Zum Inhalt
n-droid.de
Veröffentlicht am News 2 Min. Lesezeit

Watt Up: Mobilgeräte drahtlos auf Entfernung aufladen

Das Unternehmen Energous präsentiert auf der CES ein System, mit dem man Smartphones und Tablets kabellos über mehrere Meter Entfernung aufladen können soll.

Erinnert sich jemand an Nikola Tesla und den Wardenclyffe Tower? Mithilfe dieses Funkturms wollte der serbische Erfinder über größere Entfernungen drahtlos elektrische Energie übermitteln. Das Projekt scheiterte allerdings. Energous hat ähnliches vor, allerdings in kleinerem Maßstab. Auf der CES in Las Vegas präsentiert das Unternehmen einen Prototypen seines neuen Watt Up-Systems, das es ermöglichen soll, sein Mobilgerät kabellos aufzuladen – in einer Entfernung von bis zu viereinhalb Metern. Das unterscheidet es von der induktiven Energieübertragung nach dem Qi-Standard, die auf kurze Distanzen ausgelegt ist.

Geräte, die Energie empfangen wollen, melden sich via Bluetooth 4.0 an, wie extremetech schreibt. Im Gerät selbst wandelt ein spezieller Empfänger das Watt Up-Signal in elektrische Energie um. In drei bis viereinhalb Metern Entfernung soll es noch möglich sein, an bis zu vier Endgeräte ein Watt zu übertragen. Golem berichtet, im derzeitigen Status seien die Empfänger in eigens entwickelten Hüllen untergebracht.

Herz des Systems ist eine Übertragungsstation, die Radiowellen abstrahlt. Die Stärke des Signals ist vom Abstand zur Station abhängig, sie nimmt ab, je weiter man entfernt ist. Den Effekt soll Bluetooth zumindest abschwächen: Sie dient dazu, die Radiowellen gezielt auf das Gerät ausrichten zu können. Alles in allem behauptet Energous, mit diesem System eine Effizienz von 70 Prozent erzielen zu können. Gefährlich sei die Technik nicht, heißt es in den FAQs, Watt Up operiere im gleichen Frequenzbereich wie WLAN-Router (5,7-5,8 GHz).

In Energous’ Vision soll die Übertragungsstation automatisiert den Zustand eines Mobilgeräts überprüfen. Wenn man nach Hause kommt, könnte das Smartphone sofort mit dem Laden beginnen – und nach der Aufladung automatisch zu einem anderen in der Umgebung wechseln, das nicht voll geladen ist.  Zum Schutz gibt es einen geschützten Modus, in dem sich nur authorisierte Geräte mit dem System verbinden können. Auch die Steuerung über eine App soll möglich sein.

Marktreife könnte Watt Up 2016 erreichen. Mal sehen, ob man von dem Unternehmen nochmal etwas hört. Nikola Teslas Funkturm wurde nie vollendet.