Wie schon seine Vorgänger S2 und S3 nimmt auch das Galaxy S4 den Status des Flaggschiffs unter den Samsung-Androiden ein. Ob es diese Bezeichnung verdient, zeigte sich im Test.
Verarbeitung und Zubehör
Unter der abnehmbaren, biegsamen Polycarbonat-Rückseite des Galaxy S4 verbirgt sich der erfreulicherweise wechselbare Akku. Neben der Akkuhalterung sind die Steckplätze für die MicroSim-Karte und MicroSD angesiedelt.
Grundsätzlich erinnert das Galaxy S 4 stark an das S 3, nur eben mit einem 5 Zoll Screen anstatt eines 4,8 Zoll Displays. Das Design des schwarzen Testgeräts ist gewöhnungsbedürftig – die hochglänzende und silbern glitzernde Rückseite erinnert stark an eine schlimme 80er Jahre-Krawatte. Black Mist nennt Samsung das – im wahrsten Sinne des Wortes. Wohlgemerkt: Bei der weißen Variante tritt das Problem nicht auf. Der Metallrahmen rund um den Geräterand wiederum sorgt für einen gewissen edlen Anstrich.
Ein LED-Licht über dem Display informiert durch Blinken über verpasste Ereignisse. Außerdem sind ein silberfarbenes Lautsprechergitter, ein Samsung-Schriftzug, Sensoren sowie die Linse der 2 Megapixel Frontkamera über dem Screen angebracht. Die obligatorische physische Home-Taste unter dem Touchscreen fehlt natürlich ebenfalls nicht.
Links und rechts daneben gibt es Sensortasten für die Menü- und Zurück-Funktion, deren Symbole weiß beleuchtet sind. Mit 136,6 x 69,8 x 7,9 Millimetern fällt das S4 nur unwesentlich größer und mit einem Gewicht von 130 Gramm sogar noch leichter aus als sein Vorgänger.
Rund um das Smartphone sind eine Wipptaste zur Lautstärkeregulierung, eine Infrarot-Schnittstelle, der 3,5 Millimeter Klinkenanschluss, die Ein-/Aus-/Sperrtaste sowie ein MicroUSB-Slot angesiedelt. Die erhabene Kameralinse auf der Rückseite dürfte beim Ablegen des Handys auf Dauer leicht den einen oder anderen Kratzer abbekommen, da sie nicht ins Gehäuse versenkt oder anderweitig geschützt ist.
Unter der Linse liegt das Fotolicht. Außerdem ist im Akkudeckel eine Öffnung für den recht klein ausfallenden Außenlautsprecher eingelassen. Dieser gibt Musik und Klingeltöne ausreichend laut und relativ voll wieder, neigte jedoch beim Testgerät bei voller Lautstärkeeinstellung leicht zum Scheppern – in dieser Preisklasse sind diesbezüglich höhere Erwartungen angebracht.
Zubehör
Die aufgedruckte helle Holzmaserung auf der Verpackung des Samsung Galaxy S4 lässt im ersten Moment eher nicht darauf schließen, dass sich darin ein Top-Smartphone mit 729 Euro UVP befindet. Nichts desto trotz birgt der Karton neben dem gut verarbeiteten Galaxy S4 den 2.600 mAh-Akku, ein USB-Datenkabel mit Netzteiladapter, ein Stereo-Headset mit Ersatzohrstöpseln, eine Kurzanleitung sowie Serviceheftchen.
