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Veröffentlicht am Hardware · Sonstige Geräte · Teaser Top Handys 6 Min. Lesezeit

130 Euro-Handy im Test: Pomp W89 – Was leistet der Quad-Core-Billigheimer?

Vor zwei Wochen wurde das Android-Sparwunder alias Pomp W89 schon kurz vorgestellt – vor ein paar Tagen ist es nach eintägiger Lieferzeit (Lieferung aus Deutschland) auf dem Redaktionstisch gelandet, so dass es für eine genaue Betrachtung zur Verfügung stand.

Auf den ersten Blick findet sich an der Optik des 4,7 Zoll Smartphones nichts wirklich Spektakuläres: Mit abgerundeten Ecken, einer sehr stabilen weißen oder dunkelblauen Rückseite mit leichtem Metalliceffekt kommt das ordentlich verarbeitete Pomp daher. Dabei wirkt es sehr robust und neigte während des Tests auch bei festerem Zupacken nicht zum Knarzen.

Unter der Akkuabdeckung befindet sich nicht nur der Steckplatz für die 2.050 mAh Kraftzelle, sondern auch zwei Slots für Standard-Simkarten im Dual-Standby sowie der Einschub für die MicroSD-Karte. Gemessen an manch einem Ultra-Slim-Smartphone kommt der Androide mit seinen Außenmaßen von 137 x 70 x 11 Millimetern ein bisschen pummelig daher, hat aber dennoch ganz gut in der Hosentasche Platz.

Pomp W89 Anschlüsse - Bild: N-Droid Pomp W89 Frontkameralinse - Bild: N-Droid

Auffällig sind die dunkelroten Symbole der Softtasten unter dem Display, die zumindest beim Testgerät leider nicht beleuchtet waren. Das dunkelrote Design findet sich auch bei der Hörerabdeckung über dem Display und in einem dünnen Zierrahmen rund um die Kameralinse auf der Rückseite wieder. Rund um das Device sind silberfarbene Tasten für die Ein-/Aus-/Sperrfunktion und Lautstärkeregulierung sowie ein MicroUSB-Steckplatz und ein 3,5 Millimeter Headset-Anschluss angebracht. Die beiden Tasten haben einen sehr guten und festen Druckpunkt.

Zubehör
Im stabilen Zubehörkarton liegen außer dem Pomp W89 zwei 2.050 mAh-Akkus, eine Displayschutzfolie (eine weitere klebte bei Auslieferung schon auf dem Display), ein USB-Datenkabel mit Netzteiladapter, ein Stereo-Headset, eine englischsprachige Kurzanleitung sowie Serviceheftchen.

Pomp W89 Akkufach - Bild: N-Droid.de Pomp W89 Zubehör - Bild: N-Droid.de

Die wichtigsten Daten des Pomp W89:

 Betriebssystem:  Android 4.2.1 (Jelly Bean)
 Prozessor:  1.2 GHz Quad-Core MTK6589
 Display:  kapazitiv, 4,63 Zoll, IPS (480 x 854 Pixel)
 Arbeitsspeicher:  1 GB
 Interner Speicher:  4 GB
 MicroSD  bis 32 GB
 Kamera:  13 MP (vermutlich von 5 oder 8 Megapixel hochinterpoliert)
 Videoaufnahme:  1080p
 Frontkamera:  1 MP
 Konnektivität:  WiFi 802.11 b/g/n, WiFi-Direct, Bluetooth
 Netzwerke:  2G/3G Dual-Sim
 Schnittstellen:  3,5 mm Klinkenanschluss, MicroUSB
 Ortung:  A-GPS
 Sensoren:  Beschleunigungssensor, Kompass, Näherungssensor, Umgebungslichtsensor, Magnetometer
 Akku:  2.050 mAh
 Maße:  137 x 70 x 11 mm
 Gewicht:  ca. 160 g inklusive Akku

4,7 Zoll Display und Kamera

Das 4,7 Zoll Display löst mit 480 x 854 Pixel auf, was heutzutage erst einmal nicht mehr beeindruckt. Dennoch ist die Darstellung erstaunlich klar – einzelne Pixel oder ausgefranste Schriftzüge sind auf dem Screen, wenn überhaupt, nur bei genauestem Hinschauen zu erkennen, und die Beleuchtung ist ausreichend hell einstellbar.

