Es kommt die Zeit, da möchte man endlich ein neues, schnelles Smartphone oder Tablet nutzen. Und das alte Gerät hat ausgedient. Ausgedient? Es funktioniert einwandfrei und alle Sensoren, die man sich vorstellen kann. Diese sollten genutzt werden! Wenn es sich nicht mehr lohnt, es für gutes Geld weiterzugeben, so gibt es etliche andere Nutzungsmöglichkeiten. Einige davon werden hier vorgestellt.
1. Der Audio-Netzwerkempfänger
Foto: TiM Caspary / pixelio.de
Um seine Musik vom Computer, Smartphone oder Tablet auf einer Anlage oder Aktivboxen abzuspielen, braucht man eine Gegenstelle im gleichen Netzwerk, die direkt an der Anlage angeschlossen ist. Viele neue Verstärker unterstützen eine solche Funktion schon, aber sollte man lediglich einen alten Receiver oder Aktivboxen besitzen, kann man sein Soundsystem mit einem oder mehreren alten Smartphones ordentlich aufpimpen.
Möchte man zum Beispiel über iTunes Musik abspielen und an die Anlage weiterleiten, installiert man eine Receiver-App auf dem ausgedienten Handy, die Apples Airplay-Protokoll unterstützt. Dann schließt man das alte Gerät über den Klinkenstecker an die Anlage an und kann dieses dann kinderleicht in iTunes als Abspielgerät auswählen. Seit OSX Mavericks geht das sogar systemweit, das heißt, auch andere Audioquellen lassen sich über die Anlage verwenden.
Ein weiteres Protokoll ist UPnP, das von allen Betriebssystemen und vielen Multimedia-Applikationen unterstützt wird. Empfehlenswert ist hier, eine App auszuwählen, die sowohl Airplay als auch UPnP unterstützt, denn Airplay beschränkt sich nur auf Apple-Produkte.
Empfehlenswerte Apps sind zum Beispiel AirBubble (nur Airplay) oder AirReceiver (Airplay & UPnP), die beide etwas Geld kosten, das aber als sehr gut angelegt betrachtet werden kann, wenn die Kosten eines kommerziellen Systems bedacht werden. Andere Apps findet man mit den Begriffen “Airplay UPnP Receiver”.
Der Vorteil an diesem System ist, dass man den Laptop oder das Smartphone nicht mehr umständlich an ein Klinke anschließen muss und dadurch auch noch seine Mobilität verliert oder die Musik durch einen Anruf bzw. eine Benachrichtigung unterbrochen wird. Ein weiterer Vorteil ist, dass Gäste ebenfalls ganz unkompliziert mal eben einen Song auf der Anlage abspielen können, vorausgesetzt sie befinden sich ebenfalls im gleichen Netzwerk.
Allerdings hat das Streaming über Wlan auch seine Nachteile. So kommt es immer wieder mal zu Synchronisierungsproblemen. Spielt man unter anderem den Ton sowohl lokal als auch auf dem Receiver ab, so kann es zu Verzögerungen auf dem Receiver kommen. Das Suchen im Song funktioniert ferner nicht immer reibungslos.
2. Multifunktionsfernbedienung und Multimedia-Controller
Wenn man schon ein voll ausgestattetes Multimedia-System besitzt, so lässt sich das ausgemusterte Smartphone auch als Smart Remote oder Multimedia-Controller verwenden. Anstatt auf dem Laptop seine Musik auszuwählen, greift man mit dem Smartphone auf die Musik-, Video- und Fotodatenbank zu und kann so die Wiedergabe leicht steuern.
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Hat man zum Beispiel einen Media-Server wie XBMC oder Plex eingerichtet, so kann man mit UPnP-fähigen Apps die Multimedia-Bibliothek durchsuchen, Filme, Musik oder Fotos auswählen und über den Media-Server abspielen.
Auch für andere Software wie den Musikplayer Foobar2000 gibt es Apps, mit denen man die Bibliotheken durchsuchen und abspielen kann. Hat man hingegen eines der vielen proprietäre Systeme wie SONOS, werden auch da entsprechende Lösungen angeboten.
Möchte man einen UPnP- oder Chromecast-Mediaserver wie zum Beispiel XBMC, Twonky oder auch den Windows Media Player steuern, empfiehlt sich zum Beispiel eine App wie BubbleUPnP. Für Foobar2000 eignet sich foobar2000 controller.
So erspart man sich das mühselige Durchhangeln mit einer Fernbedienung oder den permanenten Griff zum Laptop. Und wenn man Musik hören möchte, dann ist das Anschalten des Fernsehers nicht nötig. Es sollte allerdings nicht vergessen werden, dass die Batterie ähnlich alt ist wie das Gerät und so häufiger mal geladen werden muss.
