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Ciao Google! Cyanogen Inc. plant Ende “der Tyrannei”

Cyanogen Inc. plant, sich komplett von Google zu lösen. Dafür hat das Unternehmen ehrgeizige Pläne für die Zukunft. Zu ehrgeizig?

Mit dem OnePlus One befeuert Cyanogen Inc. eines der Smartphones, die am meisten für Wirbel und Medienhype sorgten, mit seiner Software. Kritiker und Fans liebten das Gerät, einzig das Invite-System, über den sein Verkauf bis dato abgewickelt wird, trübte die Laune gehörig. Gerüchte über den Nachfolger kursieren bereits. Wegen des offenen Streits zwischen OnePlus und Cyanogen dürfte es mit der von OnePlus angekündigten eigenen Android-Version ausgestattet werden.

Cyanogen Inc. hat andere große Pläne. Das berichtet androidauthority unter Berufung auf The Information (Bezahlschranke). Urheber der Informationen ist Cyanogen-CEO Kirt McMaster, der in San Francisco auf dem von The Information organisierten “Next Phase Of Android”-Event zu Gast war. Er hatte sich schon im August mit markigen Worten zu “Googles Tyrannei” Schlagzeilen gemacht. Damals war außerdem durchgesickert, dass Cyanogen Inc. offenbar ein Übernahmeangebot von Google ausgeschlagen hatte.

v.l.n.r.: Steve Kondik, Kirt McMaster (Bildquelle: androidauthority.com)

v.l.n.r.: Steve Kondik, Kirt McMaster (Bildquelle: androidauthority.com)

Im Rahmen der Konferenz ließ McMaster wissen, sein Unternehmen plane den Versuch, “Google Android wegzunehmen”. Dafür wolle man eine eigene Android-Version anbieten, die bis zum letzten Codeschnipsel frei verfügbar sein solle. Partnern solle es so ermöglicht werden, eigene Angebote und Dienste tiefer in das System zu implementieren. McMaster nennt Google Now als Beispiel, das tiefer im Android-Systemkern verankert sei, als es Third-Party-Apps überhaupt möglich sei.

Die derzeit noch bestehende Abhängigkeit von Google wolle man in den kommenden drei bis fünf Jahren überwinden, so McMaster. Bis dahin ist mit Partnern der Aufbau eines eigenen Ecosystems geplant, das als Alternative zu Googles beliebten Diensten Maps, Gmail oder Google Play bestehen könne. McMaster sagte dazu, in 18 Monaten verfüge Cyanogen über einen eigenen App Store. Eigentlich alter Wein in neuen Schläuchen: Schon 2012 war einmal die Rede von einem eigenen Cyanogenmod-App-Store gewesen.

Fraglich ist, ob sich Cyanogens ehrgeizige Pläne überhaupt in die Tat umsetzen lassen. Amazon baut seit Jahren mit enormen Aufwand an einer, von Google unabhängigen Android-Version und eines eigenen Content-Universums. So bescherte das Amazon Fire Phone dem Versandriesen riesige Verluste. Ein kleines Unternehmen kann solche Verluste nicht stemmen. Und es könnte schwierig werden, in ausreichender Zahl App-Entwickler zu motivieren, einen Beitrag zu einem etwaigen neuen App-Store mit zweifelhaften Erfolgsaussichten beizutragen.

Vielleicht würde ein zugkräftiger Partner die Sachlage ändern? Aber: Gegenüber OnePlus hat sich Cyanogen sicher nicht als verlässlicher Partner präsentiert. Und bis die Pläne eingestielt sind, ist Cyanogen bei den kommerziellen Ausformungen der CyanogenMod (OnePlus, Micromax) auf die Nutzung der Google-Dienste angewiesen. Was passiert, wenn Google Cyanogen Inc. wegen dieser Pläne schon vorher von deren Nutzung ausschließt?

Wie denkt Ihr über Cyanogens Pläne?