Egal wie voll der Google Play Store auch sein mag, oft sind viele Klassiker einfach nicht verfügbar. Spielehersteller wie Square Enix arbeiten zwar mit Hochdruck daran, einige namhafte Klassiker zu restaurieren. Längst nicht genug, wie Fans alter Klassiker wissen. Es werden Alternativen vorgestellt, mit denen die Spielehistorie in die Gegenwart geholt werden kann.
Auf der dritten Seite sind nochmal alle hier verwendeten und vorgestellten Apps zu finden.
Eine Möglichkeit, Klassiker auf Smartphone oder Tablet neu zu erleben oder zu entdecken sind Emulatoren. Vereinfacht gesagt gaukeln diese Anwendungen dem Gerät vor ein Super Nintendo, eine PlayStation oder Sega MegaDrive zu sein und spielen digitale Abbilder der entsprechenden Spiele ab. Kenner wissen aber, dass dieses Vorspielen eines anderen Systems an den Ressourcen nagt und rechenintensiv ist. Derart, dass aktuellere Konsolen wie GameCube und PlayStation 2 – ganz zu schweigen von der letzten (PS3, Xbox 360) oder aktuellen Generation (Wii U, XB1, PS4). Für den ersten Teil dieser Reihe wurde die PlayStation von 1994 herausgepickt, und es wird gezeigt, wie sie auf einem Android-Gerät zu neuem Leben erweckt werden kann.
War seinerzeit beeindruckend: Der T-Rex als Demo auf einer Entwicklerversion der PlayStation
Die PlayStation selbst ist eine Erfolgsgeschichte sondergleichen, keine Frage. Das Kuriose: Sonys zweiter Konsolen-Versuch (nach der semi-offenen MSX-Plattform) war ursprünglich gar nicht als eigenständiges Gerät geplant, sondern sollte lediglich eine Erweiterung des Super Nintendos werden. Da sich der Mario-Konzern über einige Vertragsdetails im Nachhinein ärgerte, kündigte man den Vertrag einseitig auf und entwickelte die Konsole zu einem großen Teil neu. Nicht nur die beeindruckende Hardware war seinerzeit ein Pfund, die Lizenzpolitik spielte Sony in die Hände. Willkommen war fast jeder Entwickler, die Produktionskosten dank CDs als Speichermedium weit unter dem Preis der robusten, jedoch an Speicher armen Module der Konkurrenz. Und so wurde die Software-Bibliothek zu einer der größten, die bislang zusammengetragen wurde. Das ist ein Vorteil für Nutzer, denn langweilig wird es mit diesem
Empfehlung: ePSXe
Der PlayStation-Emulator ePSXe erfreut sich unter PC-Spielern seit vielen Jahren größter Beliebtheit. Er ist schnell und einfach zu konfigurieren, bietet eine hohe Kompatibilität und der Rechenaufwand hält sich in Grenzen, so dass auch schwächere Geräte ein flüssiges Spielerlebnis garantieren. Apropos „flüssiges Spielerlebnis“: ePSXe ist es egal, ob ein Spiel aus der PAL- oder der NTSC-Region kommt. Empfehlenswert ist es deshalb – entsprechende Fremdsprachenkenntnisse vorausgesetzt – im Zweifel NTSC-Spiele zu laden, da diese mit 60 statt 50 Bildern pro Sekunde laufen.
Günstig ist der DualShock 3 nicht, dafür robust und mit vielen Tablets und Smartphones kompatibel. (Bild: Sony)
ePSXe spielt man entweder über eingeblendete Bedienelemente – oder aber ganz klassisch mit dem Pad. Da die meisten Android-Geräte Bluetooth nativ unterstützen, sei der DualShock 3 der PlayStation 3 empfohlen. Mit 60 Euro in der UVP ist er zwar nicht ganz günstig, aber robust und nach wie vor zeitlos gut designt, so dass er auch bei langen Spielesitzungen angenehm in der Hand liegt. Sony-Geräte unterstützen den DualShock 3 von Hause aus, die Kopplung des Bluetooth-Geräts ist noch das Komplizierteste. Wird ein Android-Device eines anderen Herstellers genutzt, wird eine App wie Sixaxis Controller benötigt, damit der Controller erkannt wird. ePSXe immerhin erkennt, ob ein Controller genutzt wird und lässt diesen frei konfigurieren. Alternative Controller für Android werden in diesem Special präsentiert.
Die Nutzung des Emulators liegt in der tiefgrauen Zone: Ohne das BIOS der PlayStation läuft gar nichts – und eben diese Datei wird von Sony nicht frei angeboten. Sie kann im Netz gefunden werden, ein Privateinsatz wird in der Regel nicht abgestraft.
Wird ePSXe erstmals gestartet, möchte die App den Speicherort des PS1-BIOS wissen und den Controller einrichten. Der Vorgang ist binnen einer Minute abgeschlossen und schon kann losgelegt werden. Theoretisch. Die meisten Spiele flutschen tatsächlich ohne weiteres Zutun über den Bildschirm, einige spezielle Spiele, welche die Konsole bis auf ihre Treansistorebene ausnutzten, benötigen spezielle Presets. Die kennt ePSXe aber in der Regel und bietet sie in einem komfortablen Menü an.
- 1.) Nachdem ePSXe erstmals gestartet wurde, werden BIOS und das Eingabegerät konfiguriert.
- 2.) Danach lässt die App nach kompatiblen ROMs suchen. Ein Vorgang von Sekunden.
- 3.) Und schon ist man im Spiel. Etwa in NfS: Porsche wie hier im Bild…
- 4.) … oder in Klassikern wie Pandemonium. Die PSX-Bibliothek hat einiges zu bieten!
Die Performance des Emulators ist meist sehr gut. Sollte es mal haken, hilft der Frameskip, der zu berechnende Bilder auslässt und dadurch Rechenleistung einspart. Zudem sollte darauf geachtet werden, die originale Auflösung des Spiels beizubehalten. Theoretisch bietet ePSXe auch an, dass Bilder mit einer wesentlich höhrern Auflösung berechnet werden, die Leistung geht dann aber schnell in Keller. Im Test zeigte sich aber auch die Erfahrung, dass einige Spiele urplötzlich viel schneller laufen. Reproduzierbar war der Fehler nicht, glücklicherweise aber auch so selten, dass er nicht wirklich stört. Doof waren die Touchscreen-Kontrollen – es ist zwar ganz angenehm, auch ohne Gamepad spielen zu können, idealerweise sollte der klassische Controller den Vorzug gegeben werden, da die Touch-Knöpfe etwas lahm reagieren. Apropos „lahm“: Der Sound kann mitunter hängen. Ein Problem, das in den Optionen über die Latenz in den Griff bekommen werden kann, wobei jedes Android-Gerät anders auf diese Latenzen reagiert.
Nachdem die wesentlichen Informationen vorliegen, wird sich den besten Games der PlayStation gewidmet, die auf Android nicht erhältlich sind…