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Android 4.4 (KiKat): Project Butter macht schnell, Project Svelte macht schlank

Mit Android 4.4 (KitKat) führte Google das Project Svelte ein. Worum es geht, zeigt ein Überblick.

Google ist stets bemüht, Android nutzerfreundlicher zu gestalten. Damit geht ein hohes Innovationstempo einher, das jährlich den Release von ein bis zwei neuen Android-Versionen zur Folge hat. 2013 veröffentlichte Google die Android-Iterationen Android 4.3 (Jelly Bean) und Android 4.4 (KitKat). 2012 waren das Android 4.1 (Jelly Bean) und Android 4.2 (Jelly Bean).

Weil viele Hersteller auf ihren Geräten Android nutzen, es in der Regel aber mit aufwändigen eigenen Bedienoberflächen versehen, und es sehr, sehr viele Android-Modelle gibt, resultiert daraus eine Fragmentierung der Android-Welt: Auch wenn Jelly Bean mittlerweile die Android-Version mit dem höchsten Marktanteil ist, gibt es noch immer gibt es viele Geräte, die mit Android 2.3.x (Gingerbread) laufen.

Viel dreht sich bei neuen Android-Versionen um das Erscheinungsbild, das Android-Design, für das maßgeblich Matias Duarte verantwortlich ist. Bei Quartz äußerte er sich Mitte des Jahres zum Design-Ansatz, den Android verfolgt: Minmal, optimiert auf gute Lesbarkeit, sauber, modern, mit viel weiß. Viele Änderungen geschehen aber im Bereich der Programmierung, unsichtbar für den Nutzer.

Mit dem Project Butter, das Google gemeinsam mit Android 4.1 (Jelly Bean) vorstellte, wurde eine Verbesserung und Stabilisierung der Android-Performance angestrebt. Da machte Google im Laufe der letzten anderthalb Jahre einen Haken hinter. “Project Svelte” ist nun der Codename für den nächsten Meilenstein in der Entwicklung: Android soll auch auf weniger leistungsstarken Geräten flüssig laufen.

Wie Google-Engineer David Burke  auf den Android-Developers-Seiten schreibt, soll das Project Svelte den zum Betrieb des OS benötigten Arbeitsspeicher verringern. Dafür wurden Kernel, System, Frameworks und Google-Apps überarbeitet, so Burke. Ziel ist, dass auch günstige Einsteigergeräte problemlos mit der aktuellsten Android-Version ausgestattet werden können.

Im Interview mit Readwrite kommentierte Burke: “We were kind of joking that, when I started, the first thing that I was working on was Project Butter to make the system smoother. The thing is, butter puts on weight. So then I did Project Svelte to lose weight. So now my contribution to Android is basically zero.”

Auch zur Vorgehensweise sagt er einige Takte: Basis des Procederes war ein Nexus 4 mit stark abgespeckter Ausstattung. 512 MB RAM, geringere Displayauflösung, runtergetakteter Prozessor mit zwei statt vier Rechenkernen: Viele der gesammelten Erkenntnisse könnten auch in die Entwicklung des Moto G eingeflossen sein, Motorolas günstiges Mittelklassegerät, das seit einigen Tagen ab 170 Euro (Amazon) im Handel erhältlich ist und zumindest in den USA direkt mit Android 4.4 an Bord verkauft wird.

Project Svelte liefert demnach einen guten Grund, zahlreiche Google-Apps aus dem Android-System herauszulösen und als Stand-alone-Apps im Google Play Store anzubieten. Es ging auch darum, den Resourcenhunger des Systems zu bändigen.

Ob Google damit das Problem der Fragmentierung löst? Kaum. Zwar laufen nun auch Einsteigergeräte potenziell komfortabel mit Android, doch kaum ein Hersteller setzt auf pures Android. Unternehmen wie Samsung oder HTC setzen ihre etablierten Bedienoberflächen TouchWiz und Sense auch bei Einsteigergeräten ein – was für Updates aufwändige Anpassungen notwendig macht, die sich bei günstigen Geräten nicht lohnen.

Zudem kaufen viele Nutzer ein günstiges Gerät und nutzen es dann länger. Nicht jeder möchte sich jedes Jahr ein neues Smartphone zulegen. Wer 2014 also ein Einsteigermodell mit Androd 4.4 kauft, nutzt es vermutlich wenigstens bis 2015, erhält aber in den wenigsten Fällen ein Firmware-Update. Ende 2015 ist möglicherweise bereits Android 4.8 oder – je nachdem – Android 5.4 verfügbar.