Alternative Musik-Player gibt es jede Menge, fähige Anwendungen zur Wiedergabe von Videos schon weniger. So sorgte zum Beispiel der Rockplayer für Aufsehen. Aber auch der VPlayer erweist sich im Test als echtes Multitalent.
Funktionsumfang
Eine Anmerkung vorweg: Der VPlayer ist ein auf dem freien FFmpeg-Projekt basierendes Programm. Die Trial-Version der Anwendung jedoch ist zwar kostenlos, aber nicht unbegrenzt nutzbar. Für die Vollversion bittet der Entwickler dann zur Kasse.
Ursprünglich war die App als Gratis-Anwendung gestartet, dann aber in eine Bezahl-App umgewandelt worden. Eine Praxis, die den VPlayer in der Android-Gemeinde zum Gegenstand wilder Diskussionen gemacht hat. Der Entwickler selbst begründet seinen Schritt damit, mit den geringen Einnahmen aus freiwilligen Spenden seine Unkosten nicht decken zu können.
Nun aber zur App: Als Startbildschirm dient ein Explorer-Fenster, in dem die auf dem Gerät befindlichen Ordner und Dateien angezeigt werden. Der VPlayer unterstützt praktisch alle bekannten Dateiformate, und auch die Darstellung von Untertiteln im srt-Format bereitet ihm keine Probleme. Besonderes Schmankerln: Die App kommt auch mit Streaming-Formaten zurecht. Besonders Besitzer einer Streaming-Box dürften hier interessant aufhorchen, da diese sich sehr gut mit dem VPlayer kombinieren lassen.
Im einzelnen unterstützt der VPlayer folgende Datei-Formate:
- divx/xvid
- wmv
- m4v
- flv
- rmvb
- avi
- mkv
- mov
- mp4
- 3gp
- ts
- tp
Streaming-Formate:
- http
- rtsp
- mms
- m3u
Um die Wiedergabe zu starten, genügt ein Fingertipp auf die gewünschte Datei. Das Video spielt die App dann im Querformat ab. Im Test gab sie die Dateiformate avi, wmv und divx prompt und ruckelfrei wieder. Eine dezent positionierte Prozentanzeige hält den Nutzer währenddessen über den Akku-Zustand auf dem Laufenden.
Um eine möglichst fehlerfrei Video-Performance sicherzustellen, wählt der VPlayer automatisch die geeignetste Abspielqualität. Sollte sich die App dabei mal vertun, kann dies locker in den Video-Einstellungen korrigiert werden.
Bedienbarkeit
Auf die Bedienbarkeit kommt es bei Mediaplayern bekanntlich besonders an. Niemand hat Bedarf an einem Programm, dessen Bedienung einen Abschluss in Android-Wissenschaften erfordert. Videos müssen sich einfach abspielen lassen, und auch das Skippen zum nächsten Anspielpunkt darf nicht zu ungenau sein. In diesen Punkten hinterlässt der VPlayer einen sehr guten Eindruck.
Nicht ganz so problemlos funktioniert die Gestensteuerung. Hier ist zu Beginn eher der Zufall im Spiel, ob die App eine Wischgeste richtig interpretiert, ob die Helligkeit oder Lautstärke verringert oder das Video vor- und zurückgespult wird. Hat man die Eigenarten der Steuerung aber einmal verinnerlicht, machen sie die Bedienung des VPlayers durchaus komfortabler.
Die Auswahl der Dateien in der Explorer-Ansicht ist kinderleicht. Die Möglichkeit, die Dateiliste alphabetisch oder nach Größe zu sortieren, verbessert die Orientierung im Dateien-Wirrwarr merklich. Es fehlt jedoch eine richtige Suchfunktion – das allerdings ist auch bei der Konkurrenz nicht anders.
Fazit
Dass der VPlayer plötzlich Geld gekostet hat, brachte ihm im Android Market haufenweise schlechte Bewertungen ein. Mit der Programmierung der App haben die Meinungen nichts zu tun: Der VPlayer ist ein sehr guter und technisch ausgereifter Mediaplayer. Im direkten Vergleich überflügelt er sogar den Rockplayer. Auf dem Testgerät HTC Desire lief die Anwendung absolut problemlos. Die Wiedergabe von Filmen in HD meisterte sie hervorragend.
Kritisch zu sehen ist allenfalls, dass es für den VPlayer keine Bedienungsanleitung gibt. Besonders für das Verständnis der Gestensteuerung wäre die sicherlich hilfreich gewesen. Dennoch: Kaufempfehlung.
Als Testgerät kam ein HTC Desire zum Einsatz. Die Unlocker-App für den VPlayer kostet derzeit 3,36 € (Stand 21.03.2011) und kann über den Android Market heruntergeladen werden. Die Trial-Version ist kostenlos.