Aufgrund seiner Kompatibilität mit vielen Media-Formaten ist der VLC media player vom heimischen PC kaum mehr wegzudenken. Das VLC Mobile Team bringt den beliebten Player jetzt auch auf die Android-Devices – allerdings zunächst als Beta-Version. Was diese schon kann und welche Bugs sie noch hat, wurde im Test untersucht.
Funktionsumfang
Direkt beim Start der App gibt es eine humorige Warnung, dass sich die Anwendung derzeit noch im Beta-Status befindet und nicht stabil läuft (siehe Screenshot) – zu Recht, denn es funktioniert wirklich nicht alles so hundertprozentig, wie es irgendwann einmal soll.
Auf der Startseite wird eine Liste der auf dem Telefon und der Speicherkarte abgelegten Videos angezeigt. Die Anzeige lässt sich in den Einstellungsoptionen auf bestimmte Ordner, Telefon oder SD-Karte eingrenzen. Über ein Pfeilsymbol neben dem jeweiligen Video gelangt man zu Detail-Infos bezüglich der Video- und Audiospur.
Im Test wurden verschiedene Video-Codecs mit folgendem Ergebnis untersucht:
Codec: MS MPEG-4 Video v2
Auflösung: 352 x 288
Lief sehr rund und flüssig
Codec: H264 – MPEG-4 AVC (part 10)
Auflösung: HD 1280 x 720
Lief ruckelig, teilweise nur Standbild
Codec: MPEG-4 Video
Auflösung: 320 x 240 und 640 x 480
Lief beides sehr rund und flüssig
Codec: MS MPEG-4 Video v2
Auflösung: 720 x 540
Hakelte bei der Wiedergabe
Codec: Windows Media Video 9
Auflösung: 424 x 320
Lief ruckelig mit teilweise starker Kästchenbildung
Über ein Pfeilsymbol lässt sich das Videobild im Video-Player-Modus vertikal, horizontal und den Bildschirm ausfüllend anpassen sowie ins 16:9 und 4:3 Format bringen, zentrieren oder in der optimalen Größe abspielen. Der Player erlaubt zudem das Sperren und Entsperren von Videos. Auch Netzwerkstreams lassen sich über die Eingabe eines Netzwerk MRL (Media Resource Locator) direkt über VLC Beta abspielen.
Spartanischer Music-Player
Die Audio-Rubrik ordnet Musikstücke unter den Kategorien Künstler, Alben, Songs und Genres, zwischen denen per Fingerwisch hin- und hergewechselt werden kann. Der Music-Player ist sehr schlicht, fast schon ein wenig schmucklos gehalten und zeigt neben einem Albumbild (wenn vorhanden) eine Zeitleiste, Titel, Interpreten und Albumnamen sowie Pause-, Play- und Stop-Symbole an. Außerdem gibt es Optionen zur wiederholten- und Zufalls-Wiedergabe von Songs.
MP3-Formate wurden im Test problemlos vom Music-Player erkannt und über diesen abgespielt. Anders WAV- und WMA-Formate, die der Player zunächst nicht als Musikdateien erkannte. Wurde jedoch direkt zu den entsprechenden Musikstücken im Medienordner navigiert, ließ sich VLC Beta als Player auswählen, spielte die Songs jedoch über die Videoplayer-Ansicht ab.
Bedienbarkeit
VLC Beta (NEON Version) ist logisch und übersichtlich aufgebaut, so dass es kaum der Einarbeitung bedarf, um damit zurecht zu kommen. Beim Test auf einem LG Optimus Black P970 benötigte das Laden der Video- und Audiolisten recht viel Zeit. Zudem waren einige App-Abstürze zu beklagen.
Fazit
Zwar merkt man VLC Beta (NEON Version) deutlich an, dass es sich um eine Beta-Version handelt, jedoch ist schon die Tatsache, dass der beliebte Media-Player kostenlos auf die Android-Smartphones kommt, Grund zur Freude.
Einige Abstürze gab es im Test ebenso wie die ruckelige Videowiedergabe bestimmter Formate. Da jedoch gleich auf der Startseite der App ausdrücklich auf den Beta-Status und mögliche Konsequenzen bei der Nutzung hingewiesen wird, ist davon auszugehen, dass auch diese Bugs zeitnah vom VLC Mobile Team ausgemerzt werden.
| VLC Beta (NEON version) verlangt bei der Installation Zugriff auf: | |
| Hardware-Steuerelemente: | Audio-Einstellungen ändern |
| Netzkommunikation: | Uneingeschränkter Internetzugriff |
| Persönliche Daten: | Vertrauliche Protokolldaten lesen |
| Telefonanrufe: | Telefonstatus lesen und identifizieren |
| Speicher: | Inhalt des USB-Speichers und der SD-Karte ändern/löschen |


