Na also, die Gerüchte entpuppten sich als wahr: Amazon hat auf einer Pressekonferenz am 18. Juni sein erstes, selbst entworfenes Smartphone vorgestellt. Das auf Amazon Fire Phone getaufte Gerät bietet ein paar interessante Ideen, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Besonders in Sachen Software kann das Gerät punkten.
Neuer Wind im Smartphone-Markt
Das erste, was beim Fire Phone auffällt: Es sieht ziemlich unspektakulär aus, wirkt wie eine Mischung aus iPhone und S4. Ein Hingucker ist es also nicht.
Dafür punktet Amazons Handy mit viel Technik-Spielereien. Zum einen sind da die vier speziellen Kameras auf der Vorderseite, die mittels Infrarotlicht die Kopfbewegungen des Nutzers erfassen. Zusammen mit den anderen Sensoren (wie berichtet) werden auf dem Display Objekte mit 3D-Effekt dargestellt, ohne dass hierbei ein spezielles Display – wie zum Beispiel beim Nintendo 3DS – zum Einsatz kommt. Mit dieser 3D-Darstellung können beispielsweise Gebäude in Karten-Apps oder Kleidungsstücke beim Online-Shopping plastischer dargestellt werden. Das wirkt innovativ.
Hardware-technisch hat das Fire Phone keine Besonderheiten zu verzeichnen: Unter der schlichten und 8,9 Millimeter dünnen Hülle arbeitet ein Qualcomm Quadcore-Prozessor mit 2,2 Gigahertz und 2 GB RAM. Das Amazon Smartphone wird mit 32 oder 642 GB Speicher ausgeliefert, der nicht erweitert werden kann.
Das 4,7 Zoll große HD-Display hat mit einer Auflösung von 1280 x 720 eine Pixeldichte von 315 dpi und ist mit seinen 590 cd/m² auch für die Nutzung bei hellem Tageslicht geeignet. Während der Bildschirm von Gorilla-Glas geschützt wird, umgibt ein Rahmen aus Gummi das Gehäuse. Das alles zusammen sorgt für ein Gewicht von 160 Gramm.
Als Betriebssystem setzt Amazon wie bereits bei den Kindle Fire-Tablets auf eine modifizierte Android-Version (Fire OS 3.5). Für das Handy wurde die Oberfläche verändert. Sie bietet zum Beispiel eine “Mayday”-Funktion, mit welcher der Amazon-Kundendienst jederzeit erreichbar ist.
Die ultimative Such- und Find-Software
Neben der 3D-Darstellung hat das Fire Phone eine weitere Besonderheit zu bieten: eine App namens Firefly. Diese erkennt über die Kamera und das Mikrofon Kunstwerke, Musikstücke, Filme oder Produkte. Innerhalb weniger Sekunden werden diese über die Cloud analysiert und weitere Informationen dazu ausgegeben. Dazu gehören einerseits Wikipedia-Einträge, andererseits auch Kauf- oder Leih-Angebote im Amazon-Shop. Die Firefly-App kann über einen Knopf links am Gerät direkt aufgerufen werden. Das zeigt, wie wichtig die Software für den Konzern ist.
Zusammenfassend kann man sagen: Amazon versucht sich mit Innovationen und eigenen Ideen von den Mitbewerbern abzugrenzen. Das ist – zumindest nach der ersten Präsentation – gelungen.
Leider gibt es einen Wermutstropfen für alle Interessierten: Das Fire Phone wird zunächst nur in den USA veröffentlicht. Und das exklusiv beim Provider AT&T zum Preis von 650 Dollar (ohne Vertrag) bzw. 199 Dollar (2-Jahres-Vertrag). Wann Amazons erstes Smartphone den Sprung über den Teich schaffen wird, ist bislang nicht bekannt.
Das Fire Phone im Video
Die Pressekonferenz von Amazon und damit die offizielle Enthüllung des neuen Smartphones gibt es als Youtube-Video zum Anschauen.
