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Veröffentlicht am Allgemein · Android-Apps · Spiele 5 Min. Lesezeit

Miitomo: Nintendos Android-Hoffnung im großen Test

Es ist so weit! Zwar nur über Umwege – einen japanischen Google-Account nämlich – war der Download der Nintendo-App Miitomo möglich, aber der Download lohnt.

Eine „normale“ App-Vorstellung wäre angesichts des Miitomo-Hypes etwas mager. Deshalb wurde entschieden, zunächst die wichtigsten Fragen zur App zu beantworten und erst dann die Funktionen der Anwendung zu präsentieren.

Wo ist Miitomo erhältlich?

Das ist etwas knifflig. Nintendo hat Miitomo vor einigen Tagen im Land der aufgehenden Sonne veröffentlicht, in Europa steht ein Release aber noch aus. Die unelegante Möglichkeit: Bei Google nach Miitomo apk suchen und über die Seiten in den ersten Treffern herunterladen wie auch installieren. Damit würde jedoch ein klarer Rechtsverstoß begangen, denn Nintendo hält logischerweise das Copyright an Miitomo. Für einen Download über eine externe Quelle muss noch die Berechtigung zur Installation erlaubt werden.

Die zweite Option: Ein japanischer Account für Google Play kann eingerichtet werden, um die App von dort zu laden und zu starten.

Option 3: Noch etwas warten, bis auch die europäische Niederlassung die App gestartet hat. Das sollte eigentlich noch im März der Fall sein.

Ist die App auf Deutsch?

Ja, die App ist auf Deutsch. Überraschend ist dies nicht hinsichtlich der Texte, sondern bezüglich der Sprachausgabe. Miitomo spielt nämlich viel mit dem gesprochenem Wort. Alle anderen Mitteilungen wie News, Updates und tägliche Aufgaben werden ebenfalls in deutscher Fassung angezeigt.

Kann die App mit einem Nintendo-Account verknüpft werden?

Vermutlich nicht – der Miitomo-Service ist derzeit nur in Japan gestartet und eine Verknüpfung nur mit Nintendo-Accounts möglich, die ebenfalls in Japan registriert sind. Bei dem Versuch, einen europäischen Account zu registrieren bzw. zu verknüpfen, wird die App zurückweisen und darauf aufmerksam machen, dass der Service hierzulande noch nicht gestartet ist. Eine Nintendo-ID oder ein -Account sind aber nicht nötig, die App kann ohne Registrierung Miitomo nutzen und später die Region wechseln und ein Konto hinzufügen.

So wird Miitomo genutzt

Nur ein Messenger? Nein.

Nur ein Messenger? Nicht ganz. Miitomo setzt natürlich auf Interaktion – mit der App, mit Freunden, in den kleinen Spielen, die der App hinzugefügt wurden. Diese Spiele sind etwas missverständlich über den Menüpunkt Shop zu erreichen. Während über das obere Icon der eigentliche Miitomo-Shop erreicht wird, findet sich darunter Mii über Kopf, eine Abwandlung des in Japan sehr beliebten Pachinko. Ein Glücksspiel, auf das kaum Einfluss genommen werden kann: Der Mii wird letztlich nur im richtigen Moment fallen gelassen und auf seinem Weg nach unten betrachtet. Bleibt er auf einer der drei Plattformen liegen, wird das dort lagernde Accessoire erhalten. Und im schlimmsten Fall einige Süßigkeiten, die der Mii vertilgen darf.

Miitomo ist unter den Apps so etwas wie ein Gemischtwarenladen. Die meiste Zeit wird dem Mii dabei zugeschaut, wie er durch einen kargen Raum schreitet und alle paar Minuten mit Fragen löchert. Was die Lieblingsspeise ist, welche Sendung in letzter Zeit am häufigsten verfolgt wurde oder welchen Freizeitaktivitäten nachgegangen wurde – die App ist neugierig. Laut Disclaimer nutzt Nintendo die Textantworten des Nutzers auf Fragen aber nicht, um die erhobenen Daten zu sammeln und zu geldwerten Paketen zu veredeln. Stattdessen würden diese (harmlosen) Fragen auch neuen und alten Freunden in Miitomo gestellt und sollen helfen, einander besser kennenzulernen.

Nintendo verdient über InApp-Käufe sein Geld – soll der Pachinko-Automat öfter genutzt werden oder besteht Ungeduld, Miitomo-Münzen für Outfits zu sammeln, wird für die App-interne Währung bezahlt und es gibt neue Freiversuche oder das hübsche Panda-Outfit kann sofort gekauft werden. Die InApp-Preise sind einigermaßen fair, orientieren sich an anderen, erfolgreichen Apps und reichen von 0,99 € bis 74,99 €.

An was es der App generell noch mangelt, ist der Umfang. Klar, im Kern möchte Miitomo eine soziale Plattform sein. Doch abseits des Einkleidens, Pachinko und Beantworten von Fragen, sollten Nintendo und App-Entwickler DeNA weitere Funktionen einbauen, damit die Nutzer bei Laune gehalten werden.

Fazit

Nintendos Miitomo ist eine spaßige Social-Media-App und gelungener Einstand auf Android, um künftige, ambitionierte Projekte anzugehen. Die App sieht stylisch aus, überzeugt durch eine gute (wenngleich nicht perfekte) Menuführung und die Social-Features sind auf charmante Weise integriert. Jedoch: Die Fragerei kann schnell nerven, der Unterhaltungswert geht schnell gegen Null. Sollten die Entwickler dies beheben, wäre Miitomo eine innovative wie praktische App, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Eine Download-Empfehlung kann daher ausgesprochen werden.

Interessant wird auch sein, wie Nintendo die Erfolge der Miitomo-App mit Pokémon GO (eine Games-App, die hier vorgestellt wird) und der neuen Firmenausrichtung „NX“ koppelt.

  • USK: Ohne Einstufung
  • Version: 1.0.2
  • min. SDK-Version: 4.1 (Android 6.0 empfohlen)
  • Größe: 32 MB (zusätzliche Daten werden nachgeladen)
  • Preis: kostenlos / bis zu 74,99 € für InApp-Käufe