Zum Inhalt
n-droid.de
Veröffentlicht am Android-Themen · News 3 Min. Lesezeit

Android-Sicherheit: Gute vs. böse App-Berechtigungen?

Dieser Artikel beleuchtet die sensiblen Berechtigungen, die einige Apps verlangen. Welche sind wichtig, welche unnütz, welche gefährlich?

Die Diskussionen zum Thema Sicherheit bei Android reißen nicht ab. Sicherheitsdefizite lassen sich nicht leugnen. Dennoch grenzt die Berichterstattung teilweise schon an Hysterie. Die größten Profiteure dieser Panikmache sind Unternehmen und Entwicker, die mit Sicherheits-Apps Geld verdienen. Der Google Play Store ist voll mit Antvirus-, Verschlüsselungs- und Berechtigungsapps.

Insbesondere die Berechtigungen, die einige Apps verlangen, sind Gegenstand heißer Auseinandersetzungen. Während bestimmte Berechtigungen als generell bedenkenlos eingestuft werden, erlauben andere den Zugriff auf sensiblere Bereiche und Daten. Sind sie deshalb “böse”? Dieses schwarz-weiß Denken führt zu teilweise absurden Kommentaren im Play Store, wo Apps als „Spionageapp“ oder „Spyware“ bezeichnet werden.

Ganz grundsätzlich ist entscheidend, in welchem Zusammenhang eine Berechtigung genutzt wird bzw. welche App eine Berechtigung wofür benötigt. So geraten beispielsweise viele Nutzer bei der Berechtigung „Telefonstatus und Identität abrufen“ in Panik. Obwohl diese Berechtigung es einer App erlaubt, die IMEI auszulesen, ist sie auch nötig, um beispielsweise bei einem Spiel einen Anruf durchzulassen und das Spiel zu pausieren – was durchaus im Sinne des Users sein dürfte.

Anders sieht es wiederum aus wenn ein gewöhnliches Spiel die Berechtigung „Ihre Nachrichten“ benötigt. In 99 Prozent der Fällen wird ein Spiel auch ohne diese Berechtigung problemlos laufen, hier ist also Vorsicht geboten, weil es dann ums Abgreifen von Daten gehen könnte.

Ein paar Erläuterungen zu einigen wichtigen Berechtigungen:

  • Ihre Nachrichten:
    Diese Berechtigung kann unter anderem SMS/MMS senden, auf den gesamten Nachrichtenspeicher zugreifen und Änderungen vornehmen. Bei einem SMS-Client sinnvoll, bei Apps, die nichts mit SMS oder Nachrichten generell zu tun haben, ein Risikofaktor.
  • Kostenpflichtige Dienste:
    Hier kann die App ohne Eingreifen des Nutzers Telefonnummern anrufen. Was im Falle einer Notruf-App durchaus sinnvoll ist, ist bei einem Spiel absolut unnötig.
  • Anrufe:
    Mit dieser Berechtigung wird der App erlaubt, auf die Telefonfunktionen des Gerätes zuzugreifen. Mittels dieser Berechtigung kann die Anwendung auch die IMEI Nummer auslesen. Allerdings dient sie auch dem Pausieren eines Spiels, damit Anrufe für den Nutzer während des Spiels erkennbar werden. Generell eine sinnvolle Berechtigung, die allerdings auch ein gewisses Risiko birgt.
  • Genauer (GPS-) Standort:
    Im Falle von Navigationsapps oder Apps, die etwa die Distanz zu einem bestimmten Ort berechnen, eine unverzichtbare Berechtigung. Darüber hinaus dient sie lediglich dazu, um auf die Region passende Werbung einzublenden. Richtet keinen großen Schaden an, ist aber unter Umständen unnötig wie ein Kropf – und verursacht durch das Nachladen neuer Werbung ständig neuen Traffic.
  • Hardware-Steuerelemente:
    Diese Berechtigung kann etwa ohne Mithilfe des Nutzers Bilder und Videos aufnehmen. Sofern die App nichts mit Fotografie oder der Aufnahme von Bildern zu tun hat, hat sie nichts unter den Berechtigungen verloren. In Kombination mit den Berechtigungen „Internetzugriff“ und „Speicher“ ist Vorsicht geboten, da Bilder einfach ohne Wissen des Nutzers verwendet werden könnten.

Wer genau wissen möchte, welche Berechtigung wofür verantwortlich ist, kann hier einen Blick auf die Android-Entwicklerseite werfen, die jede einzelne Berechtigung aufschlüsselt. Wer sich unsicher ist, kann mit Apps wie APEFS bestimmte Berechtigung deaktivieren. Dies ermöglicht das risikolose Probieren einer App, ohne dabei Gefahr zu laufen, ungewollt persönliche Daten preiszugeben.

Unterm Strich gilt: Eine gesunde Skepsis ist das beste Mittel, um sich vor Apps mit dubiosen Berechtigungen zu schützen. Notfalls kann auf kleine Helfer zurückgegriffen werden, um sich zu schützen. Fünf gute Sicherheits-Apps finden sich hier, das Tutorial zum Thema App-Berechtigungen findet sich hier.

Android-Tutorial: Berechtigungen (Bild: n-droid.de)