Schöne neue vernetzte Welt: Vizio wurde beschuldigt, auf elf Millionen Smart-TVs Schnüffelsoftware installiert zu haben. Zu unrecht? Eher nicht.
Denn wie heute bekannt wurde, hat sich Vizio mit der US-amerikanischen FTC (Federal Trade Commission) zu einer Strafzahlung von 2,2 Millionen US-Dollar verpflichtet. Vorausgegangen war dieser Einigung eine Unterlassungsklage, in dessen Fokus besagte Software stand. Sie konnte sekundengenau mitschneiden, wann der User welches Programm wie lange anschaute – Kabelinhalte, Netzvideos, angeschlossene Set-Top-Boxen und DVD/BD-Player wurden erfasst. Dies tun auch andere Hersteller, doch Vizio ging weiter: IP-Adressen wurde übertragen und erlaubten hierüber das Anlegen persönlicher Profile, die Nutzern des Gerätes zugeordnet werden konnten. Geschlecht, das Alter, sie typischen Sehgewohnheiten und Umgang mit Medien waren Vizio bekannt und konnten als Datensätze verkauft werden.

Tolle Geräte, die leider etwas zu neugierig sind. Vizio muss nun für Schnüffelsoftware bezahlen. (Bild: Vizio)
Eine Ausnahme ist Vizios Gebaren nicht. Insbesondere bei vernetzten Geräten wittern Firmen wie Philips, Samsung und in diesem Fall Vizio noch massives Steigerungspotential zu kommerziellen Ausschlachtung. Wer weiß, wann was und wie konsumiert wird, kann gezielt Werbung verkaufen und hat damit die Werbenden auf seiner Seite und deren Geld auf dem eigenen Konto. Vizios Fall wird demnach auch kaum der letzte sein, in welchem die Grauzone verlassen wurde.
(Quelle: winfuture.de)