Linux-Nutzern ist Wine sicher ein Begriff. Die Software erlaubt es, Windows-Programme unter Linux auszuführen. ohne dabei Windows zu emulieren. Nun wurde damit begonnen, Wine für Android zu portieren.
Wine-Entwickler Alexandre Julliard machte auf der in Brüssel stattfindenden FOSDEM (Open-Source-Konferenz) eine entsprechende Ankündigung. Wine soll für ARM-Prozessoren und das Android-System portiert werden. Was bisher zu sehen ist, ist allerdings weit von einer nutzbaren Anwendung entfernt. Das Projekt wird wohl noch eine ganze Weile benötigen, bis eine eigenständige Nutzung möglich ist.
Interessant ist der Ansatz jedoch auf jeden Fall. Dadurch, dass bei Wine Windows nicht benötigt wird (Wine = Wine is not an emulator), müssen also keine zwei Systeme gleichzeitig laufen. Gleichzeitig geht man genau in die entgegengesetzte Richtung bisheriger Bemühungen, nämlich Android-Apps auf Windows PCs laufen zu lassen.
Android ist im Prinzip ein Linux-System, wenn auch kein typisches. Die Probleme bei der Portierung von Linux-Programmen liegen also nicht im System, sondern an den verwendeten Prozessoren. ARM-Prozessoren, wie sie in Tablets und Smartphones zu finden sind, müssen anders angesteuert werden als die x86-Prozessoren, wie sie in normalen PCs verbaut sind.
Noch viel interessanter wird es, wenn man bedenkt, dass es bereits Smartphones mit Intel-CPUs gibt. Eine Portierung für diese Geräte sollte eigentlich wesentlich weniger aufwändig sein. Wenn sich Intel-Prozessoren mehr durchsetzen, könnte dies das Projekt um einiges beschleunigen.
Inwieweit Wine für Android jemals produktiv nutzbar sein wird, ist dahingestellt. Die Problemchen, die bei der Nutzung von Wine unter Linux auftreten können, sind bekannt. Aber das sind wohl die Nachteile, wenn man nicht emuliert. (via)
