Alle Jahre wieder werden auf der großen Technikmesse in Las Vegas eine Menge Smartphones vorgestellt, so auch 2015. Jedes der Handys ausführlich zu beschreiben, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, deswegen hier die Geräte-Neuheiten, die am ehesten ins Auge fielen.
Xiaomi Redmi 2 – Der günstige LTE-Einsteiger
Ein Geheimtipp unter Android-Freunden sind schon seit einiger Zeit die Geräte des chinesischen Herstellers Xiaomi, die auch bereits durch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis zu überzeugen wussten. Auf der CES stellte Xiaomi nun das Redmi 2 vor, welches in mehreren bunten Farben daherkommt, die irgendwie an Marshmellows denken lassen.
Schmackhaft ist auch die innere Ausstattung, zumindest am sehr moderaten Preis von umgerechnet etwa 100 Euro gemessen. Hierfür bekommt der Nutzer einen 4,7 Zoller mit 720 x 1280 Pixel Auflösung, bei dem beide Simkartensteckplätze LTE unterstützen. Dampf unter die Haube bringt ein 64 Bit Snapdragon 410 Prozessor mit vier Kernen und einer Adreno 306 GPU. Der Arbeitsspeicher ist mit 1 GB relativ knapp bemessen, sollte allerdings den meisten Alltagsaufgaben eines Smartphones gewachsen sein.
Für Energie sorgt ein 2.200 mAh unter der Rückseite des 9,4 Millimeter dicken und 133 Gramm leichten Smartphones. Der innere Speicher beläuft sich auf 8 GB und kann mit MicroSD-Karten aufgerüstet werden. Fotos lassen sich mit einer 8 Megapixel-Kamera von OmniVision knipsen, die über eine f/2.2 Blende verfügt. Außerdem gibt es eine 2 Megapixel-Frontkamera für Videochats und Selfies. In China soll das Redmi 2 bereits ab dem 9. Januar 2015 in den Handel kommen. Ob und wann in Deutschland mit dem Redmi 2 gerechnet werden kann, ist noch nicht bekannt.
LG G Flex 2 – Das zweite krumme Ding
Schon beim ersten LG G Flex war sich die Android-Welt nicht so ganz sicher, ob man das gebogene Design nun schick finden sollte oder nicht. Auch das krumme Ding befand sich derzeit mit etwas gemischten Gefühlen für einen Test auf dem Redaktionstisch. Irgendwie muss das Konzept von LG jedoch aufgegangen sein, wie die diesjährige Vorstellung des LG G Flex 2 verrät.
Das Display hat LG von 6 Zoll beim G Flex auf 5,5 Zoll beim G Flex 2 geschrumpft. Die Auflösung des Curved POLED Screens beträgt nun 1080 x 1920 Pixel und liegt somit ein gutes Stück über der des ersten G Flex, das noch mit 720 x 1280 Pixeln auf größerer Fläche auskommen musste. Durch den kleineren Bildschirm verringern sich auch die Außenmaße von ehemals 160,5 x 81,6 x 8,7 auf 149.1 x 75.3 x 7,1 – 9,4 Millimeter, was sich in der Hosen- oder Hemdentasche deutlich besser machen dürfte. Das biegsame Gehäuse hält bei Druck angeblich bis zu 100 kg Gewicht aus.
Positiv fällt auf, dass die Tasten auf der selbstreparierenden Rückseite nun plan ins Gehäuse eingelassen sind und nicht mehr hervorstehen. Angetrieben wird das G Flex 2 von einem Octa-Core Qualcomm Snapdragon 810 Prozessor und 2 GB RAM. Bis zu 2 TB dürfen die MicroSD-Karten groß sein, mit denen sich der 16 GB große interne Speicher aufrüsten lässt. Zur weiteren Ausstattung gehören unter anderem eine 13 Megapixel-Kamera mit Laser-Autofokus, LTE und ein 3.000 mAh Akku.
Mit Android 5.0 (Lollipop) ist das LG G Flex 2 auf dem neuesten Stand der Dinge. MediaMarkt listet es bereits jetzt für 649 Euro zur Vorbestellung – ab dem 31.01.2015 soll es dann voraussichtlich zu haben sein.
Asus ZenFone Zoom (ZX550) und ZenFone 2
Wer sein Handy gerne zum Fotografieren nutzt, wird sich vielleicht für das ZenPhone Zoom interessieren. Das Konzept eines Handys mit optischem Zoom tauchte unter den Androiden bereits mit dem Samsung Galaxy K Zoom auf, allerdings präsentierte sich der 4,8 Zoller nicht nur als Fototalent, sondern auch als ausgesprochenes Moppelchen. Im Vergleich schlank, dafür jedoch deutlich größer, fällt das ZenFone Zoom mit stolzen 158.9 x 78.84 x 11.95 Millimetern aus, was wohl in erster Linie dem 5,5 Zoll großen Display zuzuschreiben ist.