Die technischen Daten des Samsung Galaxy S4 im Überblick:
| Betriebssystem: | Android 4.2.2 (Jelly Bean), TouchWiz 4.0 |
| Prozessor: | Snapdragon 600 / Exynos 5 Octa |
| Display: | kapazitiv, 5 Zoll, Full HD Super-AMOLED (1920 x 1080 Pixel, 441 ppi), Corning Gorilla Glas 3 |
| Arbeitsspeicher: | 2 GB |
| Interner Speicher: | 16 GB (ca. 9 GB für Nutzer verfügbar) |
| MicroSD | bis 64 GB |
| Kamera: | 13 Megapixel, LED-Blitz, Autofokus |
| Videoaufnahme: | 1920 x 1080 Pixel |
| Frontkamera: | 2 Megapixel, 1920 x 1080 Pixel Videos |
| Konnektivität: | WiFi 802.11 a/b/g/n/ac, WiFi Tethering, WiFi-Direct, DLNA, Bluetooth 4.0, NFC, Infrarot |
| Netzwerke: | 4G |
| Schnittstellen: | 3,5 mm Klinkenanschluss, MicroUSB mit MHL (HDMI-Unterstützung) |
| Ortung: | A-GPS mit Glonass |
| Sensoren: | Beschleunigung, Näherung, Gyro, Kompass, Barometer, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Gesten, Umgebungslicht |
| Akku: | 2.600 mAh |
| Maße: | 136,6 x 69,8 x 7,9 mm |
| Gewicht: | 130 g |
Display und Kamera
Auf dem 5 Zoll Full HD Super AMOLED Display, das mit 1.080 x 1.920 Pixeln auflöst, sind auch bei genauestem Hinsehen keine einzelnen Bildpunkte oder Treppchen wahrnehmbar. Farben werden zwar AMOLED-typisch kräftig, aber nicht übersteuert dargestellt. Videos oder Bilder auf dem Display anzuschauen, ist ein wahrer Genuss. Bei indirekter Beleuchtung lässt sich die Darstellung auch in der Seitendraufsicht noch sehr gut erkennen.
Schwieriger wird es allerdings unter freiem Himmel, denn hier reicht die Leuchtkraft des Screens auch bei höchster Helligkeitseinstellung kaum aus, um eine einwandfreie Ablesbarkeit in der seitlichen Ansicht zu gewährleisten (siehe Foto).

Kamera
Die rückseitig angebrachte 13 Megapixel-Kamera liefert bei optimalen Lichtverhältnissen hervorragend aufgelöste Bilder, was sich besonders bei kleinen Details in Nahaufnahmen bemerkbar macht. Auch bei mehrfacher Vergrößerung von Bildinhalten sind Feinheiten noch sehr gut und klar erkennbar. Bei Dämmerlichtaufnahmen liegt das Bildrauschen im tolerierbaren Bereich. Die Fotoleuchte ist zwar nicht überragend hell, leuchtet aber einen kleinen Raum gut aus.
Auch bei Video-Aufnahmen in Full-HD lässt sich sowohl bei der Bild als auch bei der Tonqualität kaum etwas bemängeln. Videos werden ohne Ruckler aufgenommen und wiedergegeben und auch der schnelle Wechsel zwischen hellen und dunklen Bildbereichen stellt für die Videoaufnahmefunktion kein Problem dar.
Sowohl bei Foto- als auch bei Videoaufnahmen wirken Farben insgesamt kräftig und identisch. Lediglich in der Bildvorschau wurde bei Testaufnahmen teilweise ein leichter Rotstich angezeigt, der aber auf dem tatsächlichen Foto nicht mehr zu sehen war.

Software und Telefonfunktion
Auf dem Samsung Galaxy S4 läuft bei Auslieferung Android 4.2.2 (Jelly Bean) mit TouchWiz 4.0 Benutzeroberfläche. Diese bringt einen eigenen Lockscreen, einen mehrseitigen Startscreen sowie einen App-Drawer mit sich, der sich in das App-Menü, einen Reiter mit Widgets und einen dritten Reiter mit Downloads aufteilt.
Die Pull-Down-Statusbar beinhaltet eine Energiesteuerungsleiste, einen Schieberegler zur Helligkeitsregulierung, Ereignis-Benachrichtigungen sowie einen Menübutton zum Direktzugriff auf alle Toggles und einen weiteren Button für die Smartphone-Einstellungen. Das Einstellungsmenü gliedert sich in die Kategorien Verbindungen, Gerät, Konten und Optionen.
