Seit Google Maps auf Android-Smartphones auch Offline-Navigation ermöglicht, stellt sich die Frage, ob überhaupt noch andere Navigations-Apps benötigt werden. Wer ab und zu von A nach B kommen muss, kommt wohl locker mit Google Maps aus, Vielfahrer benötigen aber wohl mehr Features. Und dann kam da Waze, eine Navigations-App, die auch genutzt werden kann, wenn der Weg bereits bekannt ist.
Funktionsumfang
Neben der normalen Navigation, wie sie von den üblichen Verdächtigen bekannt ist, bietet Waze eine Reihe Features, die anderswo vergeblich gesucht werden. Die Navigations-App ist gleichzeitig ein soziales Netzwerk. Waze-Nutzer (Wazer) können chatten, sich in Gruppen zusammentun und sehen, wo sich andere Gruppenmitglieder gerade bewegen.
Außerdem gibt es bei Waze Punkte und einen Rang. Je mehr Punkte, desto höher der Rang. Das Punkte-System ist eine nette Idee, werden so doch Karten und Verkehrsinformationen stetig verbessert. Punkte werden erhalten, wenn Strecken als Erster abgefahren werden; in ländlichen Gegenden mit nicht allzu hoher Smartphone-Dichte lässt sich hier noch ordentlich sammeln. Außerdem können eigene Strecken aufgezeichnet werden, wenn diese noch nicht auf der Karte vermerkt sind. Zudem gibt es Punkte für Meldungen und eine Art Achievements, die im Laufe der Zeit „erfahren“ werden können.
Blitzer können ebenso gemeldet werden, wie Baustellen, Staus oder Unfälle. So lässt sich unter Umständen ein stundenlanges Herumstehen auf der Autobahn vermeiden. Jede Meldung wird deutlich auf der Karte markiert, auch abseits der eigenen Route. Für die Anzeige der Details zur Meldung reicht ein einziger Tap. Alternativ lassen sich auch alle Meldungen in einer Liste anzeigen. Hier wird dann sofort angezeigt, wie alt die Meldung bereits ist.
Die Navigation erfolgt wie gewohnt. Ein Zielort wird eingegeben, und die Navigation kann beginnen. Im Regelfall stehen drei Routenführungen zur Verfügung, als Standard wird die mit der kürzesten Zeit ausgewählt. Die Sprachausgabe während der Navigation ist gut verständlich. POIs lassen sich zu jeder Zeit anzeigen. Hierzu steht eine große Liste vorgefertigter Auswahlen zur Verfügung. Hierbei wird nicht nur die Datenbank von Waze durchsucht, sondern auch Foursquare, Google und Bing. Alle Ergebnisse können auf der Karte angezeigt werden, die Navigation zu selbigen erfolgt prompt.
Das Kartenmaterial kann in 2D oder 3D dargestellt werden. Auf dem Samsung Galaxy Nexus zeigte die 3D-Darstellung jedoch keine gute Figur. Es hakte stark, außerdem wurden nicht alle Bereiche korrekt dargestellt. Die 2D-Karten funktionierten hingegen sehr flott, reagierten auf Zoomen, drehten in Echtzeit und gaben einen sehr guten Überblick. Nicht bestätigte Strecken werden mit Punkten versehen. Diese werden, sofern die Strecken entlanggefahren werden, eingesammelt und dem Nutzer-Konto gutgeschrieben. Fehler auf den Karten, die durchaus vorkommen können, lassen sich genauso einfach melden wie Polizeikontrollen oder Staus. Jede Aktion ist nur wenige Taps entfernt.
Waze kann weltweit genutzt werden und eignet sich auch für Fahrer, die ihre Strecken kennen. Durch die Community-Features muss nicht unbedingt die Navigation genutzt werden, um mit Waze unterwegs zu sein.
Bedienbarkeit
Die App ist logisch aufgebaut. Nachdem sie einmal den Wünschen entsprechend mit Heimatort, Favoriten etc. bestückt wurde, ergibt sich der Rest von allein. Jede Funktion ist direkt aus dem Karten-Modus heraus verfügbar. Hierzu stehen zwei Pop-up-Fenster zur Verfügung. Eines ist für Navigation, Suche und Community, das andere für Meldungen aller Art. Unter Mein Waze lässt sich das Profil personalisieren und die Privatsphäre-Einstellungen vornehmen. Es gibt keine Funktionen, die so versteckt sind, dass sie nicht auf Anhieb zu finden wären. Insgesamt ist das Bedienkonzept sehr durchdacht.
Fazit
Waze überzeugt. Als alltäglicher Begleiter im Auto ist es eine Art Foursquare der Bewegung. Die sich ständig verbessernden Karten, Achievements und Community-Features machen aus Waze mehr als nur eine altbackene Navigations-App. Für Vielreisende erweisen sich die Vorzüge von Waze schnell als wertvoll. Eine stabile Internetverbindung sollte aber bei der Nutzung vorhanden sein, Waze kommuniziert nämlich alle paar Sekunden mit den Servern, um alle Informationen aktuell zu halten.
Während Waze sich in Großstädten bereits über viele Nutzer erfreut, kann es in kleineren Orten durchaus passieren, dass weder Hinweise noch andere Wazer auf der Karte zu sehen sind. Im großen und Ganzen ist die App aber bereits sehr populär.
Waze kann kostenlos im Google Play Store geladen werden. Als Testgerät kam ein Samsung Galaxy Nexus zum Einsatz.
| Waze verlangt bei der Installation Zugriff auf: | |
| Netzkommunikation | uneingeschränkter Internetzugriff, Bluetooth Verbindungen herstellen |
| Speicher | Inhalt des USB-Speichers und der SD-Karte ändern/löschen |
| Hardware-Steuerelemente | Audio-Einstellungen ändern, Audio aufnehmen, Bilder und Videos aufnehmen |
| Standort | Ungefährer (netzwerkbasierter) Standort, gneauer (GPS-) Standort |
| System-Tools | Allgemeine Systemeinstellungen ändern, Standby-Modus aktivieren/deaktivieren |
| Persönliche Daten | Kontaktdaten lesen |

