Da das Android-Handy unterwegs gerne als Navi hergenommen wird, ist es praktisch, wenn es Verkehrsdaten gleich mitliefert. Möglich macht das die VerkehrsApp. Diese sammelt aktuelle Verkehrsmeldungen von Nutzern, Polizei oder Baubehörden, bereitet sie auf und sendet sie per Push-Dienst direkt ans Handy. Wie das Ganze in der Praxis aussieht, wurde im Folgenden untersucht.
Funktionsumfang
Verkehrsmeldungen werden in einer Liste, gekennzeichnet beispielsweise als Baustelle, Unfallstelle oder Blitzer, angezeigt. Die Liste lässt sich derzeit nach den Regionen Bayern, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen und Schleswig-Holstein und darunter liegenden Städten filtern. Es fehlen also z.B. das bevölkerungsreiche NRW oder Baden-Württemberg. Beim Anklicken eines Listeneintrags gibt es weitere Infos zur jeweiligen Meldung wie Entfernung vom eigenen Standort, Meldungszeit, maximale Geschwindigkeit und so weiter.
Der Nutzer selber kann sich die Gefahrenstelle auf einer Karte anzeigen lassen und daraufhin angeben, ob die Meldung noch aktuell ist oder nicht. Die Meldungs-Liste ist leider weder nach Gefahrenart, noch nach Uhrzeit oder Datum geordnet. Eine Sortierungsmöglichkeit wäre hier wünschenswert.
Kostenpflichtige Push-Funktion
Auch Push-Meldungen lassen sich noch einmal nach Blitzer, Unfall, Stau, Achtung und Baustelle sowie nach Regionen und Städten eingrenzen. Die ersten 14 Tage ist die Push-Funktion kostenlos und die Nutzbarkeit wird danach nicht automatisch verlängert. Wer diese Funktion dennoch weiter nutzen möchte, zahlt einen halbjährigen Betrag von 1,59 Euro. Ohne Push-Funktionen können Meldungen manuell aktualisiert werden.
Um Akku zu sparen, funktioniert die Push-Funktion für einzelne Landkreise auch bei ausgeschalteter App. Dass bislang noch nicht für alle Regionen in Deutschland ein Push-Dienst angeboten wird, liegt laut Neue Presse Multimedia GmbH an fehlenden Moderatoren und Kooperationspartnern in diesen Gebieten.
Gefahrenstellen selber melden
Der App-Nutzer kann Gefahrenstellen nach den vorangegangenen Kriterien melden und mit einem Ort auf der Landkarte, einem Kommentar, seinem Spitznamen, einem Foto und weiteren Details, je nach Gefahrenquelle, ergänzen. Inwieweit die App von Nutzen ist und Gefahrenstellen flächendeckend erfasst werden, hängt also auch immer von der Aktivität der App-Nutzer ab.

Bedienbarkeit
Insgesamt befindet sich innerhalb der VerkehrsApp alles dort, wo man es vermutet, so dass keine lange Eingewöhnungszeit vonnöten ist, um sich zurecht zu finden. Listen öffneten sich im Test auf einem Star B79 mit Android 4.0.3 (Ice Cream Sandwich) sehr schnell.
Fazit
Bis auf die nicht sortierte und zu sortierende Darstellung der Meldungen in Listenansicht und die noch fehlenden Regionen innerhalb der Push-Funktion, ist die VerkehrsApp eine gelungene und ausbaufähige Android-Anwendung. Auf optischen Schnickschnack wurde verzichtet, so dass insgesamt ein aufgeräumter Eindruck überwiegt. Nützlich ist die Hilfefunktion in den Einstellungsoptionen.
Für eine möglichst flächendeckende Anzeige von Gefahrenquellen ist die Aktivität des Nutzers gefragt. Auch Entwicklungsvorschläge nehmen die App-Entwickler gerne an. Die VerkehrsApp gibt es zum kostenlosen Download im Google Play Store.
| Die VerkehrsApp verlangt bei der Installation Zugriff auf: | |
| Standort: | Ungefährer (netzbasierter) Standort, genauer (GPS-) Standort |
| Netzkommunikation: | Uneingeschränkter Internetzugriff, Netzwerkstatus anzeigen, Daten aus dem Internet abrufen |
| Speicher: | Inhalt des USB-Speichers und der SD-Karte ändern/löschen |
| System-Tools: | Standby-Modus des Tablets/Telefons deaktivieren, automatisch nach dem Booten starten |
| Hardware-Steuerelemente: | Vibrationsalarm steuern |
| Standard: | Statusleiste deaktivieren oder ändern, Rechnungsdienst vom Market |