Zum Inhalt
n-droid.de
Veröffentlicht am Allgemein · Android-Apps · Business Produktivitat 3 Min. Lesezeit

Wunderlist – Vom Hype um einen digitalen Merkzettel

Die von der Berliner Kreativschmiede 6Wunderkinder entwickelte App wird in der Netzwelt derzeit ordentlich abgefeiert. Was also ist so besonders an diesem digitalen Merkzettel? Nun, Aufgaben können unterwegs über mehrere Plattformen synchronisiert werden.  Der Zugriff auf erstellte Listen ist sowohl über das Smartphone als auch einen Rechner nach Wahl möglich. Das Teilen der Listen mit Freunden, Bekannten oder Kollegen wird deutlich vereinfacht.

Funktionsumfang

Wunderlist ist eine App zur Steigerung der Produktivität. Mit ihr kann der Nutzer Aufgaben/Tasks erstellen und in Listen sortieren. Die jeweiligen Aufgaben lassen sich zusätzlich mit Notizen und einem Fälligkeitszeitpunkt versehen. Die Angabe einer Uhrzeit ist leider nicht möglich, nur der Tag lässt sich genau festlegen.

Keine Push-Funktion
Wurde eine Aufgabe nicht als erledigt markiert, wandert sie in die Rubrik „Overdue“ (= überfällig). Rückt die Fälligkeit näher, benachrichtigt Wunderlist den User auf Wunsch per Email. Über eine Push-Funktion verfügt die App nicht – für kommende App-Versionen definitiv wünschenswert.

Dafür erlaubt es die App, Listen und Aufgaben auch via E-Mail zu erstellen. Eine E-Mail an „[email protected]” genügt, um einen neuen Eintrag zu erstellen. Das genaue Procedere zum Hinzufügen neuer Listen und Aufgaben erklärt die App im Einstellungsmenü.

Aufgaben priorisieren
Sind bestimmte Aufgaben besonders wichtig, können sie priorisiert werden. Die App nennt das „starred“. Der entsprechende Eintrag bekommt ein kleines Fähnchen und erscheint in angezeigten Listen stets oben. Nicht immer ist das sinnvoll: Liegen priorisierte Aufgaben in ferner Zukunft, zeigt die App sie dennoch permanent als erste Listeneinträge an, während sich Aufgaben mit weniger Vorlauf mit den Plätzen darunter begnügen müssen – und damit leicht übersehen werden können.

Der größte Vorteil von Wunderlist ist aber die Synchronisation mit der Cloud. Neben der App steht entweder ein Client für den Rechner oder eine App, die direkt im Browser gestartet wird, zur Verfügung. Ein Zugriff ist damit überall möglich, zumindest auf dem Papier. Im Test lief die Synchronisation jedoch alles andere als reibungslos. Entweder erfolgte sie stark verzögert – oder gar nicht. Wurde etwa in der Web-App eine Veränderung vorgenommen, erfuhr die Smartphone-App davon trotz Synchronisation häufig nichts.

Bedienbarkeit

Wunderlist macht auf den ersten Blick einen aufgeräumten Eindruck. Die Navigation läuft komplett über die fünf Reiter am oberen Bildschirmrand. Bei näherer Betrachtung sind die Inhalte der Reiter allerdings teilweise identisch, weil sich einige Funktionen bei mehreren Reitern gleichzeitig finden. Die Kategorisierung hätte hier etwas ausgefeilter ausfallen können.

Im Posteingang der App gibt es ein paar nützliche Hilfestellungen für den User, die sich während des Tests zum Eingewöhnen als ziemlich hilfreich erwiesen. Insgesamt kommt man aber sehr schnell mit der App zurecht, zumal ihr Funktionsspektrum ja auch relativ überschaubar ist.

Über die Einstellungen kann man die voreingestellte englische Sprache in Deutsch ändern. Die App2SD-Unterstützung entlastet den internen Speicher. Wem das Standard-Layout zu langweilig ist, hat neun verschiedene Hintergründe zur Auswahl.

Fazit

Auch nach längerem Test erscheint der Hype um die App etwas überzogen. Ihre Funktionen sind überschaubar, da gibt es diverse Apps, die das gleiche können. Und bei den Funktionen, mit denen Wunderlist richtig punkten könnte, sprich der Synchronisation und dem flexiblen Zugriff auf die Listen, enttäuscht sie. Seinem Namen macht das Programm jedenfalls (noch) keine Ehre.

Wunderlist ist ein Beweis dafür, dass gutes Marketing im Optimalfall auch mit einem guten Produkt einhergeht. Die große Forenaktivität der Entwickler macht jedoch Hoffnung auf die schnelle Beseitigung vieler Mängel. Bis dahin empfiehlt es sich jedoch, auf Alternativ-Apps zu setzen, z.B. Google Tasks Organizer, GTasks oder Checkmark ToDo List.

Als Testgerät kam ein HTC Desire zum Einsatz. Wunderlist ist kostenlos und kann im Android Market heruntergeladen werden.