Möchte man wirklich hochwertige Sicherheit in einem Messenger, dann kommt man um TextSecure nicht herum.
TextSecure wird von Open Whisper Systems (OWS) entwickelt, gegründet von einem bekannten Sicherheitsexperten, der schon für Google und Twitter gearbeitet hat. Neben dem Messenger wird von dem Unternehmen auch eine App für verschlüsselte Telefonie mit Namen RedPhone entwickelt. Die Firma Whisper Systems wurde 2011 von Twitter aufgekauft, doch OWS ist wohl ein weiteres Unternehmen von Moxie Marlinspike.
Die Sicherheit von TextSecure scheint mehrfach von Sicherheitsprofis bestätigt worden zu sein. Sie ist komplett Open Source und der Code lässt sich bei Github einsehen. Genutzt wird eine End-to-end-Verschlüsselung mit Hilfe des OTR (Off-the-record) Protokolls, das auch von vielen Desktop-Chat-Programmen bekannt ist. Lokal werden die Nachrichten ebenfalls Passwortgeschützt. Und eine Identitätsverifizierung ist über einen QR-Code oder den Austausch eines Codes (z.B. per Telefon) möglich.
Beschäftigt man sich etwas mit der Firma, so stößt man auf etwas undurchsichtige Verhältnisse. Das beginnt mit der Übernahme durch Twitter für einen unbekannten Betrag, zieht sich durch das Pseudonym Moxie Marlinspike und geht bis hin zu der Tatsache, dass OWS keine Informationen über Entwickler oder Verantwortliche bietet. Der “About Us”-Link führt zurück zur Homepage. Sucht man nach dem Ursprung der Website, landet man auf den Kanarischen Inseln. Das alles bedeutet erst einmal nichts, schafft aber auch nicht wirklich Vertrauen. Wenn jemand mehr darüber weiß, ist Aufklärung in den Kommentaren willkommen!
Die Verbreitung der App hat zwei Seiten. Zum einen wurde TextSecure vor kurzem von CyanogenMod integriert, was einen spontanen Sprung um rund 10 Millionen potentielle Nutzer bedeutet. Zum anderen aber ist die App bisher nur für Android verfügbar, an einer iOS-Version wird aber wohl seit einiger Zeit gearbeitet.
Das Programm dient auf Wunsch als vollwertiger SMS-App-Ersatz. Funktionen beinhalten den Austausch von Dateien, Gruppenchat und bei fehlender Datenleitung den Versand per SMS, was bisher nur myEnigma bot. Das Auslesen der Kontakte bietet auch hier wieder den Vorteil der einfachen Handhabung, aber den Nachteil, dass Vertrauen zu den Entwicklern bestehen muss. In CyanogenMod ist das Protokoll in die Standard-SMS-App integriert. Verschickt man eine SMS an einen Freund, der Whisper Push aktiviert hat, wechselt die App automatisch auf den “sicheren Kanal”.
Das Design der App ist einfach und übersichtlich. Dabei sieht es auch nicht zu nerdig aus, um Nutzer abzuschrecken, aber auch nicht wirklich frisch, um Nutzer anzuziehen.
WhatsApp hat natürlich bei der Verbreitung einen unglaublichen Vorsprung. Und durch die fehlende Unterstützung anderer Plattformen wie iOS, Firefox OS oder Blackberry ist die App bisher wohl nur was für Spezies, da ändert auch die Einbindung in CyanogenMod nicht viel. Die Sicherheit gilt wohl als gesichert, erst recht im Vergleich zu WA, die Umstände können aber trotzdem zu Verunsicherung führen. Bei den Funktionen hinkt TextSecure auch noch etwas zurück und bietet zum Beispiel keine Sprachnachrichten oder Ortsversand.
Bisher ist die App leider noch keine wirkliche Alternative, aber auf dem Weg dorthin.