3. Babyfon
Werdende Eltern wissen, wie teuer Geräte für und um Kinder herum sein können. So auch Babyfones, die, neben dem Bettchen des Neugeborenen aufgestellt, eine Gegenstelle alarmieren, wenn der oder die Kleine schreit. Auch hier kann man sich mit einem Smartphone behelfen, vorrausgesetzt es ist ein weiteres zur Hand, das die Eltern informieren kann. Es ist wichtig, dass das Mikrofon des Smartphones noch intakt ist, da die Funktionen über den Geräuschpegel aktiviert werden. Auf dem alten und neuen Smartphone wird eine App wie Dormi installiert, das alte Gerät kann man dann als Baby-Monitor neben das Bett legen. Befindet man sich in einem WLan, so bieten viele Apps auch noch die Möglichkeit, bei Bedarf ins Schlafzimmer “reinzuhören”. Sogar beruhigende Kinderlieder und ähnliches lassen sich, je nach App, steuern.
Als App für beide Gegenstellen wird Dormi empfohlen, das aktiv weiterenwickelt wird und für vier Stunden im Monat kostenlos ist, sonst aber 6,99 $ kostet.
Hier lässt sich viel Geld für ein Babyfon sparen, jedoch ist die Qualität der professionellen Lösungen sicherlich besser.
4. GPS Tracker
Egal ob Auto, Roller, Schiff oder Fahrrad – es ist immer schlimm, wenn es geklaut wird. Möchte man auf Nummer sicher gehen, so kann man für zirka 100 Euro einen professionellen GPS Tracker erwerben oder aber ein betagtes Smartphone für diesen Zweck umrüsten.
Benötigt wird dazu eine Prepaid-SIM-Karte, eine Smartphone Steuerungsapp und etwas Bastelfreude. Die SIM-Karte wird benötigt, um im Fall der Fälle Zugriff auf den neuen GPS Tracker zu erhalten. Über das Mobilfunknetz kann das Handy die Lokalisierungsdaten an den Besitzer funken. Das Telefon wird nun nur noch gut am Objekt versteckt und wenn möglich auch noch an eine Stromquelle angschlossen, da sonst möglicherweise im falschen Moment der Akku leer ist.
Es gibt viele, teilweise auch schon vorinstallierte Apps, mit denen man nach Bedarf die Standort-Daten abrufen kann. Google selbst bietet mit mit dem Android Geräte Manager schon eine solche Funktion an. Alternative Apps werden von vielen Sicherheitsfimen angeboten. Oder man installiert eine kostenlose Software wie Android Lost, die man auch ohne Datentarif über SMS steuern kann.
Im Gegensatz zu einem Profigerät spart man eine Menge Geld. Probiert man etwas herum, hat man sogar zusätzliche Optionen. So könnte man theoretisch auch einen automatischen Alarm entwickeln, wenn man Tasker oder Llama mit einer entsprechenden App kombiniert. Allerdings muss man schon etwas basteln, besonders was die dauerhafte Stromversorgung betrifft. Wichtig zu wissen ist, dass die Polizei in den meisten Fällen nicht viel tun kann, wenn das geklaute Auto irgendwo in einem anderen Land wieder auftaucht.
5. Navigation
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Es existieren viele Einsatzmöglichkeiten für alte Smartphones als “dedicated device”, wofür man auch das neue Telefon nutzen könnte. Hierzu gehört auch das Navi. Hierdurch spart man im neuen Gerät vor allem Batterie und man kann es für andere Funktionen wie Musik, Foto, Spiele oder Kommunikation nutzen. Die Einrichtung ist relativ einfach: Sinnvoll wäre eine installierte Offline-Navigation wie Navigon oder CoPilot, um auf einen zweiten Handyvertrag mit Datentarif verzichten zu können. Hinzu kommt noch eine Handyhalterung und ein Ladekabel für das Auto. Schon hat man ein fest installiertes Navi im Auto und kann das “aktive” Gerät weiterhin wie ein Smartphone verwenden.
Es gibt sicher noch viele andere Beispiele, was man mit einem alten Smartphone oder Tablet anstellen kann. Egal ob es jetzt ein Kochbuch, ein Webradio oder ein Wecker ist, ein Bilderrahmen, ein Hotspot oder doch ein zweiter Monitor – es gibt viele bessere Ideen, als das Telefon oder das Tablet wegzuschmeißen oder in einer Schublade vergammeln zu lassen.
Welche Projekte fallen noch ein, um einem pensonierten Smartphone neues Leben einzuhauchen?