Als wäre die Fertigstellung der Elbphilharmonie in Hamburg nicht schon Sensation genug, haben sich nun YouTube und die GEMA geeinigt und legen ihren Streit bei.
Der Monat November beginnt mit einer positiven Überraschung. Musikfans müssen künftig nicht mehr damit rechnen, auf die roten YouTube-Sperrtafeln zu stoßen. Denn diese gehören der Vergangenheit an. Die Rechte-Verwertungsgesellschaft GEMA und die Google-Videoplattform YouTube konnten sich nach sieben Jahren Rechtsstreit auf einen Lizenzvertrag einigen. Dieses gilt für das weltweite durch Werbung finanzierte Angebot von Youtube und für den Subskriptions-Service YouTube Red, das in den USA bereits angeboten wird und auch in Europa starten soll.
Dies ist jedoch nicht nur für Musikfans eine gute Nachricht, sondern auch für Inhaber und Urheber von Musikrechten. YouTube hat sich freiwillig dazu verpflichtet, die GEMA über Abrufzahlen zu informieren und entsprechende Zahlungen zu leisten, die die GEMA an die Mitglieder weitergibt, sodass diese für die Nutzung ihrer urheberrechtlich geschützten Musikwerke wieder eine Vergütung erhalten. Über die pro Videoabruf fällige Summe, gibt es allerdings keine genauen Details. Denn darüber haben YouTube und die GEMA Stillschweigen vereinbart.
Außerdem bleiben gewisse Unklarheiten bestehen. So haben YouTube und die GEMA weiterhin unterschiedliche Rechtsauffassungen darüber, wer für die Lizenzierung der genutzten Musikwerke verantwortlich ist, YouTube oder der Uploader. Die wichtigste Neuerung ist aber auf jeden Fall, dass die ungeliebten Sperrtafeln nach und nach verschwinden und Nutzer fortan Zugriff auf noch mehr Musik erhalten.
(GIF: YouTube)
Seitens YouTube heißt es:
„Diese Vereinbarung spiegelt die seit langer Zeit bestehende Verpflichtung wider, sich für eine faire Bezahlung von Komponisten, Songwritern und Musikverlegern einzusetzen und gleichzeitig sicherzustellen, dass Fans auf YouTube ihre Lieblingssongs genießen und neue Musik entdecken können.“
Dr. Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA, teilte folgendes mit:
„Nach sieben Jahren zäher Verhandlungen markiert der Vertragsabschluss mit YouTube einen Meilenstein für die GEMA und ihre Mitglieder. Unserem Standpunkt, dass Urhebern auch im digitalen Zeitalter eine angemessene Vergütung zusteht, sind wir trotz aller Widerstände treu geblieben. Entscheidend ist, dass der jetzt erzielte Lizenzvertrag sowohl die Zukunft als auch die Vergangenheit abdeckt. Mit diesem Abschluss können wir unseren Mitgliedern die Tantiemen sichern.“
Thomas Theune, Direktor Sendung und Online bei der GEMA, ergänzt:
„Der Vertragsabschluss mit YouTube ist ein deutliches Signal an alle Online-Plattformen, die ihr Geschäftsmodell mit der Kreativität der Musikschaffenden erfolgreich aufbauen. Die Urheber müssen für die Nutzung ihrer Musikwerke angemessen vergütet werden. Dafür wird sich die GEMA auch weiterhin aktiv einsetzen.“
(Quellen: YouTube Creator Blog, GEMA, via FAZ)