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Veröffentlicht am Deutsche Apps · Kostenlose Apps · Soziale Netzwerke Kommunikation 3 Min. Lesezeit

Hoccer XO – WhatsApp Alternative #8: Finanzspritze soll helfen

Der Markt mit sicherer Kommunikation wächst. Und das führt zu Innovation und Investition. Gewinner des Tages ist dabei Hoccer XO.

Dieser deutsche Messenger der Firma Hoccer wirbt mit überragend umgesetzter Sicherheit und gleichzeitig leichter Handhabung. Das hat wohl auch einem Investor gefallen, der sich mit 50 Millionen Euro satte 51 % des Unternehmens gesichert hat und somit Mehrheitseigentümer geworden ist.

Bisher hat sich die Firma mit einer Datentausch-App einen Namen gemacht und ist nun auf den Messenger-Zug aufgesprungen, hat aber bisher noch keine nennenswerte Nutzerbasis.

Auf der Homepage wird detailreich und gleichzeitig leicht verständlich beschrieben, welche Art von Sicherheitskonzept hinter der App steht. So ist der gesamte Datenverkehr mittels SSL/TLS verschlüsselt, wobei hier auf pinned certificates gesetzt wird, um Man-in-the-middle attacks vorzubeugen. Jede Nachricht wird per End-to-end-Verschlüsselung gesichert. Hier wird auf perfect forward secrecy gesetzt, indem jede Nachricht mit einem neuen Schlüssel kodiert wird. Dadurch wird verhindert, dass die gesamte Kommunikation nachträglich entschlüsselt werden kann, falls der private Schlüssel in falsche Hände gelangt oder gecrackt wird. (Sorry für die vielen Anglizismen!)

Auch Gruppenchats werden, im Gegensatz zu vielen anderen “sicheren” Messengern, End-to-end verschlüsselt. Gut ist auch der Verzicht auf Synchronisation des Adressbuches. All diese Infos findet man auf der Homepage. Allerdings ist die App Closed Source, daher lässt sich das Sicherheitskonzept nicht nachprüfen. Jedoch vermittelt die Erklärung einen sicheren Eindruck.

Was die Funktionalität angeht, so kann die App mit der Konkurrenz mithalten. Sie bietet Einzel- und Gruppenchats und Versand von diversen Daten und Sprachaufnahmen. Allerdings fehlen noch einige Details wie z.B. Emoticons, aber das wird sicher noch nachgeliefert, denn bisher steht der Messenger in Version 1.0.1 zum Download bereit, also noch ganz am Anfang. Vom Standpunkt der Nutzerfreundlichkeit ist die fehlende Kontakt-Synchronisation ein Problem, da jeder Freund einzeln per Email oder SMS eingeladen werden muss.

Die Oberfläche ist ansprechend und nervt den Nutzer nicht mit Crypto-Kram. Allerdings kommt es derzeit laut Erfahrungsberichten ab und zu noch zu Abstürzen. Und die Geschwindigkeit lässt wohl ebenfalls noch zu wünschen übrig.

Größtes Manko ist wohl noch die Nutzerbasis, aber da der Investor den Großteil des Geldes in Werbung stecken will, wird sich das sicher in bälde ändern, denn die App ist kostenlos und werbefrei! Bisher gibt es die App für Android und iOS. Bei Android bleiben leider mal wieder alle älteren Modelle außen vor, da es erst ab Android 4.0 unterstützt wird. Auch eine API ist nicht vorhanden und somit können keine Dritt-Clients mit dem Messenger kommunizieren.

Im Vergleich zu WhatsApp bietet diese Alternative ein deutlich höheres Maß an Sicherheit und wäre bei Missbrauch nach deutschem Recht verklagbar. Leider muss dem Entwickler hier genau wie bei Threema ein Grundvertrauen entgegen gebracht werden.

Was Nutzerbasis, Funktionen und Geschwindigkeit abetrifft, so hat WA noch etwas die Nase vorn, aber das wird sich sicher ändern. Die Oberfläche ist ähnlich übersichtlich. Auch sollte man sich vielleicht die Frage stellen, mit welchen Mitteln der Investor eine Monetarisierung erreichen will, denn aus reiner Nächstenliebe wird er nicht so viel Geld in die Hand genommen haben. Hier wurden von den Entwicklern zusätzliche Features in Aussicht gestellt, die sie sich bezahlen lassen könnten.




Quellen:
RP Online
Hoccer.com

Mobiflip.de