Was professionelle Übersetzer nach mühevollem Studium, unzähligen Praxisstunden und Einsätzen ansatzweise gelingt, will Googles neue Version von Translate mit dem nächsten Update beherrschen: Simultanübersetzungen. Fehlerfrei? Leider nein.
Googles Final Fantasy. (Bild: Google)
Die Online-Redaktion des Wochenmagazins DER SPIEGEL und eine Journalisten der Zeit haben eine Vorabversion von Translate angesehen – und die Simultanübersetzung testen können, von der in einem früheren Artikel berichtet wurde. Die Redakteure kommen zu einem zwiespältigen Ergebnis. So soll die Simultanübersetzung via Spracheingabe durchaus alltagstauglich sein. Voraussetzung ist eine ruhige Umgebung und klare Aussprache – wer weiß, vielleicht wird Google Translate in ferner Zukunft auch Simultanübersetzungen zwischen Plattdeutsch und Bayerisch anbieten? Ferne Science Fiction! Logo. Doch dialektfreie Aussprache erkennt Translate ohne größere Probleme.
Während das gesprochene Wort fast fehlerfrei von einer Sprache in die andere übersetzt wird, sieht dies bei der Übersetzung fotografisch erfasster Texte anders aus. Bedingt durch die verschiedenen verbauten Kameralinsen und -sensoren, die teils schnell wechselnden Lichtverhältnisse und eine schier unüberschaubare Zahl an Schriftarten, -farben und -verzierungen kommt eine solche Software schnell ins Schwitzen. Und so wird aus dem Herr der Ringe-Autoren Tolkien der unbekannte Autor „Folien“, der „Die Herr von die Ringe“ schrieb. Ein noch unbekanntes Meisterwerk. Aus dem SPIEGEL wird „Roe deer Mirror“ und die Schlagzeile „Die dunkle Seite der Macht: Wie Amerika seine Werte verlor“ das gestelzte „The Dark Page of Power: How America his values lost“. Es wird daher vermutet, dass das neue Translate nicht so schnell auf alle Android-Geräte überspielt wird. Viel Arbeit liegt noch vor Google. Alle Beispiele und weitere Ausführungen können im Online-Artikel des SPIEGELs hier gelesen oder der unterhaltsame Beitrag der Zeit studiert werden.