Auch die Farbdarstellung geht, bis auf einen ganz leichten Blaustich, in Ordnung. Die Blickwinkelstabilität ist gut, solange sich nichts auf dem glänzenden Displayglas spiegelt. Natürlich kann der Screen nicht mit dem eines Samsung Galaxy S4 oder HTC One mithalten – dies ist in dieser Preisklasse jedoch auch nicht zu erwarten.

Pomp W89 Display - Bild: N-Droid.de

Kamera mit LED-Leuchte und HDR
Neben der Hauptkamera-Linse des Pomp W89 prangt die Angabe “8.0 Megapixel”. Tatsächlich lassen sich Bilder im 16:9 Format bis zu 13 Megapixel-Größe knipsen, wobei davon ausgegangen wird, dass es sich tatsächlich um 5 oder 8 Megapixel handelt, die auf 13 Megapixel hochinterpoliert wurden. Die Ausstattung der Kamera reicht von einer eher funzeligen LED-Leuchte über HDR, Farbeffekte, Szenenmodi, Weißabgleich, Anti-Flimmern, Serienaufnahme, Geo-Tagging, Gesichtserkennung, Selbstauslöser oder ISO-Einstellung, um nur einige Features zu nennen.

Pomp W89 Kamera Nahaufnahme - Bild: N-Droid.de Pomp W89 Kamera Landschaft - Bild: N-Droid.de

Fotos in höchster Auflösung gelingen – halbwegs akzeptabel, wenn es sich um Landschaftsbilder handelt und recht gut bei Nahaufnahmen. Auf dem Handy-Display noch ganz ansehnlich, kommen bei der Betrachtung von Landschaftsbildern auf einem Computermonitor deutliche Unschärfen zutage. Auch das Blitzlicht eignet sich eher für Aufnahmen im Nah- als im weiter entfernten Bereich. Im Test geschossene Dämmerlichtaufnahmen wiesen durchgehend ein starkes Bildrauschen auf.

Ähnlich verhielt es sich bei Videoaufnahmen, deren Qualität sich gerade noch so im tolerierbaren Bereich bewegte, mit nahezu denselben Einschränkungen wie bei Fotos. Auf der Front gibt es eine weitere Kamera, die im Gegensatz zur Angabe in manch einem Datenblatt nur Fotos nur mit einem, anstatt mit zwei Megapixeln aufnehmen kann.

Pomp W89 Kamera Dämmerlicht - Bild: N-Droid.de Pomp W89 Kamera Fotoleuchte - Bild: N-Droid.de

Software, Telefonieren und Empfangsqualität

Bei Auslieferung läuft auf dem Pomp W89 Android in der Version 4.2.1. Hierbei handelt es sich um ein reines Stock-Android ohne darübergestülpte Hersteller-Oberfläche. Installiert sind lediglich die typischen Android-Apps inklusive Google Play Store, einem FM-Radio sowie WhatsApp – auf nervige China-Apps wurde erfreulicherweise verzichtet.

Der WLAN-Empfang des W89 erwies sich im Test als sehr gut. Ebenso überzeugend zeigte sich der GPS-Empfänger des Smartphones; hierfür lassen sich A-GPS, ein EPO-Assistent und GPS-Satelliten sowie die Ermittlung des Standortes per WLAN & Mobilfunknetz (Standortermittlung über Google-Standortdienst) aktivieren. Ein Sat-Fix erfolgte unter freiem Himmel schon beim ersten Einsatz innerhalb von sieben Sekunden.

