erlernt werden. Die App kostet schmale 0,99 €, was fair ist. Beziehen lässt sie sich hier im Google Play Store.

  • Version: 1.21
  • min. SDK-Version: 2.3
  • Größe: 1,1 MB
  • Preis: 0,99 €

ArtFlow

Komplexer als die vorangegangenen Apps ist ArtFlow, das sich explizit an Tablet-Nutzer richtet. Wie in Profi-Anwendungen der Grafikbranche üblich, werden die Kunstwerke in Ebenen angeordnet. Der Hintergrund (logischerweise) ganz hinten, nach vorne hin wird Schicht um Schicht kreiert, um diese vollkommen unabhängig voneinander bearbeiten zu können. Die Palette an Werkzeugen orientiert sich aber eindeutig an Einsteigern. Geboten werden keine Effekte oder Malzeug für photorealistische Kompositionen, sondern sich mehr an romantischen und impressionistischen Epochen orientierende Elemente. Prima: Drucksensitive Touchpens werden ebenso unterstützt wie auch eine Emulation des Fingerdrucks auf den Touchscreen, womit mit einiger Übung von sanften Strichen bis fetten Linien die gesamte Bandbreite der Federführung abgedeckt wird. Ein Tutorial führt in die Möglichkeiten von ArtFlow ein. Was schon beim ersten Test auffällt, ist die flotte und präzise Reaktion der Programmoberfläche sowie die schnelle Anwendung von Linien, Flächen und Effekten.

ArtFlow ist zunächst kostenlos, bietet in der Gratisfassung lediglich zwei Ebenen und 20 Werkzeuge. Und die Werke können nicht als Photoshop-Datei exportiert werden. Diese Version ist hier im Google Play Store zu finden. Für 3,99 € kann ArtFlow nicht nur um den Photoshop-Export erweitert werden, sondern es kann dann auch auf 16 Ebenen, 70 Werkzeuge und hochauflösende Formate zugegriffen werden. Die Lizenz ist nur als In-App-Kauf erhältlich.

  • Version: 1.5.97
  • min. SDK-Version: 4.0
  • Größe: 9,6 MB
  • Preis: kostenlos / 3,99 € (Pro-Ugrade nur in der App)

Photoshop Touch

Diese App – nicht zu verwechseln mit der Foto-Filter-Applikation Photoshop Express – ist die eierlegende Wollmilchsau der Kreativwerkzeuge. Photoshop Touch dient zum einen als Spielerei, um Fotos nach eigenen Wünschen umzugestalten. So können Farbe, Kontrast, Helligkeit verändert und wahlweise Effekte wie Sepia darübergelegt werden. Photoshop Touch kann jedoch noch viel mehr. Als Zeichenapp entfaltet sie ihre Wirkung im Zusammenspiel aller Pinsel, Stifte, Effekte und der Auseinandersetzung mit dem komplexen Ebenen-System. Letzteres lässt sich wie einen Zeichentrickfilm vorstellen: Zunächst wird ein Hintergrund gemalt und dann jeweils eine Ebene höher gesprungen, sodass die Figuren und sehr nahen Objekte erst später gemalt werden. Klingt kompliziert? Ist es auch – zunächst. Denn Photoshop Touch nimmt den User von der ersten Minute an die Hand und erklärt in sehr umfangreichen Tutorials alles, was zum Umgang mit diesem mächtigen Werkzeugkasten benötigt wird.

Drei Dinge könnten allerdings abschrecken. 1.) Ein (kostenloser) Adobe-Account wird benötigt, damit die App überhaupt ordentlich funktioniert – dies dient vor allem als Austauschschnittstelle mit den Desktop-Versionen. 2.) Der Export der Werke gelingt nur umständlich über eine separate Schaltfläche. Wird ein Werk abgespeichert, erscheint es also nicht ohne weiteres in der Fotogalerie. 3.) Die App ist sehr hardwarehungrig – nur mit flottem Quad-Core-Prozessor und ausreichend Arbeitsspeicher kann vernünftig damit gearbeitet werden.

Trotz dieser Einschränkungen ist Photoshop Touch sehr zu empfehlen. Doch Obacht! Adobe stellt mittlerweile zwei verschiedene Versionen zur Verfügung. Photoshop Touch für das Smartphone ist hier zum Preis von 4,49 € im Google Play Store zu finden und die Tablet-Version im selben Onlineshop hinter diesem Link zum Preis von 7,99 €.

  • Version: variiert je nach Gerät
  • min. SDK-Version: variiert je nach Gerät
  • Größe: variiert je nach Gerät
  • Preis: 4,49 € (Smartphone)
  • Version: variiert je nach Gerät
  • min. SDK-Version: variiert je nach Gerät
  • Größe: variiert je nach Gerät
  • Preis: 7,99 € (Tablet)

Zeichnen von Cartoons

Wieder eine App, die unsäglich durch den Google Translator gedreht wurde. Trotz des sperrigen Namens ist Zeichnen von Cartoons perfekt, um Skizzen und Zeichnungen zum Leben zu erwecken. Wer schon immer einmal berühmte Persönlichkeiten in einem Clip zusammenbringen wollte? Oder witzige Zeichentrickfilmchen mit selbstgezeichneten Figuren abgedreht werden? Dann ist man hier richtig. Die Funktionsweise ist simpel. Es wird eine Figur gezeichnet oder Grafiken importiert, die miteinander arrangiert werden. Ähnlich wie eine Marionette (oder ein Skelett) werden im nächsten Schritt die Gelenke, Körper und Gliedmaßen definiert und diese dann von Bild zu Bild bewegt. Die einzelnen Frames abgespielt, entsteht dann der Eindruck einer flüssigen Bewegung. Erste Ergebnisse können bereits nach wenigen Minuten begutachtet werden, richtig professionelle Filmchen brauchen viel Geduld und Geschick. Die fertigen Werke können als Video abgespeichert werden. Die App ist im Google Play Store hinter diesem Link zu finden, die 4,99 € teure Vollversion mit allen Effekten und Funktionen ist hier erhältlich.

  • Version: variiert je nach Gerät
  • min. SDK-Version: variiert je nach Gerät
  • Größe: variiert je nach Gerät
  • Preis: kostenlos / 4,99 €