Via Air View lassen sich Informationen anzeigen, wenn ein Finger über bestimmte Bereiche auf dem Bildschirm schwebt. Smart Stay ermöglicht, dass der Bildschirm so lange angeschaltet bleibt, wie der Nutzer darauf schaut. Auch gibt es eine intelligente Drehung, welche die Bildschirmausrichtung dem Blickwinkel des Nutzers anpasst oder Smart Pause zum automatischen Anhalten eines Videos, wenn gerade nicht auf das Display geschaut wird.
Dieses reagierte jedoch zumindest beim Testgerät beim erneuten Starten des Videos relativ träge, ebenso wie Smart Scroll, das durch Bildschirminhalte scrollt, nachdem die Augen vom Smartphone erkannt und der Kopf des Nutzers nach oben oder unten geneigt wird. Zum Ausführen dieses Features waren im Test schon ziemliche Halsverrenkungen nötig, um ein effektives Scrollen herbeizuführen.
Werkseitig stattet Samsung das Galaxy S4 mit reichlich Software aus. Außer den Google-Apps und einem Datei-Manager sind die Anwendungen Story-Album, Group Play, Flipboard, TripAdvisor, cewe smartphoto, HRS Hotels, kaufDA, myTaxy und Bild bereits vorinstalliert. Zusätzlich gibt es einen Text- & Bildscanner, S Translator, S Voice, S Health und S Planner sowie weitere Samsung-Apps wie Samsung Hub oder Samsung Link. Außer über den Standard-Browser lässt sich über Google Chrome im Internet surfen.
Telefonieren
In O2-Netzen zeigte das Testgerät durchgängig einen guten Empfang an. Außer in 2G- und 3G-Netzen ist das Galaxy S4 auch im LTE-Bereich zuhause. Bei Telefonaten mit dem Testgerät gab es keinerlei Gesprächsabbrüche, die Klangqualität war sowohl auf der Handyseite als auch beim Gegenüber im Festnetz gut – Stimmen wurden authentisch wiedergegeben.

Prozessor, Speicher, Akku
Der im Testmodell verbaute 1,9 Gigahertz Quad-Core Snapdragon 600 Prozessor verrichtete gemeinsam mit einer Adreno 320 GPU und 2 Gigabyte RAM hervorragende Arbeit. Butterweiches Scrollen oder zügiges Öffnen von Anwendungen wird von einem High-End-Gerät in dieser Preisklasse jedoch auch erwartet.
Grafikintensive Spiele stellen für das Smartphone ebenfalls keine Herausforderung dar. Die Benchmark-Ergebnisse vom S4 im AnTuTu Benchmark und Quadrant Standard sprechen für sich (siehe Screenshots). Der 16 Gigabyte große interne Speicher, von welchem dem Nutzer etwa 9 Gigabyte zur Verfügung stehen, lässt sich durch MicroSD-Karten um bis zu 64 Gigabyte erweitern.

Der Akku hielt beim Testgerät bei 3G-Aktivierung, daueraktiviertem WLAN sowie GPS und moderater Nutzung von Google Chrome, Facebook, MP3-Player, Kamera und einem halbstündigen Telefonat etwas mehr als drei Tage durch, was einen sehr guten Wert für ein Device mit einem so großen Display darstellt. Dieser Wert kann natürlich je nach Nutzungsart deutlich nach oben oder unten abweichen.
Fazit
Besonders die Performance und Kameraqualität sowie eine gute Akkulaufzeit stechen beim Samsung Galaxy S4 positiv hervor. Etwas mehr wird bei einem solchen Top-Modell vom Außenlautsprecher erwartet, der beim S4 ziemlich schmalbrüstig daherkommt.
An einigen Software-Features wie Smart Scroll oder Smart Pause sollte noch etwas gefeilt werden da diese zwar nützlich sein können, jedoch zum Testzeitpunkt noch nicht überzeugend funktionierten. Auch das Rückseiten-Design des schwarzen Testmodells wurde als etwas gewöhnungsbedürftig empfunden – dies ist jedoch bekanntlich Geschmackssache.
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Contra
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