Viber ist eine günstige Alternative zum Telefonieren über Festnetz und Mobilfunk. Denn mit Viber telefoniert man mittels VoIP, also über das Internet und so fallen, von der Datenflat einmal abgesehen, keine weiteren Kosten an. Diese Methode hat ihre Vorzüge, aber wo Licht ist, da ist bekanntlich auch Schatten.
Installation
Bei der Installation fordert Viber : Free Calls & Messages folgende Berechtigungen:
- Ihre Konten: Zur Kontoauthentifizierung/Kontoliste verwalten
- Kostenpflichtige Dienste: Telefonnummern direkt anrufen/SMS senden
- Hardware-Steuerelemente: Audio-Einstellungen ändern/Audio aufnehmen/Bilder und Videos aufnehmen
- Mein Standort: genauer (GPS-)Standort/Ungefährer (netzwerkbasierter) Standort
- Ihre Nachrichten: SMS empfangen Netzwerkkommunikation
- Netzwerkkommunikation: Uneingeschränkter Internetzugriff/Bluetooth-Verbindungen herstellen
- Ihre persönlichen Daten: Kontaktdaten lesen/schreiben/Vertrauliche Protokolldaten lesen
- Telefonanrufe: Telefonstatus lesen und identifizieren
- Speicher: Inhalt des USB-Speichers und der SD-Karte ändern/löschenSystem-Tools: Standby-Modus deaktivieren/Tastensperre deaktivieren/Netzwerkkonnektivität ändern/Allgemeine Systemeinstellungen ändern/Aktive Apps abrufen/Synchronisierungseinstellungen erstellen
Funktionsumfang
Der Funktionsumfang der App ist im Wesentlichen schon in ihrem Namen zusammengefasst. Die Anwendung ermöglicht es dem Nutzer, kostenlos über das Internet zu telefonieren und SMS (mit Push-Notifications) zu verschicken. Die Vorraussetzung zur Nutzung des kostenlosen Angebots ist lediglich die Installation der Software auf beiden Geräten (Anrufer und Angerufener) sowie die Registrierung bei Viber.
Die Registrierung geht besonders komfortabel vonstatten, da für sie lediglich die Telefonnummer eingegeben und eine Verifikationsnummer (wird per SMS zugeschickt) eingegeben werden muss. Fertig! Danach übernimmt Viber automatisch die Kontaktinformationen aus dem Adressbuch und gleicht die Telefonummern mit den eigenen Beständen ab. Die Treffer, also diejenigen die ebenfalls Viber nutzen, erscheinen von nun an in den Kontakten der App. Das Anlegen aufwendiger Benutzeraccounts, wie bei der Konkurrenz von Skype, entfällt hier völlig.
Danach funktioniert die App wie ein Telefon im Telefon. In den Telefonbuch finden sich nun alle zur Verfügung stehenden Kontakte, alle, die Viber nutzen, führt die App einzeln auf. Wer Viber noch nicht installiert hat, aber ein Smartphone (Android, iPhone und bald wohl auch Blackberry) besitzt, kann mittels SMS, Facebook, Twitter oder Mail eingeladen werden. Dabei ist der Nutzer keineswegs auf reine Textnachrichten beschränkt. Neuerdings lassen sich auch Bilder oder der aktuelle Standort verschicken.
Um das Telefon sinnvoll zu ersetzen, muss die Gesprächsqualität zumindest annehmbar und stabil sein. Und hier müssen Abstriche gemacht werden: Während die SMS-Funktion jederzeit gut läuft, kommt es bei Gesprächen wegen des viel höheren Datenvolumens auf die Internetleitung an. Sieht man von kleinen Verzögerungen ab, ist das Telefonieren mit Wlan und 3G passabel möglich. Unterwegs mit langsameren Verbindungen lässt sich die App aber leider nicht effizient nutzen.
Damit Viber funktioniert, muss die Anwendung im Hintergrund stets aktiv sein. Dies kostet das Gerät nach eigenen Angaben aber weder nennenswert Akkulaufzeit noch Arbeitspeicher. Damit der interne Telefonspeicher geschont wird, unterstützt die App App2SD.
Bedienbarkeit
Der Gestaltung der Oberfläche ist etwas anzumerken, dass Viber bereits auf dem iPhone ein großer Hit war. Sie lässt sich gut bedienen und ist übersichtlich gestaltet. SMS werden in einer aufgeräumten Konversationsübersicht dargestellt, und das Anhängen von Ortsdaten oder Bilddateien stellt keine Schwierigkeit dar. Das Lila gehaltene Farbdesign der App ist wohl Geschmacksache.
Fazit
Zunächst einmal ist Viber eine gut gelungene App, die sich absolut mit ähnlichen Anbietern, wie Skype oder WhatsApp, messen kann. Auch was die Signalqualität angeht, konnten kaum Unterschiede zu Skype festgestellt werden. Im Vergleich sprechen besonders die einfache Registrierung und das automatische Hinzufügen von Kontakten für Viber.
Allerdings hat Skype natürlich deutlich mehr Teilnehmer. Ein Wechsel lohnt sich nur, wenn auch das soziale Umfeld (zumindest der Teil, der ein Smartphone nutzt) den Wechsel mitmacht. Auch Viber hat im Android Market schon Downloads im Millionenbereich und dürfte in vielen Freundeskreisen schon ein wichtiges Kommunikationsmittel sein.
Als Testgerät kam ein HTC Desire zum Einsatz. Viber : Free Calls & Messages steht kostenlos im Android Market zum Download bereit.