Beide Simkarten-Slots sind sowohl 2G- als auch 3G-geeignet, allerdings lässt sich nur jeweils eine Simkarte für die 3G-Nutzung einstellen. Der 2G- und 3G-Empfang des Pomp W89 erwies sich im Test als durchgehend sehr gut, und es kam zu keinerlei Verbindungsabbrüchen bei Telefonaten. Auch die Stimmwiedergabe präsentierte sich beim Testgerät auf beiden Teilnehmerseiten zufriedenstellend und ausreichend laut.

Pomp W89 Startseite - Bild: N-Droid.de Pomp W89 App-Drawer - Bild: N-Droid.de Pomp W89 Sat Fix GPS-Checker - Bild: N-Droid.de

Prozessor, Speicher, Akku

Der im Testgerät verbaute 1.2 GHz Quad-Core MT6589 Prozessor leistete mit Unterstützung einer PowerVR SGX 544MP GPU und 1 Gigabyte RAM sehr gute Arbeit. Im AnTuTu-Benchmark-Test schnitt das Pomp W89 mit 14.877 Punkten sogar noch um einiges besser ab als das vor einer Woche getestete iOcean X7, das mit 11.826 Punkten vorlegte.

Sowohl das Scrollen durch Galerien oder Menülisten als auch das Abspielen von Videos oder Browsen im Internet bewältigte das Device sehr flüssig und ohne nennenswerte Ruckler.

Der interne Speicher des Pomp W89 ist 4 Gigabyte groß, von denen dem Nutzer etwa 1,7 Gigabyte zur Verfügung stehen. Durch MicroSD-Karten lässt sich der Speicher um bis zu 32 Gigabyte aufrüsten.

Pomp W89 Systeminfo - Bild: N-Droid.de Pomp W89 AnTuTu Benchmark - Bild: N-Droid.de Pomp W89 Akkulaufzeit - Bild: N-Droid.de

Der 2.050 mAh Akku zeigte im Test ein recht gutes Durchhaltevermögen: Nach einem Tag und 21 Stunden Standby mit aktiviertem WLAN und GPS, einer halben Stunde Gesprächszeit, aktivierter Google- und Facebook-Synchronisation, moderatem Einsatz der Kamera sowie etwa drei Stunden Internet-Browsen wies die Ladestandsanzeige noch 22 Prozent Akkuladung aus.

Fazit

Die Stärken des Pomp W89 liegen ganz klar in seiner robusten Verarbeitung und der sehr guten Performance. Auch das unverbaute Stock-Andoid 4.2 wird manch einem Android-Nutzer zusagen. Trotz der relativ niedrigen Auflösung geht die Displaydarstellung, gemessen am niedrigen Preis des Geräts, absolut in Ordnung.

Als weniger gut erwies sich die Kamera-Qualität, da Bilder auch bei modifizierten Einstellungen, wie hochgesetzter Schärfe oder angepasstem Kontrast, durchgehend leicht bis stark verschwommen wirkten – da wurde bei anderen Billigheimern, beispielsweise dem Star B94M, schon Besseres festgestellt. Ein Schwachpunkt vieler “China-Handys” ist der GPS-Empfang – hier präsentierte sich das W89 allerdings, ebenso wie beim Netz- und WLAN-Empfang, erstaunlich überzeugend.

Ein echtes Schnäppchen ist das Pomp W89 für Nutzer, die damit hauptsächlich telefonieren, im Internet surfen und spielen möchten – wer sein Handy jedoch unterwegs als hochwertigen Kamera-Ersatz benutzen will, sollte lieber auf ein diesbezüglich besseres Gerät zurückgreifen.

Pomp W89 Rückseite - Bild: N-Droid.de Pro
  • Schnelle Performance
  • Gute Empfangsqualität bei 2G/3G, WLAN und GPS
  • Solide Verarbeitung
  • Preis-Leistungsverhältnis
Contra
  • Mittelmäßige bis schlechte Kameraqualität
  • Softtasten unter Display sind nicht beleuchtet