Braucht ein Fotohandy wirklich so einen großen Screen? Nun ja, immerhin löst dieser mit 1920 x 1080 Pixeln auf und dürfte somit eine gute Darstellung der bis zu 13 MP großen Fotos oder der selbstgedrehten Videoaufnahmen gewährleisten. Die Hauptkamera mit 3x optischen Zoom und f/2.7- to 4.8 Blende sitzt auf der wahlweise schwarzen oder weißen Rückseite des Smartphones.
Das ZenPhone Zoom wird mit einem 2,3 GHz Quad-Core Intel Atom Z3580 Prozessor und 2 Gigabyte RAM ausgestattet sein. Der interne Speicher beläuft sich wahlweise auf 32, 64 oder stolze 128 GB. Ferner gehören Android 5.0 (Lollipop), ein 3.000 mAh-Akku und LTE zur Ausstattung des Foto-Handys, das voraussichtlich im zweiten Quartal dieses Jahres ab umgerechnet 340 Euro (für die 32 GB Variante) auf den Markt kommt.
Bezüglich Display, Akku und Prozessor ähnlich ausgestattet, allerdings ohne optischen Zoom und ebenfalls in verschiedenen Varianten mit 2 GB oder sogar 4 GB RAM, kommt das Asus ZenFone 2 daher. Darüber wurde bereits berichtet.
Alcatel OneTouch Pixi 3 – das wohl variabelste Handy aller Zeiten
Alcatel bringt mit dem OneTouch Pixi 3 genau genommen gleich mehrere Smartphones mit 3,5, 4 oder 5 Zoll Displays in den Handel, die von den jeweiligen Netzanbietern (ohne Anbindung an einen Carrier werden sie vermutlich nicht erhältlich sein) wahlweise mit Android, Firefox OS oder Windows Phone bestückt werden können. Außerdem besteht die Qual der Wahl bezüglich verschiedener Ausstattungen in puncto Kameramodul, Dual-Core Prozessoren und Akku-Kapazitäten (1.150 und 2.000 mAh) sowie dem internen Speicher, der zwischen 4 GB und 8 GB groß sein darf.
Während das kleinste Modell lediglich 3G unterstützt, können die größeren Modelle auch mit LTE ausgerüstet werden. Damit nicht genug, wird es die Devices in Schwarz, Weiß, Rot, Pink, Orange, Gelb, Grün, Silber und Blau geben. Sonst noch was? Ach ja, die Preise werden je nach Größe und Ausstattung bei etwa 50 bis 100 US Dollar liegen. Wann und wo das/die Smartphone/s erscheinen, hat Alcatel noch nicht verlauten lassen.
Lenovo P90 – Das Ausdauernde
Nach der Vorstellung von krummen und variablen Smartphones fehlt eigentlich nur noch ein Modell mit einem besonders leistungsstarken Akku. Das liefert dann auch gleich Lenovo mit seinem P90. Außer der 4.000 mAh starken Kraftzelle hat der 5,5 Zoller (1.920 x 1.080 Pixel) einen 64 Bit Intel ATOM Z3560 Quad-Core-Prozessor zu bieten, der LTE-A unterstützt. Mit 156 Gramm und 150 x 77,4 x 8,5 Millimetern ist das Gerät angesichts des großen Akkus und Displays auch gar nicht mal so dick und schwer, dafür aber ziemlich lang.
Zur Foto- und Videoaufnahme dienen eine 13 Megapixel-Knipse mit O.I.S. (Bildstabilisierung) und LED-Blitz auf der Rückseite sowie eine 5 Megapixel-Kamera auf der Front. Der interne Speicher beläuft sich auf 32 GB. Bei Auslieferung läuft auf dem P90 unverständlicherweise noch Android 4.4 (KitKat). Ob und wann es ein Update auf Android Lollipop geben wird, ist derzeit noch unbekannt, ebenso der Preis. Auf den Markt soll das Lenovo P90 aber bereits im Februar dieses Jahres kommen.
Dann gab es da beispielsweise noch das HTC Desire 862, das bereits vorgestellt wurde oder das große ZTE Grand X Max+, das die Kollegen von CNET auf der CES 2015 im Hands-On hatten.
Welches der hier vorgestellten Smartphones ist das interessanteste – oder gibt es gar einen Favoriten, der im Artikel nicht genannt wurde?